Uni- gegenüber FH-Absolventen im Vorteil

10. Juli 2009, 15:33
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    foto: apa/fh technikum wien

    Abgänger von Fachhochschulen konkurrieren in technischen Branchen nicht nur mit Uni-Absolventen sondern auch HTL-Schülern.

FH-Absolventen technisch-naturwissenschaftlicher Studienrichtungen sind unzufriedener mit Studium und Jobchancen als ihre Uni-Kollegen

Österreichs Uni-Absolventen technisch naturwissenschaftlicher Studienrichtungen können sich glücklich schätzen. In Zeiten prekärer Arbeitsverhältnisse und der unsicheren Wirtschaftslage haben sie vergleichsweise gute Jobchancen und sind auch im Nachhinein noch mit ihrer Studienwahl zufrieden. Das weist nun auch eine Studie des abif (analyse, beratung und interdisziplinäre forschung) im Auftrag des Wissenschaftsministerium (BMWF) aus.

974 Uni-AbsolventInnen der Studienrichtungen (Technische) Mathematik, (Technische) Physik, (Technische) Chemie, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Maschinenbau sowie 25 Experten aus diesen Bereichen gaben Auskunft über die Berufsfindung und Beschäftigungschancen von AkademikerInnen.

Mehr als drei Viertel gaben an, dass sie keine Schwierigkeiten bei der Stellensuche gehabt hätten - wobei Technik-Studierenden dies noch leichter fiel als NaturwissenschafterInnen. Über 90 Prozent der AbsolventInnen aller Studienrichtungen waren zum Zeitpunkt der Befragung als Angestellte/r beschäftigt. Am besten verdienen Maschinenbauer: sie können bis zu 40,70 Euro netto in der Stunde erhalten.

Spezialisierung an FH als Nachteil

Vergleicht man die Angaben der Uni-Absolventen mit jenen der FH-AbsolventInnen (aus einer Studie im Auftrag des AMS) wird klar, dass die Fachhochschulen oft doch nicht das halten, was sie in Bezug auf Jobchancen und Gehalt versprechen. FH-Studierende der Studienrichtungen Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Maschinenbau haben tendenziell mehr Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt unterzukommen als ihre Kollegen an der Uni. Das liegt vor allem daran, dass die Spezialisierung während des Studiums auch ein Nachteil sein kann. Vielen fehlt danach der Blick über den Tellerrand, weshalb vor allem im Bereich der Forschung Uni-Absolventen den Vorzug genießen, heißt es in der Studie. Von Unternehmen würden Uni-AbsolventInnen auch die besseren Karrieraussichten und Entwicklungsmöglichkeiten attestiert.

Ein Umstand, den die FH-Absolventen auch selbst zu spüren bekommen. Viele fühlen sich in ihren Karrieremöglichkeiten mittlerweile eingeschränkt, obwohl gerade die guten Berufsaussichten und die gut bezahlte Erwerbstätigkeit ein entscheidender Faktor für die Wahl des Fachhochschul-Studiums war. Daraus resultierend sind FH-AbsolventInnen mit ihrem Studium weniger zufrieden. Einige von ihnen würden rückblickend lieber ein Universitätsstudium absolviert haben.

HTL konkurriert mit FH

Trotz allem seien die Unterschiede an den Unis und Fachhochschulen dann aber doch nicht so gravierend. "Die Zufriedenheit ist generell auf einem hohen Niveau. Es gibt hier keine Differenzen von zwanzig Prozent", heißt es dazu aus dem Wissenschaftsministerium. Die technischen Studienrichtungen seien außerdem gesondert zu betrachten. Hier ergebe sich nämlich ein Spannungsfeld zwischen HTL, Fachhochschulen und Universitäten. "Abgänger von einer HTL haben den Vorteil, dass sie noch sehr jung sind. Uni-Absolventen sind breiter aufgestellt. Die Fachhochschulen liegen hier dazwischen", sagt Nikola Donig, Sprecher des Wissenschaftsministeriums im Gespräch mit derStandard.at.

Zu wenig Kinderbetreuungsstätten

Keine starken Veränderungen über die letzten Jahre gibt es bei der Anzahl weiblicher Absolventinnen an technischen Unis. Gründe dafür sind bei den nach wie vor vorherrschenden Geschlechterrollen zu finden, die technische Kompetenz eher als Teil männlicher Identität sehen. "Das geringe Interesse an Technik oder den Naturwissenschaften unter Frauen ist teilweise anerzogen", erklärt Projektleiterin Eva Leuprecht vom abif. Erschwert würde der Einstieg in diese männerdominierten Branche außerdem auch durch fehlende Kinderbetreuungsstätten. "In Ländern wo diese ausgebaut ist, gibt es neben einer höheren Beschäftigungsquote auch mehr Frauen in naturwissenschaftlichen oder technischen Berufen", so Leuprecht gegenüber derStandard.at. Eine Hürde bestünde auch darin, dass es in diesen Berufssparten fast ausschließlich Vollzeit-Jobs gebe - zum Nachteil der Frauen.

Das Wissenschaftsministerium will hier schon im Kindergarten und der Schule ansetzen. "Langfristig ist klar: Wer mehr Frauen in den technisch naturwissenschaftlichen Bereichen sehen möchte, kann nicht  nur bei den Maturantinnen ansetzen", meint Wissenschaftsminister Johannes Hahn. Ein anderer Vorschlag von Seiten der Studien-Herausgeber setzt bei den Führungskräften in "typisch männlichen Betrieben" an. Hier will man durch "Gender Mainstreaming" Schulungen den verbreiteten Sexismen entgegenwirken, die oft verhindern, dass auch Frauen die Karriereleiter hinaufklettern können. (Teresa Eder/derStandard.at, 10.07.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 291
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cobrakhan
 
00
28.1.2010, 10:52
an den Administrator

Hallo, habe mich an den Nutzungsbedingungen gehalten, und bitte darum , mein erstes Kommentar für die Kommunity sichtbar zu machen

cobrakhan
 
11
28.1.2010, 10:47
nachtrag

d.h.: FH Absolventen verbringen mehr Zeit auf der Institution selbst, und so mit auch mehr Zeit mit dem Lehrkörper..rechnet man das hoch,(für UNI Absolventen unter euch:natürlich den Median verwenden, aber als wissenschaftler wisst ihr das ja), erkennt man, dass FH Absolventen viel mehr Information von den Vortragenden erhalten als ihre Uni Kollegen;
Persönlich habe ich nur gute Erfahrungen mit meinem FH- Abschluss, aber naja: für die Statistik:Ich wäre auch lieber Uni gegangen, dann hätte ich mehr Zeit für meine Hobbys gehabt

iPost
00
16.5.2011, 01:22

meine worte :)

find ich gut... - gefällt mir quasi - i like!

cobrakhan
 
10
28.1.2010, 10:40
Zeitung eben

Bad news-are good news...so funktioniert nun mal der Medienapparat; Hinter all diesen Artikeln sitzen "Kommunikationswissenschaftler" oder auch Journalisten genannt... naja, das ist euer job: aus nichts etwas machen; dafür muss man ja auch studieren; jetzt zum eigentlichen thema:
Bin selbst FH-Absolvent, kenn auch genung UNI-Abgänger, deren Erfahrungen und Lebensweisen, um ein wenig mitreden zu können;
Meine Kollegen von der UNI:(betrifft 8 von 10):
Aufstehen am Morgen: 10-11Uhr
Uni "besuchen": 1-2 pro Woche, ca. 5 Stunden
Studiengebühren: KEINE
Streik:HIN UND WIEDER

...dagegen FH:
Aufstehen am Morgen: 7Uhr (da um 8 Unterrichtsbeginn)
FH "besuchen": 5x pro Woche, ca.:30-35 Stunden gesamt
Studiengebühren: 380Euro
Streik:Nie

cobrakhan
 
00
11.2.2010, 11:11
Auffasung

Hab mich nie beschwert...das stimmt. Wenn ich schon streiken würde, dann wüsste ich wenigstens wofür!
Mit der Anwesenheit meinte ich eigentlich:
-dass durch die Anwesenheitspflich intensiver der Kontakt zwischen Vortragenden und den Studenten gewährleistet ist. D.h. es wird mehr Information weitergegeben, als wenn ich bis 10 Uhr die Zeit im Bett verbringe). Auserdem ist es auch persönlicher. Fakt ist, dass viele Betriebe FH'ler bevorzugen.
Da können SIE so noch soviel Statistiken interpretieren;
ps.: Ich bin Stolz auf meinen Abschluss, war aber nicht das Thema

RS69
 
00
28.1.2010, 22:16

Jetzt sind alle stolz auf Sie, dass Sie so brav und fleissig sind.

Wenn dann jemand einen Mitarbeiter braucht, dessen herausstechendste Eigenschaft ist, dass er Stolz darauf ist, fleissig zu sein, werden wir an Sie denken.

Macht sich sicher gut beim Vorstellungsgespräch: "Was haben Sie studiert?" - "Ich bin immer brav um 7 aufgestanden, und war immer brav dort, 5 mal die Woche, 35 h, und hab mich nie beschwert."

Hafniumcarbid
12
20.7.2009, 13:33
Irgendwie logisch.

Wenn man sich den Unterschied in Arbeitsaufwand und Niveau der Ausbildungen von FHs und Unis ansieht (speziell im technischen Bereich), dann verwundert einen der zitierte Unterschied in der Qualität der Absolventen kein bisschen mehr.

Oliven Brot
00
18.7.2009, 09:39
Denke schon,

dass Uniabsolventen in bestimmten Bereichen Vorteile genießen. FH´ler sind nunmal für das praktische Arbeiten herangezüchtet, UniLeute für das Theoretische.
Eigentlich müsste man ja froh sein, dass es zwei Sorten gibt.

torch
 
00
23.7.2009, 17:14

S ist es.

Die FHler haben allgemein eine bessere praxisorientierte Grundausbildung, bei den TUlern ist die Streuung wesentlich breiter und teilweise werden auch die praxisrelevanten Bereiche umschifft. Bei verlängerter und sinnvoll genutzter Studienzeit ist jedoch das Wissenspotential bei einer TU-Ausbildung deutlich höher.

Peter Heinz
10
13.7.2009, 22:45

Was ist eigentlich mit commedian, ich hab sein Post hoffentlich nur überlesen ? Also liebe Standard-Gemeinde, ich mach mir Sorgen, na hoffentlich ist nix passiert ? Ein FH-Artikel und keine "Fastsonderschulen"-Meldungen, ich fühl mich wirklich verlassen und allein...seit Jahren bilden commedians geistige Geniestreiche ja einen richtigen Anker in der stürmischen See der Weiterbildung, und jetzt läßt er uns so einfach hier sitzen ? Ich bitte sie, commedian, lassen sie ihr Forum nicht im Stich und beglücken sie uns mit ihren Weisheiten.

Petzi Petz
00
13.7.2009, 15:50
Das ist genau das, was eh alle wissen oder?

Die FHler spezialisieren sich, doch in Zeiten der Krise ist es doch besser, möglichst eine breit gefächerte Ausbildung genossen zu haben - da bietet die Uni sicherlich Vorteile, Firmen sehen eben lieber einen Mitarbeiter, den man auch für andere Richtungen einsetzen kann als nur in der Spezialisierung - und grade wenn man sichs aussuchen kann, nimmt man doch immer den Uniabsolventen oder?

Tethys
11
13.7.2009, 16:31

Warum glauben Sie sind FH-Absolventen generell ungeeignet in andere Richtungen einsetzbar zu sein - und im Gegenzug, warum glauben Sie sind Uni-Absolventen generell dafür geeignet?

Das hängt mMn nicht primär vom Studium sondern von persönlichen Interessen, Einsatz, Persönlichkeit, Intelligenz und Felxibilität ab. All diese Eigenschaften sind unabhängig vom Bildungsweg.

Petzi Petz
01
13.7.2009, 16:37

Ich rede nicht davon, dass man FHler nicht überall einsetzen kann, nur deren Ausbildung sieht das doch gar nicht vor. Mit der Spezialisierung wird ja auch gegenüber Uniabsolventen geworben oder? Und ist es da nicht einfacher, für breite Arbeitsbereiche jemanden einzusetzen, der sich in seiner Ausbildung nicht nur auf ein Gebiet fokkusiert hat?

Tethys
10
14.7.2009, 09:53

Bitte mein Posting nochmal lesen: ich gehe von der Persönlichkeit eines jeden aus, nicht von der Ausbildung.

Spezialisierung haben Sie übrigens bei Uni-Studien ebenso. "Generalisten" gibt es nicht (mehr), dafür ist unser Wissen viel zu umfangreich geworden.

potz
01
27.7.2009, 14:44

ja wir reden aber hier ueber die ausbildung. die persoenlichkeit eines jeden, ist ein bisschen viel fuer ein forum.

torch
 
00
23.7.2009, 17:24

Vollkommen richtig, es kommt primär auf die Person an, wobei die FH gar keinen so schlechten Sockel darstellt.

Für die Qualitäten eines Generalisten benötigt es viele Jahre, ja Jahrzehnte um das erforderliche Potential aufzubauen, es geht und macht Spaß, fordert aber ein hohes Maß an Disziplin.

Ob es sich rechnet, das ist eine andere Sache aber Wissen schafft Sicherheit und Kompetenz in den Entscheidungen.

Ricky_Verona
01
13.7.2009, 13:33
Thema FH und HTL

Was mir gar nicht gefällt ist, dass viele die HTL mit der FH vergleichen und die FH auf das Niveau einer HTL degradieren wollen.
Ich habe selbst vor einem Monat die HTL Matura erfolgreich absolviert und beschäftige mich schon seit gut 2 Jahren mit dem Thema FH vs. Uni. (Tag der offenen Tür, Gespräche mit HTL-Lehrern die auch and er FH unterrichten, usw)
Ich habe damals mit einem FH-Studenten gesprochen der die selbe Fachrichtung wie ich in der HTL absolviert hat (Mechatronik) und nun an der FH Wels studiert (Automatisierungstechnik). Die komplette Materie der HTL wurde in den ersten 2 Semestern durchgenommen in vertiefter Form.

Da frag ich mich was machen die die restlichen 8 Semester: Däumchen drehen?

Ricky_Verona
00
13.7.2009, 13:37
Wollte noch was hinzufügen

aber die Zeichen sind mir oben ausgegangen.

Wollte nur der Vollständigkeit halber die Uni auch noch erwähnen. Der Bruder von einem Schulkollegen hat jetzt die ersten 2 Semester Mechatronik an der JKU hinter sich und hat ihn bereits in ALLEN Themengebieten an Wissen überholt.

Petzi Petz
01
13.7.2009, 15:48

Bin zwar Mittelschule gegangen aber: in der ersten Chemievorlesung auf der Uni hab ich den gesamten Stoff gemacht mit dem Kommentar, Mittelschulmaturaniveau wäre eigentlich eh in allen Fächern Voraussetzung, und ich hab nicht mal direkt Chemie studiert!

velvet80
15
13.7.2009, 09:49
hihi na endlich sagt einmal jemand was eh schon viele wissen

ich wars als Uni-Absolvent echt schon leid diese ganze "FH-Absolventen sind die Liebkinder der Wirtschaft" zu hören. In the long run ists halt doch besser auf die Uni zu gehen.

big blue
00
13.7.2009, 13:17

hoffentlich studieren sie nicht philosophie, gell ;-)

velvet80
00
13.7.2009, 15:31
nein, NAWI, schwein gehabt.

gottisttot
12
13.7.2009, 10:36

Haben sie mehr als die Überschrift gelesen?

Hier werden Äpfel mit Birnen (Studienrichtungen) vermischt und zur Garnierung kommen noch ein paar Bananen dazu (HTL-Absatz). Das Ergebnis der Obstsalatleserei ist: Steinfrüchte sind besser.

Aber es ist doch immer wieder schön zu sehen, dass solche Artikel von vielen nicht zwecks Information gelesen werden, sondern um die eigene Meinung zu bestärken. Wenn die eigentliche Aussage des Textes eine andere ist, dann ist diese falsch und wird ignoriert, denn es wissen "eh schon viele" wie es wirklich ist.

velvet80
10
13.7.2009, 15:31
die Aussage des Textes ist meiner bescheidenen Meinung nach

dass es in gewissen Zeit doch besser ist eine solide Basisausbildung zu besitzen die einem genug Flexibilität in der Berufswahl ermöglicht um sich veränderten Jobaussichten anzupassen. Ich kenn sehr viele FH und Uni Studenten und hab diesen Unterschied immer wieder mit eigenen Augen gesehen. Und weil ich da nicht der einzige bin sinds "eh schon viele".

trace route
07
12.7.2009, 23:46
Werden da nicht Äpfel mit Birnen verglichen? In Fächern wie Physik und Mathematik gibt es doch gar keine FHs! Und das ist auch verstädlich, weil in diesen Fächern geht es um ein profundes weitgefächertes Verständnis von theoretischen Grundlagen...

völlig unabhängig von mögicher Anwendbarkeit - und das ist ziemlich das Gegenteil des Ziels von FHs, wo es um ein rasches Erreichen einer Berufs-Ausbildung geht, zusammen mit dem Minimum der dafür nötigen Theorie.

Hat jemand schon einen Physiker aus einer FH gesehen, der Rienann'sche Geomeitrie als Grundlage der Allgemeinen Relativität oder Feynmann'sche Pfadintegrale nach 4 Jahren Studium mit 22 Jahren beherrtscht?

In anderen, mehr angewandten Bereichen (von Elektrotechnik über Informatik bis zu Biotechnologie) können FH-Absolventen hingegen exzellent reüssieren und haben dort auch, anders als im Artikel geschildert, exzellente Jobchancen!

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