Carlos Santana rümpft die Nase über Musik aus Computer

10. Juli 2009, 12:54
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"In den 60ern benutzten wir unsere eigene Fantasie" - "Eine Menge selbst ernannter Musiker wissen heute nicht, wie man richtig auf Instrumenten spielt"

Gitarren-Legende Carlos Santana beschimpft mit dem Computer arbeitende Musiker als fantasielose Handwerker. "Heute gibt es Klempner und Elektriker, die Musik machen, weil sie einen Computer bedienen können. Eine Menge selbst ernannter Musiker wissen heute nicht, wie man richtig auf Instrumenten spielt, weil sie kein musikalisches Gehör haben", sagte der 61-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Ein Computer kann nicht Ewigkeit und Genialität, Tränen und Freude bemessen"

Musiker von heute könnten nur "eine Tastatur bedienen und ein teures Computerprogramm Ideen entwickeln lassen. In den 60ern benutzten wir unsere eigene Fantasie, heute werden lauter Hilfsinstrumente eingesetzt." Er selbst könne mit Computern nicht viel anfangen, sagte Santana. "Ein Computer kann nicht Ewigkeit und Genialität, Tränen und Freude bemessen. Er ist nur ein Vehikel, mit dem man leider sehr weit kommen kann."

Die "wahren" Musiker der 60er seien auch heute noch wichtig, betonte der Gitarrist und nannte Jimi Hendrix, Led Zeppelin, The Doors und seine eigene Band. "Metallica zähle ich übrigens zu den letzten Bands, die richtig gut spielen können und auf ihre Weise ebenfalls Wegweiser waren", fügte er hinzu.

Niemals habe ich in diesen Kategorien gedacht!

Die guten Musiker haben nach dem Verständnis von Carlos Santana auch eine Botschaft: "Meine Botschaft heißt nicht Showbusiness, auch nicht Unterhaltung. Niemals habe ich in diesen Kategorien gedacht! Es geht um Größeres, um Einigkeit und Harmonie, Frieden und Liebe überall auf der Welt. Es geht um Spiritualität, um Demut, Gnade, Schönheit und Klarheit."

Seine Konzerte in Deutschland will Santana, der am 20. Juli seinen 62. Geburtstag feiert, auch wieder zum Sightseeing nutzen: "In Deutschland erlaube ich mir immer den Spaß, anonym durch die Straßen zu spazieren und mir die vielen Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Dort erkennt man mich nicht so schnell." (APA/AP)

 

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