derStandard.atMeinungKolumnenHans Rauscher

13.07.2009 18:43

Unterwanderung
Österreichs Militär ist durchsetzt mit Kadern aus dem rechten Lager

Warum überrascht uns die Nachricht, der Staatsanwalt untersuche "Datenabfluss" aus dem "Heeresabwehramt" an die FPÖ, so überhaupt nicht? Weil das Bundesheer und seine Nachrichtendienste traditionell mit Kadern aus dem "dritten" , "rechten" Lager , mit schlagenden Burschenschaftlern, Wehrmachtsverherrlichern und Schlimmerem, durchsetzt sind. Ähnlich übrigens die Justiz, in der auch sehr rechte Herrschaften nicht selten waren und sind.

Das Militär und seine Geheimdienste waren ziemlich bald nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes und der Wiedererrichtung der Republik "Spielwiese" von eher dubiosen Gestalten. Bis heute ist es nicht ganz gelungen, "Traditionspflege" fragwürdigster Art (z.B. am Ulrichsberg in Kärnten) ganz zu unterbinden. ÖVP- und SPÖ-Verteidigungsminister sind nie wirklich energisch gegen diese bräunlichen Substrukturen vorgegangen, zu Zeiten von Schwarz-Blau wurden sie sogar aktiv gefördert. Heute lässt sich Strache von einem Militärpfarrer firmen, der leicht rechts von Dschingis Khan steht. Die Demokratie hat nicht dem Mut, sich gegen diese Unterwanderung zu wehren. (Hans Rauscher, DER STANDARD-Printausgabe, 14.7.2009)

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