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"Kleine Leute wählen normalerweise die SPÖ", so die Studienautoren. Doch gerade diese Wählergruppe würde nun eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage registrieren, und hätten sich deshalb für Hans-Peter Martin oder die FPÖ entschieden.
Die EU-Wahl liegt bereits mehr als einen Monat zurück und im täglichen Politik-Hick-Hack ist sie kaum noch ein Thema. Eine Nachwahluntersuchung der Paul-Lazersfeld-Gesellschaft, die jetzt präsentiert wurde, liefert nun Details zu politischen Einstellungen und Motiven der WählerInnen, und im Besonderen auch der NichtwählerInnen, deren Anteil bei den EU-Wahlen ja überdurchschnittlich hoch war.
Insgesamt wurden zwischen 15. Juni und 6. Juli 1.230 Österreicher befragt. Die interessantesten Ergebnisse:
SPE-Fraktionschef: "Ich würde mir das sehr wünschen, dass die SPÖ künftig den Kommissar stellt"
Staatssekretär soll nach EU-Wahl 2014 Kandidat für Brüssel sein - ÖVP: "Viel zu früh"
Abgeordnete kandidiert für Spitzenamt bei EU-Wahl - "Schattengipfel" als Probelauf
Das Semesterzeugnis der Europäischen Kommission für Österreich ist gar nicht so schlecht, nennt aber vor allem Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt als Reformfelder. Steuern auf Arbeit sollen gesenkt, für Immobilien erhöht werden
64 Prozent können keinen einzigen Europaabgeordneten namentlich nennen
Vizekanzler Spindelegger will mehr Demokratie in Union
Staatssekretär Lopatka: Regierung muss mehr Erklärungsarbeit leisten
Parlamentarier aus Brüssel im "Europa Club Uni" in Linz
Neuverteilung nach Beitritt Kroatiens im Ausschuss diskutiert - Schweden will für Österreich 18 statt 19 Sitze
gesamteuropäische Ursache haben, dann wäre es doch angezeigt, die Ursache der Ursache zu ergründen?
Liegt es nicht daran, daß die Sozialdemokraten eifrig mit dem Neoliberalsimus mitgschwommen sind und die Politik der EU mitgetragen haben. Sozialschädliche Budgetpolitik, mangelnde Verteillungsgerechtigkeit tut weh. So kann man Wähler und Sympathisanten nicht überzeugen.
Wenn, was leider übersehen wird , von den Sozialisten erfolgreich die Arbeitslosigkeit bekämpft wird, dann ist das zu wenig, denn die von den Konservativen eingeschlagenen Krisenpolitik ist kontraproduktiv.
An sich wäre nun der passende Zeitpunkt, das Steuer herumzureißen, allenfalls um den Preis des Nichtregierens. Und zwar in ganz Europa...
(und zwar ganz pauschal - in Vereinen irgendeiner Art) soll laut Studie ein aussagekräftiger Indikator für irgendetwas sein. Es werden jedenfalls Schlüsse daraus gezogen, an denen Unterschiede zwischen Wählern und Nichtwählern festgemacht werden.
Kaninchenzüchter und Industriellenvereinigung, beides Vereine, beide hier in einem Topf?
Briefmarkensammler und ÖGB, beides Vereine, beide hier in einem Topf?
Wenn ich dann lese, Nichtwähler hätten "weniger Vertrauen in politische Institutionen", muss ich daran denken, dass ein nicht kleiner Teil der politischen Institutionen in Österreich aus Vereinen besteht, in die Nichtwähler ja weniger Vertrauen haben.
Mitgliedschaft (wo sie freiwillig ist) in Organisationen wird ja oft als Absicherung...
... als Absicherung verstanden - die berüchtigte "Parteibuchwirtschaft", die auch den Vorfeldorganisationen der etablierten Parteien eine große Zahl von Mitgliedern verschafft hat und immer noch verschafft, seien es im Fall der SPÖ der BSA und die Kinderfreunde oder auf der anderen Seite (ÖVP-nahe) z.B. der CV.
Jemand, der in dieser Art von "politiknahen" Vereinen Mitglied ist, hat natürlich 1. ein höheres Vertrauen in politische Institutionen und kann als Mitglied 2. subjektiv bessere Zukunftserwartungen für sich hegen (ob das Büchl real etwas nützt oder nicht, sei dahingestellt).
Die Aussagen der Studie sind in diesem Punkt m.M.n. ziemlich "salopp" angelegt.
INSTITUT - Funding der Paul-Lazersfeld-Gesellschaft
Die wissenschaftliche Tätigkeit der PLG wird bzw. wurde von den Bundesministerien für Bildung, Wissenschaft und Kultur, auswärtige Angelegenheiten, Wirtschaft und Arbeit, der Oesterreichischen Nationalbank, der Stadt Wien, dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, der Landesverteidigungsakademie, der Europäischen Kommission (DGXII) als Teil der Forschungsprogramme TSER und INCOCOPERNICUS, der ÖIAG und der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik gefördert.
( aus der Webseite der PLG )
Vielleicht wir nun eine Nachfolgestudie zu den "Arbeitslosen von Marienthal" fällig. L. noch Maria Jahoda leben nicht mehr.
Aber es gibt sicher junge kritische Soziologen, die die gewaltige durch die Krise erzeugte Arbeitlosigkeit
wissenschaftlich "begleiten" können.
Wer finanziert ein solches Projekt?
in der Ungleichheit.
Es gelingt der Sozialdemokratie in Europa nicht, die wachsend klaffende Schere zwischen arm und reich zu verringern.
Es fehlt bei den Bürgern die Einsicht, daß die für Europa relevante EU aufgrund ihrer Beherrschung durch neoliberalle Lobbys zu einer Regelung der Finanzmärkte nicht willens ist.
Die Zahler sind immer die gleichen, die massiv geförderten auch. Man merkt es am Agrarbudget.
Die wachsende Nivellierung der Löhne nach unten durch ständige Erweiterungen kann durch die Sozialdemokraten nicht gestoppt werden.
Im EU-Parlament wird es wieder eine gr. Koalition geben, ein Unding, denn die Interessen sollten unterschiedlich sein.
nach der EU-Wahl haben ergeben, dass die SPÖ an die Gruppe der Nichtwähler weit mehr Stimmen verloren hat als an jede konkurrierende Liste (einschließlich der FPÖ).
Ein Grund zur Freude ist das für die SPÖ aber sicher nicht. Wähler (zumindestens ide jahre- und gar jahrzehntelangen Stammwähler, ehemals eine große Stärke der SPÖ), die nun zu Nichtwählern geworden sind, sind wahrscheinlich sehr viel schwerer zurückzugewinnen als Wähler, die sich für eine andere Partei entschieden haben.
Die Gesamtheit der Nichtwähler ist sicher eine sehr heterogene Gruppe, aber ich vermute dort einen beträchtlichen Prozentsatz sehr kritisch denkender Menschen (was mit formaler Bildung aber wenig zu tun hat).
Das Potential kritischer linker Wähler, die der SPÖ nichts mehr abgewinnen können ist wesentlich größer, als der Wählerwechsel von der SPÖ zu den Blauen. Und täglich liefert die SPÖ diesem zu gewinnenden Wählerpotential neuerliche unakzeptable Aktivitäten....
Es ist zum Verzweifeln.
...gestartete Volksverblödungsprogramm - von ihr als Bildungsoffensive getarnt - trägt nunmehr seine Früchte. Bis dato vermeinte ich, dass mein Sohn zu rigide sei, wenn er die Aberkennung des Wahlrechtes für 80% der Österreicher einforderte - nunmehr scheint mir, dass dies gar kein so schlechter Vorschlag sei....
es ist schon interessant, dass in ö die fpö mit ihrem ziemlich aggressiven auftreten sehr viele frauen anspricht.....soviel zum thema frauen seien im allgemeinen so sozial und friedfertig eingestellt...ist wohl doch nur eines von sovielen klischees.
In jeder Wahlanalyse wurde bisher festgestellt, dass die FPÖ bevorzugt von Männern gewählt wird (seit Haider, und das recht deutlich). Wie es zu diesem aktuellen Ergebnis gekommen ist, ist höchst fraglich. Ich würde diese Umfrage/Analyse auch aus diesem Grund nicht allzu ernst nehmen.
Kann mich an ein Fernsehinterview erinnern, wo die Frau Petrovitsch zu verstehen gab, dass sie gar nicht an allen Wählern interessiert seinen und Haider darauf sagte, wir nehmen sie alle. Der SPÖ geht es jetzt ähnlich. Und es ist eine Frechheit den "kleinen Mann" als ungebildeten Tölpel hinzustellen, auf dessen Stimme man eh nicht scharf ist. Und dieser "kleine Mann" hat nach einem anstrengenden Arbeitstag wohl kaum Zeit sich dem intensiven Vereinsleben zu widmen. Da baut er sich lieber ein kleines Häuschen und riskiert, dann halt einmal keine Grundsicherung zu bekommen und womöglich Vermögenssteuer zu bezahlen, auch wenn das jetzt die SPÖ abstreitet.
Der gefährlichste Feind der österreichischen Sozialdemokratie ist die SPÖ selbst. Vor allem weil die Führungsspitze fast zu 100% aus künstlich gezüchteten Apparatchiks besteht, die mit den Alltagsproblemen den sog. "Kleinen Leute" kaum in Berührung kamen. Daher einerseits ein feudaler Führungsstil (Häupl) oder ein reines, kaltes Management (Faymann). Beide eignen sich kaum dazu die "Massen mitzureissen". Das Fehlen einer klar konturierten Führungspersönlichkeit und des sozialen Gedankens machen die SPÖ schwach.
die innerstaatlich soziale Komponente und die gesellschaftspolitische Liberalität sowie Internationalität.Schon Kreisky war einerseits sehr eng mit den Gewerkschaftern aber gesellschaftspolitisch sehr liberal,damit auch Andere als die Basis der Funktionäre "ein Stück Weges mit ihm gehen konnten".International war er sowieso überdimensional präsent (im Verhältnis zur Wichtigkeit Österreichs in der internationalen Politik).
Diese Liberalität und die Internationalität fehlen seitdem der Wohnbaustadtrat den Kanzler darstellt.Und selbst da sind die Basisfunktionäre angefressen und die Jungen wählen rechts. Bleiben die PensionistInnen... Brüder zur Sonne ...
Lieber Powerpack. Zügeln Sie bitte den Bissreflex und lesen Sie mein Posting noch einmal. Bin absolut KEIN FPÖ Fan. Was mir auf den Nerv geht ist, dass eine Partei die als einzige der FPÖ die Stirn bieten könnte (SPÖ), es nicht tut, und marschiert offenbar offenen Auges in ein Desaster.
Warum forderst du dann Politiker "die die Massen mitreißen"? Ein solcher Politiker muss zwangsweise demagogisch sein (vergleiche auch Zilk) und wird eher(!!!) bei BZÖ/FPÖ zu finden sein. (ist einfach deren Stil).
Sobald ein SPÖ Politiker demagogisch agiert, wird ihm auch das vorgeworfen (wiederum Zilk).
Warum kann ein Politiker nicht einfach jemand sein, der vernünftige Argumente und Positionen vertritt. Sind wir alle schon zu bl*d zum Denken und brauchen für jeden Dreck einen Animateur?
Angesichts von Globalisierung und Ostöffnung leuchtet ein, daß eine Hängematten-Sozialpolitik unfinanzierbar geworden ist. Das macht den Sozis europaweit zu schaffen, denn was verteilt werden soll, muss erstmal erwirtschaftet werden.
Die SPÖ kommt noch schlechter weg, weil sie hierzulande durch Proporz und Verstaatlichte eine bequeme Machtbasis hat(te). Sie degenerierte von der Arbeiter- zur Funktionärspartei und opferte dabei ihre Wirtschaftskompetenz. Praktisch alle roten Spitzen kommen heute aus dem "geschützten" Bereich, der in Ö ohnehin viel zu aufgebläht ist. Das kostet ihr einerseits gute Leute und andererseits Wählerstimmen.
Das Problem ist, dass im Turbo-Kapitalismus die Kapitaleigentümer und Unternehmen ihre Solidarität mit den Arbeitnehmern und der restlichen Bevölkerung aufgekündigt haben und wir (v.a. der Mittelstand) wie die Zitronen ausgepresst werden.
Wenn international oder zumindest auf EU Ebene die Kapitaleigentümer und Unternehmen durch (Wieder-)Einführung von in den letzten Jahrzehnten abgeschafften Steuern zur Vernunft gebracht werden, ist auch die Finanzierung von vernünftigen Sozialsystemen kein Problem mehr.
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