Videocast von Robert Misik - Folge 85

Verdruss, Passivität, Ressentiment - Wie gefährdet ist unsere Demokratie?

12. Juli 2009, 21:30

In Österreich regieren Wurschtigkeit und antidemokratische Versuchungen.

Es gibt ein Parlament, es gibt Wahlen, es gibt eine Regierung, die sich auf eine Mehrheit im Nationalrat stützen kann und sie verwaltet das Land - meist nicht einmal schlecht. Also, die Demokratie funktioniert ja prima. Aber sie funktioniert auch nicht: Immer mehr Leute haben das Gefühl, dass sie das eigentlich nichts angeht und dass sie "denen" bei jeder Gelegenheit einen Denkzettel verpassen muss. 36 Prozent derer, die bei der jüngsten EU-Wahl zu den Urnen gingen, haben für populistische oder rechtsradikale Parteien gestimmt. Und legt man die Zahl der Wahlberechtigten zugrunde, hat die "siegreiche" ÖVP gerade mal 15 Prozent der Stimmen erhalten, die einst mächtige SPÖ hat nur mehr jede/r Zehnte gewählt. Es gibt also eine massive Krise des Parteiensystems. Die Parteien umzirzen die Wähler mit blöden PR-Slogans, die quttieren's mit Verdruss. Das ist kein österreichisches Spezifikum, aber in Österreich noch mal spezieller, soll heißen: ärger. Woran liegt's? Und kann man gar nichts dagegen tun? Darüber wird im Laufe der Sommermonate bei FS Misik in loser Folge nachgedacht.

Link

Martin Blumenaus Blog auf FM4.orf.at mit allen Links zu den fünf Teilen seiner Serie: 2009 - das Jahr, in dem Österreich kippt.

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Posting 1 bis 25 von 200
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Zukunftsoptimist
00
16.7.2009, 21:54
Endlich trauen sich die Journalisten

in dieser Wesensfrage aus ihrer Deckung. Aber immer noch nehemn sie kaum Notiz von aktion21-pro Bürgerbeteiligung (www.aktion21.at). Dort könnten sie erfahren, was die wahren und hautnahen Gründe für die Krise sind. Sie liegen nicht in Brüssel, auch nicht im vielfältigen Österreich, sie liegen vor der Haustüre, in der Kommunalpolitik. Aber die gibt es ja nicht mehr, es gibt nur noch eine Parteiennutzenpolitik. Das spüren die Menschen und reagieren darauf - sauer. In Österreich sind Parteien noch nie wegen ihres Programms gewählt worden, sondern immer, weil eine (oder zwei) andere abgewählt werden sollten. Die Armseligkeit liegt im Mangel an Alternativen.

antonowitsch
14
14.7.2009, 21:58
Danke Robert!

Wieder mal sag ich danke für deine populistischen Analysen, dafür, dass du das formulierst, was bei mir oft nur so im Kopf halb- und viertelsatzhaft herumschimpft. Das gibt es leider sonst nicht in Österreich. Eine auf komplexeren Zusammenhängen basierende, einfach formulierte LINKE Aussage.
Weiter so,

ein fast schon resignierter....

derpradler
00
14.7.2009, 18:48
abstimmen lassen

bis es paßt, Abstimmungen verweigern, hinter dem Rücken der Wähler Österreichs Souveränität dem Kapitalismus opfern......bis hin zu Kritiker kriminalisieren oder ganz einfach aus den Foren löschen.........so eine Demokratie braucht wirklich niemand, außer die Manipulierer und Roßtäuscher.

Zenon
00
20.7.2009, 07:32

"Abstimmen lassen, bis es passt"

Haben Sie das schon einmal erlebt?
Ist das schon jemals vorgekommen?

Merkantilist
00
31.7.2009, 12:33

Bsp. Irland Lissabon-Vertrag

Der Mann im Fass
 
00
21.7.2009, 11:46
Jetzt gerade in Irland

In wenn sie den Reformvertrag noch vier mal umschreiben müssten, ohne am Sinn etwas zu ändern: es wird so lange abgestimmt, bis es den letzten Selberdenkern zu blöd wird.

Weil die Klugen immer nachgeben,
regieren die Dummen die Welt!

Mit der Bitte nachzudenken
Ihr Mann im Fass

matthaeus
10
14.7.2009, 14:17
piove, governo e ladro...

gilt offenbar auch bei hitzewelle

her wig
00
14.7.2009, 09:56

Politik(er) als Spiegel der Gesellschaft... wenn die Menschen nichts von "der Politik" wollen/brauchen, und die Politik(er) auch nicht von sich aus etwas initiieren, dann schwindet die Bedeutung natürlich. Man könnte es auch als gutes Zeichen sehen, im Sinne des des Fortschritts. Den Königen und Päpsten misst man auch nicht mehr die Bedeutung bei die sie mal' hatten...

proprius
23
14.7.2009, 08:21
demokratie in österreich

ich darf wählen ob ich von den politikern der partei A, B, C, D oder auch E betrogen werde.

Dumm wählt gut!
13
14.7.2009, 09:45
Gründen Sie eine Partei und machen es besser!

Zukunftsoptimist
00
16.7.2009, 21:05
So einfach ist es auch wieder nicht.

Einige hundert Perteien mehr machen es nur noch schlechter. Wir haben ohnedies mindestens 5 zu viel. Es wäre höchste Zeit, den Wählerinnen und Wählern mehr Mitsprache einzuräumen. Noch ginge das in geordneten Verhältnissen, nicht mehr lange. Die Partei, die das verstehen lernt und ehrlich durchzusetzen versucht, wird das Rennen machen.

Andreas Prucha
00
20.7.2009, 14:56

Und wie soll dieses Mitspracherecht gestaltet sein? Volksabstimmungen über jeden Pfurz?

Zukunftsoptimist
00
20.7.2009, 22:30
Beileibe nicht,

aber der zweite Teil der Fragestellung lässt befürchten, dass sie rein polemisch gemeint war und es schade um die Zeit wäre, sie ausführlich zu beantworten. Aber wenn die Frage ehrlich gemeint gewesen sein sollte, dann empfehle ich www.aktion21.at, da gibts einen ganz vernünftige Vorschlag (ohne Pfurz).

Haloander
00
14.7.2009, 07:02
:-(

gab schon bessere folgen

Affe, Äffin & Äffchen
11
14.7.2009, 07:27
Wir hatten auch schon bessere Regierungen.

FalscherProphet
00
16.7.2009, 13:27
So um 1990 herum?

Eugen J. Illenberger
 
00
16.7.2009, 15:20
Bessere Regierungen

Eher in den 70ern des vorigen Jahrtausends

Jetti Tant
21
14.7.2009, 06:55
Natürlich sind die Politiker korrupt

Warum wird man denn sonst ein Minister, wenn nicht um sich zu bereichern?

Zukunftsoptimist
00
16.7.2009, 22:07
Und selbst wenn sie es nicht wären,

ihr intransparentes Verhalten ist so, dass der Verdacht nicht ausgeräumt werden kann. Wer nichts zu verbergen hat, braucht dieTransparenz nicht zu scheuen. Wer etwas zu verbergen hat, lässt sich natürlich nicht in die Karten schauen, siehe das Theaterstück, das Schöder, Beer & Co. in Sachen Albertinadepot aufführen.

Joachim Granner
00
14.7.2009, 06:28
VfGH und politische Antidemokraten brechen 2 internationale Verträge

Noch gilt Recht und Gesetz in unserer demokratischen Republik .
1. Es gilt das Menschenrecht , dass Personen mit der Erstsprache Deutsch und der Zweitsprache Slowenisch nicht von einem Höchstgericht der slowenischen Volksgruppe zwangszugeordnet werden , um zweisprachige Ortstafeln zu erzwingen .
2. Dass solche Deutsch- und Slowenisch sprechende Personen in unserem demokratischen Rechtsstaat selbst entscheiden dürfen , ob sie Slowenen oder Deutschkärntner sein wollen .
3. Zum X-ten Mal : Dass der Europarat in Straßburg und die UNO (Cerd) in Genf von Österreich eine korrekte demokratische Minderheitenermittlung unter Beachtung der Selbstbestimmungs- und Bekenntnisrechte sowie die Einhaltung internationaler Verträge verlangen .

Ronaldo Cator
61
14.7.2009, 01:29
Sommerloch

Der Typ liest ab. Und es ist bedauernswert, 9 Minuten mit Gemeinplatz zu füllen. Selbst Real News Network produziert bessere Videos; mit ähnlichem Aufwand.

Cuchullain
22
14.7.2009, 06:56
"... 9 Minuten mit Gemeinplatz ..."

Vielleicht wissen es alle, aber Misik spricht es aus!! YouTuben Sie mal "Volker Pispers" oder "Oscar Lafontaine"!

Langsam sollte sich eine "linke" Bewegung formieren die mal kräftig ans Parlamentstor klopft!

anonym92
00
20.7.2009, 09:57

..."Volker Pispers" oder "Oscar Lafontaine"...

Zwei wahrlich zukunftsträchtige Politiker. ;-) Ab in die Büsche, sobald es mal nicht so prächtig läuft. Auf solche Menschen kann man getrost verzichten. Mehr als "youtuben" ist da ohnehin nicht.

ariel seligman
14
13.7.2009, 22:55
mir sind besonders zwei stellen aufgefallen: zunächst der ruf nach einem starken (subton:linken) staatlichen rundfunk und dann die bemerkung über das bedürfnis der bürger (subton:spießer) nach autorität.

ist es tatsächlich möglich dass linke wie misik wirklich nicht sehen wie autoritaristisch der ruf nach der kontrolle der medialen realität ist ?

ich finde diese einstellung ausgesprochen arrogant und undemokratisch, denn sie unterstellt den wählern unkritisches blök-wählen und sie nimmt implizit den besitz der alleinigen wahrheit für sich in anspruch. und letzteres ist undemokratisch weil es den pluralistischen grundcharakter der demokratie aushebelt.

vielleicht stört die wähler auch der umstand, dass die linke beinahe jedes thema zu einer grundsatzfrage hochstilisiert. ich glaube die wähler erwarten sich dass detailprobleme gelöst werden und nicht dass über jeden gartenzwerg eine gesellschaftsdebatte eröffnet wird.

Horst Fiedler
 
10
15.7.2009, 16:55
Selektive Wahrnehmung

Da hat wohl das Phänomen der "selektiven Wahrnehmung" zugeschlagen. Genau darauf beruht auch das von Misik angesprochene Blockwartdenken das von den populistischen Journalisten (die sind oft noch selbstverliebter als Politiker oder Blogger) ausgenutzt wird. Dass der Mechanismus wirkt ist auch an der positiven Bewertung obigen Beitrags, der arrogangter ist als alle Misik-Folgen zusammen, erkennbar.

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