Krise ist gut für das Klima

CO2-Niveau reduziert sich

10. Juli 2009, 18:13

Wifo warnt vor neuerlichem Anstieg nach der Rezession

Wien - "Die Krise löst das Problem nicht, sie verschiebt es nur." So kommentiert Karl Aiginger, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), die am Freitag vorgestellte Studie über Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Energieverbrauch und CO2-Emissionen.

Diese gibt auf den ersten Blick Grund zur Freude: Bedingt durch ein niedrigeres Produktionsniveau während der Krise sollen 2010 um zehn Prozent weniger Energie verbraucht und neun Prozent weniger CO2 emittiert werden. Doch ist der Konjunkturmotor erst wieder angesprungen, finden auch die CO2-Emissionen schnell zu ihrem alten - hohen - Niveau zurück. Verhindert werden könne dies allein durch einen Strukturwandel im Wirtschaftssystem: Das System müsse, so Wifo-Expertin Ina Meyer, zukünftig stärker darauf ausgerichtet sein, ohne fossile Energiequellen auszukommen. Daher sei unabdingbar, dass staatliche Mittel zur Konjunkturbelebung auch stärker für Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz verwendet werden.

"Thermische Sanierung weiter fördern"

Die Maßnahmen der Politik würden nicht reichen, das Klimaschutzziel - 20 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2020 - zu erreichen. Der "grüne" Anteil an den österreichischen Konjunkturpaketen betrage fünf Prozent; rechnet man die Investitionen in thermische Sanierungsmaßnahmen der Bundesimmobiliengesellschaft mit ein, komme man auf elf Prozent. Das sei "absolut gesehen nicht viel, und auch nicht im internationalen Vergleich", so Aiginger.

Er plädiert dafür, die thermische Sanierung von Wohnhäusern weiterhin zu fördern. Die Maßnahme ist am 6. Juli ausgelaufen. Forschung im Bereich der Umwelttechnologie solle ebenso gefördert werden: Sie sei nicht nur gut fürs Klima, sondern auch eine veritable "Exportchance" für Österreich. In arabischen und östlichen Ländern sei die Nachfrage groß. (juke, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.7.2009)

 

Andreas Bogeschdorfer
05
10.7.2009, 20:03
Die Ausreden werden zunehmend peinlicher.

Wenn jetzt schon Wirtschaftsexperten, die Erneuerbare lange vernachlässigt haben, solche Vorschläge machen, werden die Ausreden für Nichthandeln immer peinlicher und unglaubwürdiger.

Wir sollten uns ein Beispiel an der Eisenbahn nehmen: Zur Zeit des Aufbaus wurden teilweise bist zu 10% des Bruttoinlandsproduktes aufgebracht. Bei einer ökologisch, sozial und friedenspolitisch so drängenden Aufgabe wie dem Umbau des Energiefundaments sind die Argumente für eine Kraftanstrengung umso schlagender.

I bis
18
10.7.2009, 19:09
Wir brauchen eine ökologische Steuerreform!


Eine radikale Verlagerung der Steuerlast vom Faktor Arbeit auf Umweltverbrauch (fossile Brennstoffe, mineralische Rohstoffe, Flächenversiegelung, Emissionen ...) würde viele Probleme wie Schnee in der Sonne schmelzen lassen.

Denn Steuern auf Arbeit verursachen Einsparung von Arbeit = Arbeitslosigkeit. Noch dazu gibt es für Steuern auf Arbeit keinen einzigen nachvollziehbaren Grund außer Geldbeschaffung.

Steuern auf Verschmutzung und Ressourcenverbrauch führen zu saubererer Umwelt und sparsamem Umgang mit Ressourcen. Gerade begrenzte Ressourcen kann man als Allgemeingut ansehen, dafür etwas zu verlangen wäre nur logisch.

Unser bestehendes Steuersystem ist kompliziert und völlig absurd - und es produziert Arbeitslose statt Umweltschutz.

das ist fix
10
30.7.2009, 12:34


Keine neuen Steuern!
Keine Steuererhöhungen!

- auch nicht unter dem
Deckmantel ÖKO/GRÜN/CO2/KLIMA etc.

In den letzten Jahren wurden immer nur neue/höhere Steuern eingeführt, der Faktor Arbeit wurde jedoch nicht entlastet.

Idefix der zweite
 
00

Dass der Faktor Arbeit nicht entlastet wurde ist richtig, und es ist unvorstellbar dumm von unseren Feymanns und Prölls, in der Richtung nichts zu unternehmen (leider nicht die einzige Dummheit).

Dass aber, wollte man den Faktor Arbeit ernsthaft entlasten, das Geld irgendwoher genommen werden muss, und deshalb neue - andere - Steuern nötig sind, ist aber schwer zu bestreiten (wenn man von grundlegend anderen, leider in der Praxis nicht durchsetzbaren Modellen wie Joytopia abgesieht).

Ein Problem bei diesen "Lenkungssteuern" ist allerdings, dass das Aufkommen umso geringer wird, je erfolgreicher die "Lenkung" ist, sodass der Staat letztlich gar kein Interesse an einem überbordenden Erfolg hat, weil ihm sonst die Einnahmen fehlen.

roland geheim
00
10.7.2009, 15:21
na bitte...

dank der enormen 'anstrengungen' der oberen 10000 schaffen wir vielleicht doch noch die kyoto-ziele...


nur meine meinung

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