Bald leben sieben Milliarden Menschen auf der Erde

10. Juli 2009, 13:29

Das Bevölkerungswachstum hemmt die Entwicklung armer Länder - einzig Europas Bevölkerung dürfte schrumpfen

Wiesbaden - Schon in gut zwei Jahren werden mehr als sieben Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Im Moment leben rund 6,8 Milliarden Menschen auf der Erde, wie aus den jüngsten Projektionen der Vereinten Nationen (UN) hervorgeht, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden (Deutschland) zum Weltbevölkerungstag (11. Juli) veröffentlichte. Bis 2050 wird Schätzungen zufolge die Weltbevölkerung auf mehr als 9,1 Milliarden Menschen anwachsen.

Insgesamt verläuft das Wachstum derzeit langsamer als in den vergangenen Jahrzehnten, wie die Statistiker erklärten. Zudem seien die Entwicklungen in den verschiedenen Weltregionen unterschiedlich. Der Schätzung zufolge wird die Bevölkerung Afrikas am stärksten wachsen und sich trotz regional hoher Aids-Raten zwischen 2010 und 2050 von 1,03 Milliarden auf 2 Milliarden fast verdoppeln. Ihr Anteil an der Weltbevölkerung wird im gleichen Zeitraum von 15 Prozent auf 21,8 Prozent zunehmen.

Europa

Dagegen wird der Anteil der Europäer, der 1950 noch 21,6 Prozent betrug, der Schätzung zufolge bis 2010 auf 10,6 Prozent und bis 2050 auf 7,6 Prozent gesunken sein. In Europa lebten Mitte des vergangenen Jahrhunderts 547 Millionen Menschen. 2010 werden es laut UN-Schätzung rund 733 Millionen und 2050 nur noch 691 Millionen sein. Europa sei damit der einzige Kontinent, für den in Zukunft mit einer schrumpfenden Bevölkerung gerechnet werde, erklärten die Statistiker.

Indien und China

Der Vorausberechnung zufolge wird Indien nach 2025 China als bevölkerungsreichstes Land ablösen. Während für China für 2010 eine Einwohnerzahl von rund 1,35 Milliarden erwartet wird, schätzen die UN die indische Bevölkerung noch um 140 Millionen kleiner ein. Im Jahr 2050 aber werden der Schätzung zufolge rund 1,42 Milliarden Menschen in China und rund 1,61 Milliarden Menschen in Indien leben.

Entwicklungsländer

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) verwies darauf, dass die Bevölkerung jedes Jahr um 80 Millionen Menschen wachse. Die Hauptlast dieser rasanten Bevölkerungszunahme trügen die Entwicklungsländer, wo die Zahl der Menschen bis zum Jahr 2050 um 2,3 Milliarden wachsen werde - von heute 5,6 Milliarden auf voraussichtlich 7,9 Milliarden. Damit werde sich der Druck auf die Gesundheits- und Bildungssysteme sowie die angespannte Ernährungslage in diesen Ländern erheblich erhöhen.

"Eine zentrale Ursache für das anhaltende Bevölkerungswachstum in armen Ländern ist der fehlende Zugang zu Familienplanung, insbesondere zu modernen Verhütungsmitteln", erklärte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr und fügte hinzu: "Wenn wir Armut und Hunger verringern wollen, müssen Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsfürsorge für Frauen stärker gefördert werden."

Denn die Entscheidung von Frauen über die Anzahl ihrer Kinder habe unmittelbare Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum von Ländern und damit auch auf deren ökonomische Entwicklung. Gleichzeitig seien Investitionen in Familienplanung wirtschaftlich sinnvoll: "Jeder Euro, der in Familienplanung investiert wird, spart bis zu 31 Euro für die Bereitstellung von sozialen Dienstleistungen wie Bildung, Abwassersysteme und Wohnraum", erklärte Bähr. (APA/AP)

Links

Statistisches Bundesamt Deutschland: Bald sieben Milliarden Menschen auf der Erde

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung: Bevölkerungswachstum hemmt Entwicklung armer Länder

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Posting 1 bis 25 von 35
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Gaußig
00
14.7.2009, 18:23
Der Bevölkerungs-Zuwachs kann durch das Wachsdumm des Universums nicht ausgeglichen werden;-)

an kog
00
13.7.2009, 10:41

So lange Kinder die einzige Altersvorsorge und soziale Absicherung sind, könnt ihr den Leuten tonnenweise Verhütungsmittel in die Hand drücken und es nutzt nichts.

equality
00
14.7.2009, 11:32

auch meinen meinung.
je höher der lebensstandard desto niedriger das bevölkerungswachstum

Fritz Wunderlich
00
27.7.2009, 13:35

monokausal

Hümmgor II.
10
13.7.2009, 00:20

die wlet reguliert sich selbst und wenns zuviel mensch gibt, dann wird reduziert....

JueZ
52
10.7.2009, 22:21

Wieso wir immer alles regulieren müssen ... sollen sie doch so viele Kinder bekommen, wir Europäer weniger usw.. Ist doch die natürlichste Sache der Welt und war auch immer schon so.

Nur weil wir jetzt der Meinung sind, große Familien sind nicht "richtig" oder "gut"?

Allt sem ég fæ í dag, farið burt á morgun
64
11.7.2009, 12:30

leute wie sie, sind das beste argument FÜR den einsatz von verhütungsmitteln!

equality
00
14.7.2009, 11:34

wenn dann trifft das meiner meinung nach eher auf sie zu, obwohl ich so einen schwachsinn nie posten würde.

birka
07
11.7.2009, 10:19

Das Problem ist dass sich immer mehr Menschen eine beschränkte Menge an Ressourcen teilen müssen. Wenn man im reichen Europa wohnt ist das vielleicht nicht das erste woran man denkt, weil wir können uns auf dem Weltmarkt kaufen was wir brauchen

ihlgbn
00
11.7.2009, 09:38

Eigentlich waren auch bis ins 20. Jhd Kriege und Hungerskatastrophen die natürlichste Sache der Welt.

Schedl1
03
11.7.2009, 07:00

prinzipiell ist nichts gegen große familien einzuwenden. Kritisch wird es halt dann, wenn irgendwann einmal der punkt beim bevölerungswachstum erreicht ist, dass es sich mit den ressourcen nicht mehr ausgeht. schon letztes jahr konnte man sehen, dass auf einmal getreide ziemlich schnell teurer wurde. würde die ganze welt nach westlichen standards leben (und das wollen früher oder später alle), bräuchten wir schon eine 2te erde...

Zenon
01
12.7.2009, 11:13

Würde die ganze Welt nach westlichen Standards leben, gebe es keine Bevölkerungsexplosion!

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
00
13.7.2009, 22:41

Aber viele Explosionen anderer Art.

Alter Knacker
00
11.7.2009, 02:11

es ist ja so, man kann nur entweder Kinder haben oder materielle Güter. Anzahl der Menschen mal Masse der Gegenstände pro Kopf ist eine begrenzte Zahl. Weil sonst buddeln wir die gesamte Erdkruste ab. Die werden alle noch drauf kommen.

Zenon
10
10.7.2009, 23:52

Nein, nicht weil wir was gegen Großfamilien haben, sondern weil wir nicht akzeptieren, dass woanders Leute verhungern oder sich im Streit um die knappen Ressourcen gegenseitig umbringen. Weniger altruistisch ist die Begründung mit der Migrationsproblematik.

Dazu kommen noch die ökologischen Probleme. Die CO2-Emissionen nehmen in der sog. dritten Welt viel stärker zu als "bei uns".

peter schmidt
 
02
10.7.2009, 21:55
noch in den 7oigern waren die schätzungen dramatisch höher

das bevölkerungswachstumg ist ja schon stark gesunken.

bald hat auch asien den demographischen übergang geschafft. china, thailand z.b. haben auch nur noch rund 2.0 kinder pro frau.

byron sully
01
11.7.2009, 14:16
seh ich ähnlich,

hab z.b. zuhaus einen artikel von robert jungk von 1983, in dem er von der möglichkeit von bis zu 48 milliarden menschen im jahr 2100 spricht (allerdings auch andere mögliche varianten mit 6, 10 und 14 milliarden erwähnt).

es stimmt, die weltbevölkerung steigt etwas langsamer als befürchtet - und ich kann mir gut vorstellen, daß sie ab ca. 2050 sogar zu sinken beginnen könnte.

(ich verurteile dennoch die chinesischen zwangsmaßnahmen klar, solche übergänge sollten durch aufklärung und nicht durch zwang geschehen)

peter schmidt
 
10
11.7.2009, 14:45
Ich habe unlängst einen unterhaltungsroman von

isaac asimov aus den 50igern gelesen.

und asimov der ja sehr gebildet war ging z.b. ganz klar davon aus das eine erde mit 5 milliarden menschen sich selbst unmöglich ernähren kann.

also manches ist dann doch etwas übertrieben an ängsten.

Linksdrehende Milchsäurebakterie
00
11.7.2009, 21:09
Ich habe da anderes gehört!

Wie viele Kinder verhungern pro Minute?

Hümmgor II.
01
13.7.2009, 00:21

weils nicht genug gibt hahahahhaah

es gäb erst gar nicht soviele leute, wenn damals nciht die halbe welt kolonialisiert worden wäre... das ist wohl die konsequenz draus....

Andreas Bogeschdorfer
04
10.7.2009, 20:19
...der fehlende Zugang zu Familienplanung

..dieser Faktor wird überschätzt. Reproduktionsstatistiken zeigen deutlich: Wohlstand senkt das Wachstum. Armutbekämpfung ist das wirksamste Mittel gegen Bevölkerungswachstum. Erst das WAchstum stoppen zu wollen um dann den Hunger bekämpfen zu wollen, ist als wolle man vor der Saat ernten.

Cogito Ergo Dumm
02
11.7.2009, 08:14
Beides geht Hand in Hand

Durch Armutsbekämpfung schaffe ich die Grundlage, dass die Kinder zur Schule gehen können und Bildung erfahren, dadurch besser bezahlte Jobs nehmen (wenn vorhanden), mehr verdienen, dann weniger Kinder zeugen (müssen), weil durch die Medizin deren Überlebensrate höher ist, besseres Wissen um Familienplanung haben und auch finanziell Zugang dazu haben (Pille, Kondome etc.).
Aber es nützt nichts, in Bildung zu investieren, wenn gleichzeitig keine Jobs vorhanden sind, die die Ausgebildeten erhalten können (Stichwort: Taxifahrer mit Doktortitel).

Zenon
13
10.7.2009, 21:13

Können die Statistiken wirklich Ursache und Wirkung unterscheiden? Ich halte es für sehr plausibel, dass der Wohlstand eine Folge des geringen Bevölkerungswachstums ist. Andererseits denke ich auch, dass es nicht nur beim Zugang zu Familienplanung hapert sondern beim Willen, diese einzusetzen.

Andreas Bogeschdorfer
21
10.7.2009, 21:25
WEnn ich Wirkung und Ursache verwechsle, woher kommt dann die niedrige Wachstunmsrate?

Die Bevölkerungsraten in Europa und Amerika sind nicht erst mit Aufkommen der Verhütungsmittle gesunken. Warum außerdem sollte geringes Wachstum automatisch Wohlstand bedeuten? Wenn schon, dann ist die Bevölkerungsdichte ausschlaggebend. Warum aber ist dann das bevölkerungsreichste Land der Erde, Kalifornien, so wohlhabend?

Warum führt Wohlstand zu geringerem Wachstum?
Weil verfügbare technische Energie viel Arbeitskraft von Menschen ersetzen kann. Nachwuchs zur Sicherung der Familienversorgung ist dann verzichtbar.

Außerdem ist es eine Mär, dass in Entwicklungsländer keine Verhütungsmethoden bekannt seien. Diese sind vielleicht weniger sicher, aber nicht wirkungslos. Richtig: Sie werden nicht eingesetzt - Begründung siehe Absatz 2

H Huber
03
11.7.2009, 11:49

Kalifornien ist weder absolut, noch auf die Fläche bezogen das bevölkerungsreichtste „Land“ der Welt. Hat sogar deutlich weniger Einwohner pro km² als Österreich.

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