Von kleinen und großen Schritten

14. Juli 2009, 18:52
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    foto: nasa

    "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit." Diesen legendären Satz sagte Neil Armstrong, als er den Mond betrat. Hier war er allerdings, wie in den meisten Fällen, hinter der Kamera. Auf dem Bild daher Buzz Aldrin.

Am 20. 7. 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Warum war ausgerechnet er der Erste? War "Apollo 11" jemals in Gefahr? Antworten auf elf oft gestellte Fragen.

Frage: Ist der Mond wirklich so nahe, wie man manchmal glauben könnte?

Antwort: Alles eine Frage der Relation. Der Trabant ist von allen möglichen Zielorten im All der nächste und auf der Erde auch gut zu sehen. Am erdfernsten Punkt wurden aber 405.500 Kilometer gemessen. Die "Apollo"-Reisen hatten eine Länge von etwa 384.000 Kilometern. Astronauten unternahmen seither vergleichsweise nur kurze Ausflüge: 600 Kilometer zum Hubble-Teleskop (2002) und 400 Kilometer zur Internationalen Raumstation ISS.

Frage: Warum fasziniert uns der Mond so?

Antwort: Dem Mond wurden schon seit der Antike göttliche Kräfte nachgesagt. Bis heute glauben viele Menschen, dass der Trabant sie beeinflusst und zum Beispiel Selbstmordraten bei Vollmond steigen. Wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt es freilich nicht. Vermutlich entstand der Mythos auch aufgrund der hellen Strahlkraft des Vollmondes, die eigentlich eine Täuschung ist. Nur etwa sieben Prozent des einfallenden Lichtes werden von der Mondoberfläche reflektiert. Er erscheint nur so hell im Kontrast zum tiefschwarzen All.

Frage: Wie kommen Zivilisten nun zum Mond?

Antwort: Vorerst einmal gar nicht, denn die Reise ist deutlich strapaziöser als die bisherigen Kurzausflüge von Weltraumtouristen. Da müsste man schon Astronaut sein. Die Aufnahmebestimmungen für Astronauten sind allerdings weltweit sehr rigoros. Der Mond ist außerdem kein erstrebenswertes Urlaubsziel. Er hat keine Atmosphäre, seine Oberflächentemperatur schwankt stark, kann an manchen Stellen über 100 Grad Celsius am Tag und deutlich weniger als -100 Grad nachts bekommen. Die Mondoberfläche ist eine Wüstenlandschaft. Der Geruch von Mondstaub und Mondgestein ist offenbar gewöhnungsbedürftig. "Der Geruch ist stechend, wie Schießpulver oder leergeschossene Patronen von Pistolen", sagten Armstrong und Buzz Aldrin nach ihrem Spaziergang.

Frage: Wieso war ausgerechnet Neil Armstrong der erste Mann auf dem Mond?

Antwort: Das war kein Glücksfall, wie Armstrong vorab meinte, sondern entsprach dem strengen Besetzungsreglement der Nasa. Die Ersatzmannschaft eines "Apollo"-Fluges musste zwei Missionen aussetzen, um dann selbst nominiert zu werden. Die Crew für "Apollo 8" hieß: Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Fred Haise. Armstrong wollte aber Michael Collins, wegen einer Operation bei "Apollo 8" ausgemustert, mitnehmen. Haise war dann Mitglied der "Apollo 13"-Mission. Als Armstrong zum Kommandanten von "Apollo 11" wurde, wusste er übrigens noch nicht, dass er den Mond betreten würde. Die Mondfähre war noch nicht fertiggebaut.

Frage: Fernsehen war damals noch Luxus. Wie viele Menschen konnten die Mondlandung live sehen?

Antwort: Mindestens 500 Millionen Menschen konnten und wollten. Ob zu Hause, bei der Nachbarin oder im Lokal um die Ecke. Und bis heute sagen Zeitzeugen in Anspielung auf Verschwörungstheorien: Ob die Astronauten nun tatsächlich auf dem Mond waren oder in einer Wüste in den USA, egal, sie waren im Fernsehen! Der ORF, der 28 Stunden und 28 Minuten Live-Übertragung brachte (überboten erst anlässlich von 9/11), löschte danach die Mehrzahl der Bänder - aus Kostengründen. Etwa 15 Minuten wurden gerettet. Die Zuspielungen der Nasa blieben erhalten.

Frage: War die "Apollo 11"-Mission zu irgendeinem Zeitpunkt gefährdet?

Antwort: Ja, als die Mondfähre auf das Zielgebiet im Mare Tranquillitatis automatisch zusteuerte, erkannte Armstrong, dass "Eagle" Kurs auf einen Krater mit hohen Felsen nahm. Er führte die Landung manuell aus und landete sicher etwa 60 Meter westlich davon.

Frage: Was kostete das "Apollo"-Programm insgesamt? Und war es das Geld überhaupt wert?

Antwort: Das "Apollo"-Programm kostete rund 24 Milliarden Dollar, in heutigen Geldwert sind das umgerechnet rund 100 Milliarden Dollar. Die Erkenntnisse, die das "Apollo"-Programm erbrachte, hätte man freilich auch mit Robotern und das natürlich wesentlich billiger erzielen können. Es ging vor allem darum, die Vormachtstellung zu demonstrieren. Manche Historiker meinen heute, das Wettrennen zum Mond sei ein (erfolgreicher) "Ersatz" für einen drohenden Dritten Weltkrieg gewesen.

Frage: Gab es denn wissenschaftliche Erkenntnisse durch die Mondlandung?

Antwort: Ja. Der Mond ist ein uralter Himmelskörper und hat, so Alexis von Croy in seinem Buch Der Mond (Verlag Herbig), "die ersten Milliarden Jahre der Entstehungsgeschichte gespeichert, die allen terrestrischen Planeten gemein ist". Im Gestein Regolith auf der Mondoberfläche können Forscher die Strahlung der Sonne im Laufe der Jahre feststellen und Rückschlüsse auf Klimaänderungen auf der Erde ziehen.

Frage: Derzeit wird wieder von einer künftigen bemannten Mondmission geredet. Wäre die wissenschaftlich interessant?

Antwort: Der Mond ist hier vorwiegend als Testobjekt interessant, das man in drei Tagen erreichen kann. So kann man Flüge zum Mars oder noch weiter hinaus vorbereiten. Wissenschaftlich interessant wäre es zum Beispiel, eine permanente Mondbasis zu errichten - oder ein Teleskop auf der uns abgewandten dunklen Seite des Mondes.

Frage: Wie unterscheiden sich derzeitige Antriebstechnologien der Trägerraketen von jenen aus dem Jahr 1969?

Antwort: Sie sind praktisch ident. Die neuen "Ares"-Raketen der Amerikaner, die für künftige Mond- oder Marsmissionen gebaut werden, haben sogar ein nur leicht modifiziertes Triebwerk der damaligen "Saturn"-Rakete. Die großen Technologiesprünge gab es dagegen bei Computern, der Navigation, der Kommunikation und den Energiesystemen.

Frage: Wie belastend war es für Mondfahrer, die Erde nicht zu sehen?

Antwort: Dazu gibt es unterschiedliche Meldungen. Doch Al Worden, der Pilot der Kommandokapsel von "Apollo 15", erlebte den zeitweise fehlenden Anblick der Erde, die Einsamkeit und die Dunkelheit "hinter dem Mond" (im Mondorbit) auch als faszinierend. Er konnte den Blick nicht von den Sternen abwenden. Auch Michael Collins, der im Orbit kreiste und bei der Danksagung von US-Präsident Richard Nixon vergessen wurde, bezeichnete die Zeit auf der Mondrückseite als Zeit voller "Hochgefühl", andererseits funkte er den Richtung Mondoberfläche sich absetzenden Kollegen Armstrong und Aldrin angeblich zu: "Redet weiter mit mir!" (Peter Illetschko/DER STANDARD, Printausgabe, 15.07.2009)


Die Antworten stammen u. a. aus Interviews mit Martin Tajmar, Physiker und Lektor der TU Wien, und Thomas Posch, Astronom an der Universität Wien. Der ORF bringt vom 16. bis 21. 7. einen Schwerpunkt zum Thema, Höhepunkt ist eine Mondnacht von 20. 7. auf 21. 7. ab 0.25, ORF 2. www.wechoosethemoon.org geht am 16. 7., am Jahrestag des "Apollo 11"-Starts, online. Das Magazin Nature (www.nature.com) twittert die Mondlandung.


Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 58
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Fischers Fritz
00
16.7.2009, 19:49
Die Mannschaft ("Crew") ..

von Apollo 8 war: Frank Borman, James A. Lovell, William Anders.

Der Bericht ist an dieser Stelle missverständlich formuliert, wenn die Ersatzmannschaft ("Backup Crew") gemeint war.

Zuvor war Armstrong Kommandant von Gemini VIII, Aldrin war Pilot von Gemini XII und Collins war Pilot von Gemini X.

Klar IM
00
16.7.2009, 09:26

mit der energie wird absolut nicht effizient gearbeitet, die meiste eingesetzte energie wird in form von wärme abgegeben. mit dem selben energieaufwand und "nur" einen nutzungsgrad von 50% der eingesetzten energie könnte man wahrscheinlich zum Mond "Europa" fliegen.

der bunte faschist
20
15.7.2009, 22:59

hat die fragen ein kind gestellt?

wie müssen sich der herr tajmar und posch gefühlt haben, als der standard mit dieser herausforderung an sie herangetreten ist :-)

höhlenforscher
00
16.7.2009, 08:31

also mir gefällts. sicher sind ihnen gerade die fragen zu banal, weil sie sie der grösste mondforscher aller zeiten sind ..... also bunter faschist ...sagt eh schon alles, dieser nick.

Martin Rosenkranz, airpower.at
12
15.7.2009, 20:17
Wie unterscheiden sich derzeitige Antriebstechnologien der Trägerraketen von jenen aus dem Jahr 1969? ERRATUM

Vergleich Saturn V(1969) zu Ares V(2018)

Höhe: 110,6m / 110m
Startmasse: 2935t / 3400t
Nutzlast (LEO): 118,8t / 188t
Verhältnis Startmasse zu LEO/Nutzlast: 4,047% / 5,529% (Ares bringt relativ um 36,6% mehr Last ins LEO)

Stack Saturn V
1 Stufe (SI-C): 5 Triebwerke F-1; Kerosin/Sauerstoff
2 Stufe (S-II): 5 Triebwerke J-2; Wasserstoff/Sauerstoff
3 Stufe (S-IVB): 1 Triebwerk J-2; Wasserstoff/Sauerstoff

Stack Ares V
1 Stufe: 5 Triebwerke RS-68B (aus der Delta IV); Wasserstoff/Sauerstoff
2 Stufe: 1 Triebwerk J-2; Wasserstoff/Sauerstoff
+ 2 x wieder verwendbare Feststoffbooster; Poly Butadiene Acrylonitrile (PBAN)

Chris Quast
00
16.7.2009, 12:00

wow solche brummer waren das.

3000t ist ja schon was.

beeindruckend auch die bilder des starts und fluges der saturn V, in der universumdoku am dienstag.

der "feuerstrahl" dürfte so ca. 400-500 meter lang gewesen sein.

Martin Rosenkranz
00
16.7.2009, 13:54
wow solche brummer waren das.

Den Start einer Saturn V haben alle Erdbebensensoren in Amerika registriert - da geht schon was weiter...

Im übrigen wegen "praktisch ident".

Das "Schmalz" der Saturn V kam aus ihren fünf F-1 Triebwerken (die da: http://de.wikipedia.org/wiki/Date... _Braun.jpg ). Die fünf haben unpackbare 12.710l Sprit pro SEKUNDE verbrannt und die 2,1 Mio. Liter der ersten Stufe in drei Minuten leergesoffen - danach war Saturn V 68km hoch, 93km weit weg und 2.390m/sek. schnell.....uff.

Bei der Ares V sind es wie beim Shuttle die Feststoffbooster die die Kraft entwickeln.
Die RS-68B bringen anfangs kaum mehr als die Energie zur Steuerung und Lagekorrektur.

Gunslinger
00
15.7.2009, 14:21

"Kubrick, Nixon und der Mann im Mond"

ansehen!

Dann wird alles klar :-))

Arminius
01
15.7.2009, 14:49

Die Mondlandung in die Ferienzeit zu legen war ein Fehler.

m3a
01
15.7.2009, 11:29

die erkenntnisse des apollo programmes könnte man auch mit robotern erzielen?

das ist ungefähr so als ob man sagt: die erkenntnisse des wright-fluges hat der lilienthal auch schon gehabt. man liegt einerseits damit völlig richtig, da sich die naturwissenschaft ja dadurch nicht irgendwie revolutioniert hat.

aber im sinne von raumfahrt, aeronautik und technik, selbst jener von alltäglichen dingen die jeder von uns zuhause benützt, war das apollo programm ein meilenstein in der technologieentwicklung.

Michael Bakunin
00
15.7.2009, 11:49

aha, und welche dinge sollten das sein?
und was davon hätte man durch roboter nicht erforschen können?

G. B. Corner
00
15.7.2009, 12:26

Die Beschränkungen der Roboter-Erforschung sieht man ja aktuell beim Mars. Man muss natürlich eine Kosten-Nutzen-Rechnung anstellen (schwierig bei Grundlagenforschung), aber es muss für Forscher sehr frustrierend sein, wenn sie auf einer Kamera am Roboterwagen ein Mineral sehen, dass sie z.B. nicht analysieren können weil a) der Stein zu groß, b) kein Geologenhammer zur Hand und/oder c) kein entsprechendes Experiment angedacht und eingebaut wurde.

sfoglio
08
15.7.2009, 12:07
bauen sie eine robotersonde die 380 kg gestein aufsammelt, das ganze im umjreis von ein paar kiometern und das innerhalb von ein paar tagen (um der mondnacht zu entzkommen), eine erste bewertung durchführt,

die steine umdreht und von unten ansieht um deren interesse für die wissenschaft zu beurteilen, die darüberliegende staubschicht abwischt, in gekennzeichnete tütchen verpackt und anschließend autonom zur erde zurück startet (mit 380 kg gestein im gepäck).

zusätzlich soll diese robotersonde diverse andere experimente auf und abbauen können (zB sonnenwind experiment), von einer vorher gelandeten surveyorsonde ein paar messinstrumente abschrauben können und bohrungen vornehmen können, bei denen man sie einen festgefressenen bohrer mit einem schraubenschlüssel wieder befreien kann (apollo 15 zB) uswusf......

und das noch mit der technologie der 60er .... viel spaß!

collector1
00
15.7.2009, 14:34

Ja ja, das Geheimnis heitß Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Ein Roboter ist noch lange nicht geeignet solche Entscheidungen zu treffen, wie schon weiter unten gesagt es gibt keine autonomen Roboter, die auch nur ansatzweise zufriedenstellend arbeiten.

Chris Quast
00
15.7.2009, 13:11

grasgrün ;-).

manchmal denk ich mir schon, sind diese ihre analyse/oder ähnliche vernünftige analysen, wirklich so schwierig, auch für den ottonormalverbraucher zu erstellen.

Ka :: www.ninc.at
 
00
15.7.2009, 12:07

zumindest die psychologischen
und immerhin wissen wir auch, das die dunkle seite des mondes ein fazinierendes hochgefühl auslöst.
grusz
ka
www.ninc.at

sfoglio
00
15.7.2009, 10:05
leider einige ungenaugkeiten versteckt

zb. ares raketen

diese basieren zum größten teil auf shuttle technologie (feststoffbooster und tank/struktur) bzw. auf delta iv technologie (haupttriebwerk rs-68). einzig und allein das oberstufentriebwerk ist eine weiterentwicklung des saturn oberstufentriebwerks (j-2x).

somit stammt die meiste technologie aus den 70ern (shuttle) bzw. den 90ern (delta iv) und den 2000ern (avionik).

v.a. was die startpreise angeht wird die ares v (voraussichtlich) wesentlich billiger sein als die saturn v. wenn sie denn gebaut wird ...

G. B. Corner
01
15.7.2009, 08:53
Hübscher Link

http://wechoosethemoon.org/

(weiß nicht ob den nicht schon wer anderer woanders gepostet hat aber ist eine hübsch gemachte Seite, die Tag für Tag die Ereignisse von damals zeigt - im Moment Tag 1 freigeschaltet)

hanslblasta
05
15.7.2009, 08:42

wozu hat der ORF die Bänder gelöscht?
nicht, dass man einer fernsehredaktionellen Meisterleistung nachtrauern müßte, aber waren runde 29 Stunden Stunden Fernsehen tatsächlich unzumutbar viele Meter Regal im Speicher?

Para Dox
00
15.7.2009, 10:31

oder die bänder so teuer. Auf Bayern habe ich mir die "original" Mondlandung mal in der Nacht angeschaut. Waren aber nur 6h. Die (war auch möglicherweise auch von der ARD) haben scheinbar noch mehr.

capcom
03
15.7.2009, 09:20

vielleicht brauchten sie platz, um ein paar serien amdamdes oder minizib zu speichern.

Shanajio
00
15.7.2009, 07:52
Wie kann man in einem Raumanzug was riechen?

Wie kann man auf der Mondoberfläche (die keine Atmossphäre hat) durch einen Raumanzug (der hoffentlich hermetisch abgeschlossen ist) was riechen? Vor allem etwas, was außerhalb des Raumanzugs ist?

F S 3
03
15.7.2009, 16:07
Sie finden auf der Mondoberfläche wohl jede Menge reaktiver Substanzen mit offenen Bindungsenden, die geradezu "hungrig" nach Verbindungen sind…

…Wenn also der Mondstaub (der überdies deswegen auch eine beachtliche statische Elektrizität aufweist) am Mondanzug in das LEM gebracht wird, reagieren diese Verbindungen sofort mit dem Sauerstoff und erzeugen so etwas wie eine "langsame Verbrennung", eine Oxidation.

Deshalb auch die Assoziation zu GEBRAUCHTEM Schießpulver, das eine Mischung aus organischer Zellulose und Nitroglyzerin ist. Was in jenem Fall schnell oxidiert (Explosion) geht in der Atmosphäre des LEMs langsam vor sich…

Nick Tameer
00
19.7.2009, 10:26
Der Sprengstoffexperte spricht - und das ist wieder einmal ...

"Deshalb auch die Assoziation zu GEBRAUCHTEM Schießpulver, das eine Mischung aus organischer Zellulose und Nitroglyzerin ist."

Hmm.

Dynamit ist eine Mischung aus Kieselgur und Nitroglyzerin. Nitrozellulose oder Schießbaumwolle (heute eher ungebräuchlich) - was ja wohl gemeint ist - ist nitrierte Zellulose, weshalb ich diese Definition als falsch bezeichnen würde. Man kann sie vielleicht für viele Zwecke benutzen, falls sie aber ZUM SCHIESSEN gebraucht wurde, bleibt nur eine Mischung verschiedener Gase übrig, weshalb sie sich dafür auch so gut eignet. Man kann diesen explosionsartigen Zerfall bedingt auch als Oxidation verstehen.

Über Assoziationen lässt sich natürlich schwer rechten - kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger ...

F S 3
01
19.7.2009, 13:31
Mondstaub und Schießpulver sind natürlich zwei völlig unterschiedliche Dinge. Modernes, rauchfreies Schießpulver…

…ist eine Mischung aus Nitrozellulose-C6H8(NO2)2O5 und Nitro-C3H5N3O9. Leicht entzündbare, organische Moleküle, die klarer Weise nicht im Mondstaub vorkommen. Sie können Mondstaub ja nicht , etwa mit einem Streichholz anzünden…

Mondstaub besteht aus Silikaten,Dioxidglas, sowie den Elementen Eisen, Kalzium u.Magnesium,die wiederum in Mineralien, wie Olivin u.Pyroxen gebunden sind.

Durch das ungehinderte Bombardement der Mondoberfläche mit allerlei Teilchen entstehen…

- statische Aufladung d.Staubes,
- jede Menge gebrochener, elektr."unbefriedigter" Verbindungen,die schnell mit allerlei verfügbaren Atomen reagieren…

Die Nasenschleimhaut u.die O-Atmosphäre im LEM sind also ideale "Kontaktinstitute" f.diese bindungsfreudigen Stoffe…

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