Gericht

Mädchen mit Eisenstange zum Betteln geprügelt

14. Juli 2009, 18:53

Bulgarisches Ehepaar soll ein Mädchen und ihre Verwandte nach Wien gelockt, brutal zum Betteln gezwungen und vergewaltigt haben

Wien - In Bulgarien war dem 14-jährigen Mädchen und ihrer um sechs Jahre älteren Verwandten versprochen worden, sie könnten in Wien als Babysitterinnen oder Reinigungskräfte arbeiten. Staatsanwalt Leopold Bien fällt es nicht leicht, das zu schildern, was nach der Ankunft des Mädchens und der jungen Frau geschah: "Manche Verbrechen sind ungeheuerlich und schwer in Worte zu fassen."

Sklavenähnliche Bedingungen

Keine Spur von Babysitten oder Putzen: Die beiden jungen Bulgarinnen landeten in einer Wohnung in Wien-Fünfhaus, wo sie von einem bulgarischen Ehepaar unter sklavenähnlichen Bedingungen zum Betteln gezwungen wurden.

Miete musste eingearbeitet werden

Die 40-jährige Frau dürfte laut Anklageschrift den Ton angegeben haben. Das Paar hatte die Wohnung um 1000 Euro untergemietet - diese "Unkosten" sollten das Mädchen und ihre Verwandte möglichst rasch wieder hereinbringen.

Mindestquote oder Schläge

Ihnen wurde eine Mindestquote vorgeschrieben, berichteten sie. Das Geld hatten sie jeden Tag nach ihren Betteltouren abzuliefern. Brachten sie nicht genug - setzte es Strafen. Schläge mit dem Eisenrohr, die Essensrationen wurden reduziert oder abgesetzt.

Vergewaltigt

Wie die Mädchen berichteten, seien sie eines Abends auch unter äußerster Gewaltanwendung vergewaltigt worden. Die Frau habe sie an ein Treppengeländer gefesselt und geknebelt - als der Mann von ihnen ablassen wollte, habe sie ihn auch noch aufgefordert, weiterzumachen.

Flucht in die Botschaft

Das Martyrium der Mädchen flog erst nach einigen Monaten auf, als die beiden in die bulgarische Botschaft flüchteten, um Hilfe baten und schließlich den heimischen Behörden berichteten, was ihnen widerfahren war.

Ehepaar bekannte sich für nicht schuldig

Das angeklagte Ehepaar bekannte sich am Dienstag im Wiener Straflandesgericht weitgehend für nicht schuldig: Die Mädchen hätten schon in Bulgarien gewusst, was sie in Wien tun sollten - auch ihre Verwandten hätten gewusst, dass sie betteln würden. Die Frau gab lediglich zu, vor allem die Jüngere ein paar Mal geschlagen zu haben. Warum? "Sie ist am Abend nicht nach Hause gekommen. Ich fühlte mich verpflichtet, auf sie aufzupassen."

Und die Vergewaltigung? Zu der sei es nie gekommen, sagte der Angeklagte: "Ich habe seit 20 Jahren eine Ehe. Ich habe vier Kinder und acht Enkelkinder. Wie stellen Sie sich vor, dass ich das mache?" Und seine Frau meinte zu den Anschuldigungen der Mädchen: Die "machen mich ratlos".

Mädchen hätten es gut gehabt

Der Angeklagte erklärte, er habe nicht gegen das Gesetz verstoßen. Ein "Bestrafungsregime", wie es Staatsanwalt Bien beschrieben hatte, habe es nicht gegeben. Nach seiner Darstellung hätten es die Mädchen sogar gut gehabt: "Sie sind spazieren gegangen, waren im Internet-Café und haben Computer gespielt."

Wohnung seit Jahren von Bettelbanden genützt

Die Wohnung, die ein gebürtiger Serbe dem Ehepaar vermietet hatte, ist nach den Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden seit Jahren von südosteuropäischen Bettelbanden genützt worden, die sich auf Kinder "spezialisiert" haben. Der Vermieter ist untergetaucht.

Ein Urteil gab es am Dienstag noch nicht - der Prozess wurde für eine weitere Beweisaufnahme auf den Herbst vertagt.

Bettelverbot mit Kindern

Betteln von oder in Begleitung mit Kindern ist in Wien seit Juni 2008 verboten. Wer Minderjährige zum Betteln veranlasst oder mitführt, muss mit einer Verwaltungsstrafe bis zu 700 Euro oder einer Woche Gefängnis rechnen.

Diskussion um Bettelverbot

Ein generelles Verbot, das auch "passives" Betteln ahndet, wurde 2006 im steirischen Fürstenfeld erlassen. Nach der Beschwerde eines Bettlers aus der Slowakei wurde es allerdings im Jänner dieses Jahres vom Verfassungsgerichtshof wieder aufgehoben. Ein neuer Vorstoß, die Bettelei-Paragrafen im steirischen Landessicherheitsgesetz zu verschärfen, wurde verschoben: SPÖ und ÖVP konnten sich nicht einigen, ob nur die Hinterleute oder auch "organisiert" Bettelnde - wie von der VP gefordert - belangt werden sollen.

Die Wiener ÖVP fordert ein generelles Bettelverbot - was von der SPÖ abgelehnt wird. (APA, frei, DER STANDARD Printausgabe, 15.07.2009)

Kommentar posten
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Weiß der Kuckuck ...
10
17.7.2009, 08:54

Wenn keiner mehr zu Prostituierten geht und keiner mehr XXX-Filme schaut und keiner mehr den Bettlern Geld gibt und sich keiner mehr Spenderorgane einpflanzen läßt, dann hört der Menschenhandel sicher auf.

Nur: Trifft es bei solchen Boykotten nicht auch Leute, die nichts mit Menschenhandel am Hut haben?

Könnte es nicht alternative Wege geben als alle durch einen Boykott über einen Kamm zu scheren?

Vorpokzi
33
15.7.2009, 18:59
Im Westen nichts neues

EIN Fall, der wieder mal genug Beweis dafür ist, dass "einigen Ethnien der Begriff Menschenrechte unbekannt ist" oder (was für subtile Ironie) "Bettelbanden? Sowas gibts ja gar nicht. Unmöglich! Oder vieleicht doch?" oder (nein, jetzt haben Sie uns aber mit den eigenen Waffen geschlagen) "Die Bettelbanden gibt es doch gar nicht! Wird doch immer behauptet."

Erinnere mich noch gut an die helle Empörung, als in einigen ausländischen Boulevardmedien Österreich als das Land der "Kellervergewaltiger" dargestellt wurde, nachdem einzelne Fälle ans Licht gekommen waren.

ES K/TZT MICH WIRKLICH AN! NIE kann man eine vernünftige Diskussion führen! Immer werden Einzelfälle wie Prallluftschiffe aufgebläht und KEIN EINZIGER verweist auf eine Statistik!

Rosemarie Brandstötter
 
28
16.7.2009, 09:34

Schwer zu interpretieren Ihr Beitrag! Jedenfalls, der Fall Fritzl ist nicht typisch für Ö. Die Häufung macht es. Und wenn ich höre, dass Mädchen zum Betteln mittels Schläge gezwungen werden, oder wenn ich sehe wie Frauen geborgte Kleinkinder (veriviziert) zum Betteln benutzen und auch sehe wie Schwerstbehinderte (Knochenbrüche?) betteln gehen müssen kommt mir das Kotzen. Insoferne ordne ich das doch gewissen Gesellschaften zu.

Parallelepipido
94
16.7.2009, 16:21

Die Erziehung, die F. genoß, ist halt typisch für Österreich.

Er tobte sich bei seinen Kindern aus und ließ sie zigfach das spüren, was seine Mutter ihm angetan hat; andere toben sich halt an Ausländern aus.

Herr Kurt aus Hütteldorf
08
15.7.2009, 17:08
darf man...

....."abschieben" schreiben?

Chien de Pique
16
15.7.2009, 16:25
Aus dem Archiv:

"Von der Bettelmafia und anderen Mythen"

Wie eine bedeutende Diplomarbeit belegt, ist die Bettelei, oft unter liebevoller Aufsicht von Tante und Oma, dem Schubetrieb sehr ähnlich und schadet Kindern gewiss nicht (manchmal gehen sie auch essen - sie sind ja nicht angebunden). Quelle: Buzzis Mythenpapier.

Rosemarie Brandstötter
 
1116
15.7.2009, 15:55

Man muss einfach zur Kenntnis nehmen, dass einigen Ethnien der Begriff Menschenrechte unbekannt ist.

zeamount
00
17.7.2009, 11:05

viel simpler kann ein weltbild aber auch kaum mehr sein ...

Parallelepipido
53
16.7.2009, 16:16

Sparen Sie sich Ihr rassistisches Getue!

Die Zensur gibt nach langer Beratung frei:
27
15.7.2009, 18:01

Wer pauschal über Ethnien urteilt hat aber auch nicht viel mit Menschenrechten am Hut.

gucky
15
15.7.2009, 17:24
Schmarrn, das sind keine "Ethnien", dass sind verbrecherische Menschen ohne Gewissen

und solche Monster gibt es leider überall

Knicknack
218
15.7.2009, 15:49
Wo sind denn jetzt die politisch korrekten Poster-Kollegen, ...

die noch vor ein paar Tagen (beim Artikel über das Betteln in der Mariahilfer Str.) behauptet haben, es gäbe keine Beweise für organisierte Bettler aus dem Osten und dass irgendwer zum Betteln gezwungen werde?

Parallelepipido
61
16.7.2009, 16:25

Ihren Spott auf political correctness können Sie sich sparen.

RebelAngel
 
05
17.7.2009, 09:06
wieso?

kriegt man dafür Zinsen?

Knicknack
12
16.7.2009, 21:41
Warum?

Die 'politisch korrekten' Zeitgenossen wissen doch immer alles besser.

Weiß der Kuckuck ...
10
17.7.2009, 08:48

Das unterscheidet die Politisch Inkorrekten wohl eher NICHT von den Politisch Korrekten.

Zarathustra
19
15.7.2009, 13:14

Hab in Meidling mal eine Bettlerin beobachtet (mit Kinderwagen und Baby) wie sie Geld sammelte für "Babynahrung". In der kurzen Zeit die ich sie beobachtet hab (ca. 10-15 min), hat sie rund 5 Euro gemacht. Vielleicht wars auch grad ein guter Run, aber grundsätzlich glaub ich langsam, dass manche "professionelle" Bettler mehr verdienen als ich, denn auf runde 10 Euro die Stunde kommen die allemal. Geb daher nix mehr her - außer den Augustin-Verkäufern.

Parallelepipido
10
16.7.2009, 16:26

Was hält Dich davon ab?

Litschi Monster
10
15.7.2009, 19:20

Na, bitte! Ganz einfache Lösung: Selber betteln gehen.

RebelAngel
 
08
15.7.2009, 12:20
mhm

da dürften jetzt einige ein bissl Schmähstad sein...

Parallelepipido
40
16.7.2009, 16:28

Sie meinen, weil manche Menschen sich nicht vorstellen können, daß es böse Menschen gibt?

Ihr posting z.B. fällt ja schon einmal in diese Kategorie.

Nightvision
 
15
15.7.2009, 11:51
Nirgends ist man mehr sicher :/

Organisiertes " Verbrechen " gibt es mittlerweile schon überall und für mich ist das ein verbrechen. Ok die Bettler sind wirklich arm ABER sie müssen alles abdrücken und ihnen wird NICHT geholfen nur den Zuhältern. Ich hab den Fehler oft gemacht Obdachlosen Geld zu geben weil sie mir leid tate, doch was machen sie kaufen sich ALK. Seit dem ist es mir zu schade, wenn spenden dann einer Organisation oder Kleidung an die Ca.., denen kann man zwar auch nicht zu 100% trauen aber was solls. Wenigstens man hat das Gefühl was gutes getan zu haben.

Zarathustra
05
16.7.2009, 10:44

Mich hat mal ein österreichischer Sandler um Geld gefragt...als ich ihn gefragt hab, was er damit machen würde hat er gesagt: "Also ganz ehrlich? Ich kauf mir ein Bier". Soviel Ehrlichkeit wurde belohnt.

Bluestone
012
15.7.2009, 11:35
Na wo sind jetzt die,

die vor es vor ein paar Tagen bei dem Standard-Bericht über die Bettler in der Mariahilferstraße nicht wahrhaben wollten, daß es dabei um übelste Mafiaartige Zustände geht??

Diese Wirklichkeitsverweigerer sollten endlich einmal aus ihrem Sicherheitsschneckenhaus hervorkrabbeln und die Wirklichkeit hinnehmen, wie sie ist!

Parallelepipido
00
16.7.2009, 16:30

Und wo empört sich Bluestone, wenn im thread nicht von Bettelbanden, sondern Bettelethnien gesprochen wird?

Da scheint Dein Gerechtigkeitssinn zu versagen.

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