Umsatzrückgang bei Blum

14. Juli 2009, 12:56

Ein massiver Auftragseinbruch ab November 2008 beschert dem Vorarlberger Unternehmen einen um neun Prozent geringeren Umsatz

Bregenz - Die Vorarlberger Beschlägehersteller-Gruppe Julius Blum GmbH hat im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 (Juli 2008 bis Juni 2009) einen Umsatz von knapp 1,02 Mrd. Euro erzielt, das sind rund neun Prozent weniger als 2007/08 (1,12 Mrd. Euro). Ursache dafür sei ein "in der Firmengeschichte einmaliger Auftragsrückgang", so Miteigentümer und Geschäftsführer Gerhard Blum bei der Bilanzpressekonferenz in Höchst (Bezirk Bregenz). Ertragszahlen gab das Unternehmen in Familienbesitz traditionsgemäß nicht bekannt. Es gebe Einbußen, "aber unter den gegebenen Umständen dürfen wir zufrieden sein", so Blum.

Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Von Juli bis Oktober 2008 sei der Geschäftsgang noch auf Vorjahresniveau gelegen. Im November 2008 kam es dann laut Blum durch die Krise zu einem massiven Auftragseinbruch, der bis zum Ende des Wirtschaftsjahres anhielt. Seit April 2009 registriere man teilweise eine Stabilisierung der Märkte auf niedrigem Niveau. Der Auslands-Umsatzanteil von Blum liegt nach eigenen Angaben bei 97 Prozent. Schwächen zeigten vor allem die Märkte in Spanien, Großbritannien, Skandinavien und den USA, die mit einem Anteil von 14 Prozent der größte Einzelmarkt sind.

Die wirtschaftlichen Bedingungen stellten das Unternehmen vor "große Herausforderungen in Bezug auf die Beschäftigten". Insgesamt waren im Wirtschaftsjahr 2008/09 in der Blum-Gruppe 5.065 Mitarbeiter beschäftigt, in Österreich 3.987, darunter auch 237 Lehrlinge. Trotz des Auftragseinbruchs habe man die Situation bisher ohne betriebsbedingte Kündigungen gemeistert, so Blum. Das Unternehmen reagierte mit Urlaubsabbau, Gleitzeitmodellen und Überstundenabbau. Zudem habe man die natürliche Fluktuation nicht ersetzt. Seit April 2009 sei ein Großteil der Maßnahmen nicht mehr nötig.

Kurzarbeit "kein sehr gutes Mittel"

Kurzarbeit beurteilte Blum wegen der Bürokratie, der Behaltefrist und der geringen Flexibilität als "kein sehr gutes Mittel". Man habe etwa teilweise mit Zulieferern Probleme, die Lieferengpässe hätten, weil sie in Kurzarbeit seien. "Das ist schwer hinnehmbar", so Herbert Blum. "Flexibilität ist das höchste Gebot der Stunde."

Einen Teil des Umsatzrückgangs habe man mit neuen Produkten kompensieren können, zudem stärke man weiter die Vertriebsaktivitäten. Sorgen bereiten Blum aber weiter die großen Schwankungen beim Stahlpreis und deren Einbindung in die Preisgestaltung. Eine Einschätzung für die Zukunft sei schwierig, da die Unwägbarkeiten in der globalen Wirtschaft weiter groß seien. Für 2009/2010 erwarte man eine "flache Entwicklung", so Blum. Vor allem bei der Erholung der US-Wirtschaft sehe man noch "ein großes Fragezeichen". (APA)

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