Reform der Hungerhilfe

Wenn's nur wahr wäre

10. Juli 2009, 19:22

Den G-8 schlägt zu Recht Argwohn entgegen - Von András Szigetvari

Dass die Industrieländer bei der internationalen Armutsbekämpfung auch ihre eigenen Interessen verfolgen, ist nicht verwerflich. Zum Problem wird diese Vermengung erst, wenn die Balance verlorengeht. Beim Kampf gegen den Hunger ist das ganz klar der Fall. Die westlichen Staaten, allen voran die USA, kaufen ihren Bauern jährlich große Mengen an überschüssiger Ernte ab. Reis, Weizen und Mais werden dann in Hungergebiete verschifft. Manchmal ist diese Hilfe lebensnotwendig, manchmal aber einfach nur versteckte Agrarsubvention. Nach einer Initiative von US-Präsident Barack Obama wollen die G-8 diese Praxis nun eindämmen, und das wäre ein großer Fortschritt.

Die G-8 haben damit die Forderung zahlreicher NGOs aufgegriffen. Gestärkt werden müssen nämlich die lokalen Bauern und die lokalen Produktionsmöglichkeiten, die G-8 wollen dafür in den kommenden drei Jahren 20 Milliarden Dollar ausgeben. Dass ein großer Teil dieser Summe durch reine Umschichtungen der Hilfsbudgets aufgebracht wird, ist noch keine Katastrophe. Denn zuletzt erhielt Afrika, Lateinamerika und Asien pro Jahr nicht einmal ein Viertel dieser Summe zur Stärkung der lokalen Landwirtschaft.

Das Kernproblem ist, dass den G-8 zu Recht Argwohn entgegenschlägt. 2005 versprachen sie eine Verdoppelung ihrer Entwicklungshilfe bis 2010. Die Summe stagniert bis heute. Obama kann in L'Aquila auch viel versprechen, für einen Beschluss braucht er in Washington die Stimmen der Senatoren aus den ländlichen Staaten. Und Entwicklungshelfer gegen die Agrarlobby war bisher stets ein einseitiges Match.(DER STANDARD, Printausgabe, 11./12.7.2009)

 

 

caranx
54
11.7.2009, 13:57
Ja, wenns nur wahr wäre was der schreibt.

Die Wahrheit ist nämlich das Problem.
Das beginnt damit, unterschwellig der Kolonialzeit die Schuld am Elend zuzuschieben. Das entbehrt jeder Grundlage (siehe Indien, Brasilien etc.)
Wo sind denn die Hungerkatastrophen in Asien oder Latein-Amerika? Wir reden wohl von Afrika. Grundlage einer wirtschaftl.Entwicklung ist immer die Fähigkeit einigermaßen funktionierende Staatswesen zu entwickeln. Wenn nicht, dann muß man von Unfähigkeit sprechen. Schickt man in Hungergebiete Nahrungsmittel anstatt sie zu vernichten, ists auch wieder nicht Recht.
Da bei der G8 z.B. den Grund der Probleme zu suchen, ignoriert die Wahrheit.
Daß Afrika zugleich der Kontinent mit dem größten Bevölkerungszuwachs ist, sagt eigentlich schon alles.

Easy Rider89
00
14.7.2009, 13:58
...

...
4) Afrika Unfähigkeit zuzusprechen, ein Staatswesen aufzubauen ist wohl an unreflektierten Eurozentrismus nicht zu überbieten! Bitte tu mir den gefallen und informier dich über Staatsbildung in Afrika und unter anderem über die Rolle der "fähigen" Europäer, damit dir nicht nochmal so ein unüberlegtes und von Unwissenheit verseuchtes Post entweicht.

5) Die jetztigen Politiker der G8 sind zwar nicht der Grund der probleme- führen das auf Unterdrückung und Ausbeutung basierende System mit großen Enthusiasmus unbeirrt weiter.

6) Ein Zusammenhang zwischen Bevölkerungszuwachs und Armut ist nicht wissenschaftlich belegt und sagt gar NICHTS!

Easy Rider89
00
14.7.2009, 13:51
Wenn nur annähernd wahr wäre was du hier schreibst...

1. Ist die Kolonialzeit Hauptverantwortlich für das Elend. Was du dezent zu ignorieren versuchst ist, das das koloniale System noch immer vorherrscht- durch die "indirekte" Kontrolle durch Finanzinstitutionen (IWF, WB)

2. Kann man die kolonialen Systeme untereinander nicht vergleichen- schon gar nicht verschiedene Kontinente. Davon abgesehen, dass die lateinamerikanischen Länder schon längst Unabhängig waren, als Afrika erst kolonisiert wurde.

3. Gibt es auch in LA genügend Menschen, die in Armut leben und hunger leiden müssen. Theoretisch müsste auch in Afrika niemand Hunger leiden- das ist eine Verteilungsfrage.

...

dasandere
00
12.7.2009, 18:12
Vielleicht

beschäftigen Sie sich, oder Du dich, mal ein bisschen eingehender mit der - europäischen - Staatswerdung, und dann überleg noch mal reiflicher, wie man diese distinkte Idee anderen am besten oktroyiert, danke.

dasandere
04
11.7.2009, 01:00
Man

könnte auch etwas tief gehender berichten, wie die USA ihre GMO's "exportieren", um bei den "armen Empfängern" für alle Zeit Landwirtschaft zu verunmöglichen - es ist bereits vielerorts zu spät!!

Let's agree not to agree
02
10.7.2009, 22:52
So wird das nichts

G8, G5, G20 und wie sie alle heißen; in Wirklichkeit ist das eine Konkurrenzveranstaltung zur UNO bei der die Nationalen sich sicher sein können, dass ihnen niemand dreinredet. Das Problem ist, dass die Einzelstaaten die dringendsten Probleme der Welt nicht lösen können...

Fisch^^Fisch
00
11.7.2009, 14:53

Das ist einfach viel ehrlicher als die UNO. Schließlich lügt sich da keiner was vor, dass kleine Staaten etwas zu melden hätten.

caranx
02
11.7.2009, 14:02
"dass die Einzelstaaten die dringendsten Probleme der Welt nicht lösen können"

Wieder so eine Pseudologik.
Natürlich können sie nicht die Probleme der Welt lösen. Aber sie müssen die Grundlagen für die Lösung ihrer eigenen Probleme schaffen, als da sind Überbevölkerung, Bildung, Organisation, Korruption.
Das kann ihnen niemand abnehmen und ohne diese Grundlagen geht gar nichts.

Kontra
03
11.7.2009, 10:44

..als ob die UNO für alles die Lösung wäre. Ich bin im Gegenteil der Meinung dass Politiker, die miteinander reden nicht aufeinander schießen. Also laßt sie doch reden, manchmal kommt nix raus, manchmal in bisl was.

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