Zet-Vorstandsvorsitzender fordert zentrale Tierversuchsdatenbank
Wien - Die Zahl der Tierversuche in Österreich hat sich deutlich
erhöht. Wie aus der vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung veröffentlichten
Tierversuchsstatistik 2008 hervorgeht, wurden im Vorjahr 220.456 Tiere in
Experimenten verwendet, das sind um 11,4 Prozent mehr als 2007 (197.867 Versuchstiere). In den
vergangenen Jahren ist die Zahl der Versuchstiere stetig gestiegen, 1999 lag sie
noch bei 129.644.
Bereiche
Die meisten Tiere wurden für "Forschung und Entwicklung für Produkte und
Geräte der Human-, Zahn- und Vetrinärmedizin" (83.174, minus 11,9 Prozent
gegenüber 2007), die "Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten und
Geräten der Human- und Zahnmedizin" (70.428, plus 42,4 Prozent) und für
"Biologische Untersuchungen im Bereich der Grundlagenforschung (54.423, plus
27,8 Prozent) verwendet.
Der Großteil (177.544 bzw. 80 Prozent) der verwendeten Tiere waren Mäuse,
gefolgt von Kaninchen (18.761) und Ratten (9.928). Rund 69.000 der Versuchstiere stammten aus registrierten Zucht- und Liefereinrichtungen, 146.000 aus
"anderen Quellen" innerhalb der EU.
Zentrale Tierversuchsdatenbank gefordert
Das Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen (zet)
forderte kürzlich von der Politik, mehr Förderprogramme für Alternativmethoden
zu bewilligen. Zet-Vorstandsvorsitzender Harald Schöffl kritisierte, dass nach
wie vor keine zentrale Tierversuchsdatenbank geschaffen wurde, in der alle in
Österreich genehmigten und durchgeführten Tierversuche erfasst werden.
Doppelversuche könnten nicht ausgeschlossen werden und seien sogar "sehr
wahrscheinlich, da in Österreich 13 verschiedene Stellen für die Genehmigung von
Tierversuchen zuständig sind", so Schöffl.
Für Gerda Matias, Präsidentin des
"Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner" (IBT), sind diese Zahlen "eine
Schande für die Politik, die zuständigen Behörden und die tiergestützte
Wissenschaft". (APA/red)