Verbotene "Ungarische Garde" will als "Volksbewegung" aktiv bleiben
Budapest - Die Demonstration der ungarischen "Jobbik"-Bewegung am Samstag auf dem Budapester Freiheitsplatz ist am Abend ohne die befürchteten Zwischenfälle zu Ende gegangen. Rund 2.000 Menschen hatten sich versammelt, unter ihnen auch viele uniformierte Mitglieder der inzwischen gerichtlich verbotenen paramilitärischen Vereinigung "Ungarische Garde". Am Samstagvormittag hatten Antifaschisten auf dem Freiheitsplatz gegen die Garde demonstriert und Blumen am Denkmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten niedergelegt.
Auf der Jobbik-Kundgebung erklärte deren Vorsitzender Gabor Vona, die "Garde" werde weiter als eine Volksbewegung tätig sein, die gerichtlich nicht verboten werden könnte. Laut Vona bereitet sich seine Jobbik auf "die Regierungsrolle vor".
Wenn die Partei bei den kommenden Parlamentswahlen den Einzug ins Parlament schaffe, dann würden ihre Abgeordneten auf der ersten Parlamentssitzung in der Garde-Uniform erscheinen. Nicht die "Ungarische Garde" mit ihren schwarzen Uniformen würde "Ängste in der Bevölkerung schüren, sondern Zigeunerkriminelle, multinationale Firmen, die israelischen Aufkäufer und die Regierung", behauptete Vona.
Viele der Teilnehmer der Demonstration hatten am Nachmittag an der Kundgebung auf dem Elisabeth-Platz teilgenommen, die von der rechtsextremen Jugendbewegung "64 Burgbezirke" organisiert wurde und zu der laut Medienberichten 200 bis 300 Menschen eingetroffen waren. Hier wurde zur Solidarität mit einem der Führer der rechtsextremen Szene, György Budahazy, aufgerufen. Budahazy war Ende Juni wegen des Verdachts der Vorbereitung einer Terrorhandlung verhaftet worden.
Wie die Ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete, verweilten am Abend noch einige hundert Demonstranten auf dem Freiheitsplatz. Nur einige Dutzend Polizisten zeigten demnach Präsenz. (APA)