Atheisten-Kampagne: "Es gibt keinen Gott"

15. Juli 2009, 14:02

Drei Sujets auf Wiener City Lights im Einsatz - Kirche reagiert gelassen - Werberat rechnet mit Beschwerden - Mit Ansichtssache

Karel Gott feiert den 70. Geburtstag und die AtheistInnen Österreichs würdigen diesen Tag auch mit einem Sujet zum Start ihrer "Buskampagne". Diese findet nach der Absage der Wiener Linien nunmehr wie berichtet auf City Lights statt und startete am 16. Juli.

"Dass Gott mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein tschechischer Schlagersänger ist und uns nichts tun wird, lässt bereits über eine Million ungläubige ÖsterreicherInnen ruhig schlafen", so die Kampagnenverantwortlichen in einer Aussendung, "das Faktum, dass sich zu Religiosität bekennende Menschen hierzulande immer noch Privilegien genießen als andere, bleibt allerdings beunruhigend".

Kirche gelassen

Gelassen reagiert die Erzdiözese Wien. "Schon Nietzsche hat behauptet 'Gott ist tot' - nach einiger Zeit hat sich herausgestellt, Nietzsche ist tot und Gott lebendig", meint Erich Leitenberger, Sprecher der Erzdiözese Wien. Er könne sich schwer vorstellen, dass eine solche Werbung Spuren hinterlässt, sagte Leitenberger. Schließlich scheine die Zahl der "überzeugten Atheisten" zu schrumpfen, während Religion in jüngster Zeit wieder eine zentralere Rolle einnehme. Grundsätzlich sei das Gespräch über Gott und seine Existenz "immer zu begrüßen", allerdings müsse es "auf Augenhöhe und mit großem Respekt vor dem jeweils anderen" geführt werden.

Werberat hat Bauchweh

Nicht ganz so leicht tat sich der Österreichische Werberat mit der Kampagne. Der Werberat, der eigentlich nur für Handelswerbung zuständig ist, wurde von der Gewista um eine Vorbegutachtung gebeten, ob die Sujets gegen die Selbstbeschränkungsregeln der Werbewirtschaft verstoßen würden. "Wir sind mit einer sehr knappen Mehrheit zur Überzeugung gekommen, dass auch für den Atheismus das Prinzip der Religionsfreiheit gilt", sagte Geschäftsführer Markus Deutsch. Die knappe Minderheit der Werberäte habe allerdings deutliche Bedenken geäußert, etwa dass hier religiöse Diskriminierung vorliege oder religiöse Gefühle verletzt werden. Man rechne mit Beschwerden, so der Werberat.

"There's probably no God"

Die Atheismus-Kampagne wurde hierzulande von der Agentur Super-Fi gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft AtheistInnen und AgnostikerInnen für ein säkulares Österreich (AG-ATHE), der Arbeitsgemeinschaft Humanismus und Atheismus (AHA) und dem Freidenkerbund initiiert. Die Idee nahm in London mit dem Claim "There's probably no God. Now stop worrying and enjoy your life" auf öffentlichen Bussen ihren Anfang. Zu sehen war die Kampagne auch in Madrid.

Folgende drei Sujets sind auf City Lights im Einsatz:

  • Es gibt keinen Gott. Gutes tun ist menschlich. Auf uns kommt es an.
  • There's probably no God. Now stop worrying and enjoy your life.
  • Gott ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein tschechischer Schlagersänger. Entspann dich. Er wird dir nichts tun.

(red/APA)

Ansichtssache
"Es gibt keinen Gott": Drei Sujets für Wiener City Lights

Nachlese
Atheisten-Buskampagne gestoppt - Wiener Linien: "Keine Werbung für politische Parteien oder religiöse Glaubensgemeinschaften auf den Fahrzeugen der Wiener Linien" - Initiatoren: "Traurige Überraschung"

Kommentar posten
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Migros Kulturprozent
00
10.8.2009, 17:11
„Kirche reagiert gelassen.”

„Diese Kampagne kann nicht anrichten, was die Kirchensteuer und div. Pädophil-Pfaffen nicht schon längst angerichtet hätten.”

Rolof Penz
00
Wenn´s das nicht schon (erst heuer !) in London gegeben hätte,...

... wäre dies jetzt auch kein heimisches Thema.

Schliesslich ist diese Kampagne da wiederum eine peinliche 1:1-Kupferei (und das Mega1000%ig) die eben auf´s Neue beweist wie viele geistig Impotente „Kreative" es auf diesem Wege versuchen sich medial zu prostituieren!

Zweiblum
03
29.7.2009, 10:12

zuerst bin ich atheist.

von mir aus können sie mit den palkaten machen was sie wollen, doch wenn sie die plakate wegtun, sollen sie gefälligst uach die plakate "zu ostern ist jesus auferstanden...blablabla" auch weg nehmen

..-..
00
31.7.2009, 11:58
100% dafür

Riffraff3
 
10
28.7.2009, 19:03

Österreich ist ein säkularer Staat, in dem Meinungsfreiheit herrscht. Damit können Gläubige und Ungläubige ihre Meinung in Wort und Schrift dartun, solange sie das nicht in einer andere herabwürdigenden Weise tun.
Ich würde nur gerne mit einer Plakatkampagne antworten: ""ES GIBT KEINEN GOTT". Irren ist menschlich."

ich aber aber
10
25.7.2009, 22:08
a geh wui

bleibt doch wohl jedem selbst überlassen ob es einen gott gibt oder nicht. worauf beruht die feststellung "es gibt keineen gott"? auf subjektiver Wahrnehmung, somit hat sie keinerlei allgemeingültigkeit und ist obsolet

who cares, du etwa??
 
10
24.7.2009, 13:12

Naja ich finde das es vollkommen in Ordnung ist , nicht an Gott zu glauben. Jeder soll die Religion wählen von der er überzeugt ist, die ihm Halt gewährt und die ihm in schweren Zeiten Mut spendet und wer weiß , vielleicht gibt es nur einen Gott der viele Namen hat... Wer kann das schon genau sagen?

Also wer sich aufregt das diese Menschen ihre Religion kund tun , kann gerne unser demokratisches System verlassen.

Bitte um Antworten (:

ein mensch
00
23.7.2009, 20:17
Es gibt einen gott bzw. die absolute wahrheit

Für mich nicht.

Wenn jemand für sich absolute wahrheiten in anspruch nimmt, es möge ihr oder ihm unbenommen bleiben. Jedoch möge sie oder er die wahrheiten von allen anderen, die diese absoluten wahrheiten nicht teilen wollen, auch respektieren.

Ich für mich halte es mit der gültigkeit von wahrheiten so: sie gelten bis zum beweis des gegenteils.
Meiner erfahrung ist, das es für mich anspruchsvoller, dafür aber sinnvoller ist, mit relativen wahrheiten zu leben.

Melchior Kreutzer
61
23.7.2009, 08:45

eine besonders "wichtige", "mutige" und "kritische" kampagne.

ich werde jetzt auch eine kampagne zu abschaffung der umweltverschmutzenden dampfmaschinen starten. die ist mindestens genauso relevant.

es ist äußerst bezeichnend, dass man bei der kampagne nur von "god" spricht, obwohl es in westeuropa mittlerweile mehr menschen gibt die an allah glauben.

aber dafür reicht der mut dann doch nicht aus, so beschränkt man sich auf eine religion, deren anhänger ein durchschnittsalter von ca. 68 jahre haben. so etwas nennt man dann "zivilcourage".....

RockSteady
17
23.7.2009, 12:45
gut recherchierter kommentar ...

... wenn sie schon das bedürfnis verspüren auf der letzten österreichischen plattform die nicht von fremdenhass geprägt ist ihre unqualifizierten kommentare loszulassen dann nehmen sie doch zumindest google zu hilfe um ihre offensichtlich mariannengrabentiefen bildungslücken zu füllen.

ich muss sie enttäuschen, auch muslime glauben an GOTT und ALLAH ist KEIN NAME, sondern lediglich das arabische wort für gott und in einem forum in dem es sich um eine atheistenkampagne dreht irgendwelche "fremden" religionen anzugreifen hat besonders viel anstand.

und man beschränkt sich in dieser kampagne in KEINSTER weise auf EINE religion, sondern auf JEDE die an eine göttliche übermacht glaubt.

www.oe24.at, dort finden sie sicher großen zuspruch!

Melchior Kreutzer
30
23.7.2009, 16:04

ein etwas weniger agressiver ton würde es auch tun. sei's drum.

wenn man eine kampagne startet, in der von "god" die rede ist, dann fühlt sich kein moslem davon angesprochen, weil sie eben nicht an "god/gott" sondern an allah glauben (übrigens auch die deutschsprachigen mulsme) - also bitte vorsichtig von wegen bildungslücken...

würde jemand tatsächlich eine solche kampagne starten, in der nicht von god sondern von allah die rede wäre, so würden die initiatoren mit 100% sicherheit mit einer todesfatwa belegt (als gebildeter mensch wissen sie sicher was das ist). warum das so ist, steht im koran.

genau deshalb macht es auch niemand. erinnern wir uns an die dänischen karikaturen oder an van gogh oder rushdie...

RockSteady
01
28.7.2009, 14:43
oh mann ...

sie haben es leider immernoch nicht verstanden, und auch wenn ihnen mein ton (den ich für eine derartige ansammlung an dummheiten die sie hier verzapfen extrem lieblich, höflich und zurückhaltend finde) ein wenig zu aggressiv scheint werde ich es nochmal versuchen, im stil von headlines der zeitung die nach unserem heimatland benannt ist, ich denke das ist eher verständlich für sie:

ALLAH = GOTT
wenn ein muslim deutsch spricht sagt er NICHT allah, sondern gott, WENN er in seiner landessprache spricht nennt er ihn NATÜRLICH allah.

nachdem sie das vielleicht verstanden haben dürfen sie sich wieder dem kampf gegen den terror widmen ... ein nun arbeitsloser ex us-präsident hat da sicher noch ein platzerl für leut wie sie.

Melchior Kreutzer
20
30.7.2009, 12:37

sie sind wirklich ein wappler. ein deutschs- oder englischsprachiger muslim sagt zu allah gott respektive god. aha. wo haben sie das aufgeschnappt? in der spatzenpost. wenn keine ahnung hat sollte man sich mit belehrungen anderer zurückhalten.

RockSteady
00
30.7.2009, 15:04

na wenigstens eine kreative beschimpfung. gefällt mir ...

ich neige nicht dazu irgenwelche "aufgeschnappten" sachen aus irgendwelchen medien als meine meinung öffentlich kundzutun also können sie davon ausgehen, dass ich nicht nur arier kenne (um in einer sprache zu sprechen die ihnen auch ein wenig vertraut ist) sondern auch muslims in meinem bekanntenkreis vorhanden sind und so leid es mir tut, das wort allah habe ich bisher nur gehört wenn sich besagte in ihrer landessprache unterhalten.

wie auch immer: augen auf, ohren auf, bildung ist da

Melchior Kreutzer
10
31.7.2009, 18:29

wenn ihre fiktiven muslimischen bekannten den namen des propheten in den mund nehmen, welchen für moslems obilgatorischen zusatz verwenden sie dann?

ihre fiktiven muslimischen freunde rufen also nicht allahu akbar, sondern gott ist groß. (vielleicht sind es ja doch christen, fragen sie nochmal nach)

da sie so gerne von bildung schwafeln: bilden sie sich doch slebt einmal:

http://mohammad.islamway.com

wipogei
00
27.7.2009, 15:46
Nun dann probier ichs halt mal:

Auch Allah gibts nicht! Also ihr Moslems, freut euch trotzdem des Lebens!

gunigugu
00
21.7.2009, 22:41
zum glück

kann ich das eine wie das andere ignorieren.
das fühlt sich richtig gut an.

Chicco
01
22.7.2009, 07:32
zum glück

bist ja ein richtiger Ignostiker, weiter so.

DD1981
01
21.7.2009, 13:49

Ich "glaube" auch das das Wetter morgen schön ist, weil ich nicht wissen KANN ob es morgen wirklich schön wird. Ich mach mir allerdings auch Gedanken was ich morgen unternehme, wenn das Wetter nicht schön ist. Und genau das ist das Problem:

Viele Menschen GLAUBEN an einen Gott, weigern sich aber auch mal daran zu denken was ist, wenn es KEINEN Gott gibt.

Es geht einfach darum sich mit dem Gedanken anzufreunden das es keinen Gott gibt. Einfach mal drüber nachdenken und feststellen was sich für einen selbst änderen würde wenn man davon ausgeht das es keinen Gott gibt.

Chicco
00
21.7.2009, 10:10
Glauben - Wissen

Glauben heißt nichts wissen. Aber an irgendetwas zu glauben ist nicht verboten. Der Mensch hat den freien Willen bekommen, um nicht an einen oder mehrere bestimmte Gottheiten, egal welchen Geschlechts zu glauben. Es gibt Milliarden Menschen auf dieser schönen Welt und daher sehr viele Glaubensrichtungen. Dem Menschen weiß um seinen Tod und kann sich ein Nichts danach nicht vorstellen. Er weiß nicht, was danach kommt, aber es ist tröstlich an ein ewiges Leben danach zu glauben. Wenn es kein Weiterleben danach gibt, werden es die Gläubigen nicht mal merken und die anderen werden angenehm überrascht sein, sich geirrt zu haben. So wird wenigstens niemand enttäuscht. Und solange wir hier auf Erden wandeln, sollten wir das Leben genießen.

feinfein
05
20.7.2009, 19:40
Absage durch Wiener Linien

Die Wiener Linien beteiligen sich tagtäglich (!) und eifrigst (!) mittels Mietvertrag der entsprechenden Flächen am Vertrieb des tiefsten Boulevardjournalismus Österreichs, also "Heute". Und zwar gratis und ungeschützt an Kinder. Dort gibt es die tägliche Dosis an dümmsten Überschriften, reisserisch dummen Texten, Nackte neben Aggression auf Seite 2 und 3 täglich, Garfield neben Pornoinseraten. Täglich. An Kinder, die jüngsten auch alleinfahrenden Kunden. Sie reden sich übrigens dort auf "Medienfreiheit" und "Meinungsfreiheit" aus, die sie angeblich zu dem Mietvertrag zwingt. Und solch eine Kampagne wird abgelehnt.

Ed L. Bitter
31
20.7.2009, 17:34
DIESE KAMPAGNE IST SO EINFALLSLOS WIE DÄMLICH.


Ein unbeschreiblich einfallsloses Layout, ein fader Spruch. Ein unklarer Zweck und ein mässiges Echo. Dieses Geld hätte man heutzutage wirklich besser verwenden können. Die Frage, ob´s Gott gibt oder nicht, ist viel spannender als diese öde Kampagne.



one single voice
00
23.7.2009, 17:07

und trotzdem im aktuellen lürzers ...

Ed L. Bitter
00
27.7.2009, 16:30
dennoch dämlich

Michael Tfirst
 
01
20.7.2009, 14:09
Ich fordere:

Ich fordere, dass für diese Atheismuskampagne ebenfalls mindestens 600 Citylights unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden und tausende Plakatflächen, damit diese erfolgreich unters Volk gebracht wird, so wie Herr Prof. Dkfm. Armin G. Fehle, ehem. Vorsitzender Euro RSCG Österreich, vorher Doorland, die Plakatkampagne: "Zu Weihnachten wurde Jesus geboren" sehr zur Freude von Kardinal Graf Schönborn, unentgeltlich verbreiten konnte (Fehle ist wie Schönborn aus dem Ländle). Die Plakatflächen und 600 City Lights wurden kostenlos vom Außenwerbeunternehmen Epamedia bereitgestellt.

Mit freundlichen Grüßen

http://www.michaeltfirst.blogspot.com/

Michael Tfirst

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