Kurz nach Einweihung - Polizisten griffen nicht ein
Kairo/Frankfurt - In Ägypten wurde nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) eine koptisch-orthodoxe Kirche niedergebrannt, wie Kathpress am Montag meldete. Am Wochenende hätten drei Männer das erst am 3. Juli offiziell eingeweihte Gotteshaus im oberägyptischen Beni Mazar mit Benzin in Brand gesteckt, teilte die IGFM in Frankfurt mit. Zum Schutz der Kirche abgestellte Polizisten hätten nicht eingegriffen. Die Kirche sei vollständig zerstört worden.
Bereits unmittelbar nach der Eröffnung hatte die ägyptische Staatssicherheit die Kirche laut IGFM aus Angst vor Übergriffen durch muslimische Extremisten geschlossen. Der Vorfall dokumentiere das "aufgeheizte Klima zwischen den Religionsgemeinschaften und die Bedrängnis der koptischen Christen im ländlichen Ägypten", sagte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.
Die christlichen Kopten mit einem Bevölkerungsanteil von annähernd zehn Prozent sind in Ägypten staatlichen Diskriminierungen und wachsender Gewalt seitens fanatisierter Islamisten ausgesetzt. Schwerer Schaden wurde ihnen zuletzt durch die Tötung hunderttausender Schweine zugefügt. Der offiziell verbotenen fundamentalistischen Muslimbruderschaft wird Anstiftung zu religiöser Zwietracht vorgeworfen. (APA)