Nur wenige Clowns pilgerten in die Abruzzen-Stadt
Wien - Zehntausende Demonstranten, die auf den Tagungsort zumarschieren, mit Wasserpistolen bewaffnete Clowns, die gegen die drakonischen Sicherheitsmaßnahmen protestieren: Das war einmal. Die Proteste gegen den G-8-Gipfel waren rar und im Vergleich zu vergangenen Jahren schlecht besucht. In Rom kamen vor Gipfelbeginn nur einige hundert Demonstranten zu einem Anti-G-8-Protest, eine Demo am Freitag in L'Aquila fiel kleiner als erwartet aus.
Von einer generellen Schwächung der globalisierungskritischen Bewegung will David Walch, Sprecher von Attac Österreich, aber nicht sprechen. Die G-8 haben an Bedeutung verloren, die Kritiker konzentrieren sich bereits auf den G-20-Gipfel im September in Pittsburgh, sagt Walch.
Schwergetan haben sich die Gipfelgegner aber auch im Umgang mit dem Austragungsort: Viele Organisationen verzichteten auf Protest in der Nähe der Ruinenstadt und überließen das Feld den Anwohnern von L'Aquila, die mehr Aufbauhilfe nach der Erdbebenkatastrophe verlangten ("Yes we camp"). Hinzu kommt schließlich ein weiterer lokaler Faktor: die Schwäche der italienischen Linken. Im Gegensatz zu früheren Gipfeln gab es diesmal keine einheitliche Protestmobilisierung. (szi/DER STANDARD, Printausgabe, 11./12.7.2009))