Präsident vereidigte neuen Premier

12. Juli 2009, 09:10

Vorgänger trat nach schweren Ureinwohner-Unruhen zurück

Lima - Gut einen Monat nach den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Ureinwohnern in Peru hat Präsident Alan Garcia einen neuen Premier vereidigt. Garcia nahm am Samstag (Ortszeit) in Lima dem bisherigen Parlamentspräsidenten Javier Verlasquez Quesquen den Amtseid ab. Der 49-jährige Parteifreund von Garcia folgt Yehude Simon nach, der kurz nach den gewalttätigen Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Indios und der Polizei am 5. Juni mit mehr als 30 Toten seinen Rücktritt in Aussicht gestellt hatte.

"Jetzt erwartet das Land Ordnung und soziale Einbindung, und ich bin überzeugt, dass das Kabinett von Verlasquez Quesquen diese Ziele erfüllen wird und dem Land Vertrauen und Optimismus zurückgibt", sagte Garcia kurz vor der Vereidigung.

Velasquez ist der dritte peruanische Kabinettschef innerhalb von drei Jahren. Garcia hatte vergangenes Jahr den linksgerichteten Simon diesen Posten übertragen, um seiner liberalen Wirtschaftspolitik ein "soziales Gesicht" zu geben. Dass der Präsident, der in Peru de facto zugleich auch Regierungschef ist, nun seinen loyalen Gefolgsmann Velasquez zum Premier machte, deutet darauf hin, dass er die Regierung bis zum Ende seiner Amtszeit 2011 stärker kontrollieren will.

Unruhen

Velasquez' Vorgänger Simon hatte mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus den schwersten Unruhen in Peru seit fast 20 Jahren gezogen. Bei Protesten gegen umstrittene Dekrete der Regierung zur Ressourcen-Nutzung im Amazonas-Regenwald waren Anfang Juni nach offiziellen Angaben im Norden des Landes mindestens 34 Menschen, darunter 25 Polizisten und neun Ureinwohner, ums Leben gekommen. (APA)

Ernst Guevara
01
13.7.2009, 09:25
yehude simon

war der einzige in der regierung, der den rassismus gegenüber den indigenas und die dialogverweigerung der regierung kritisierte. er gestand als einziger fehler ein. nun tritt ausgerechnet simon nach dem massaker an den indigenas zurück. einerseits ein konsequenter schritt und ein ausdruck von glaubwürdigkeit, andererseits schade, denn damit tritt wohl der einzige seriöse politiker dieser regierung zurück. nicht simon, sondern der antidemokrat garcia und die innenministerin hätten nach dem massaker zurücktreten müssen.

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