Gipfel in Italien

G-8 versprechen Reform der Hungerhilfe

10. Juli 2009, 18:33
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    foto: reuters/rellandini

    Der Handschlag des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi mit US-Präsident Barack Obama zählte zu den symbolischen Höhepunkten des Gipfels.

Industrienationen versprechen 20 Milliarden Dollar für die Stärkung der Landwirtschaft in Afrika - Mit Video

L'Aquila - Die G-8-Staaten haben am Freitag zum Abschluss ihres Gipfels im italienischen L'Aquila eine Aufstockung der Hilfe für Afrika angekündigt. Insgesamt 20 Milliarden Dollar sollen in den kommenden drei Jahren zur Stärkung des Agrarsektors fließen, sagte der italienische Premier Silvio Berlusconi am Ende des Gipfels.Ursprünglich war von 15 Milliarden die Rede gewesen. Die USA versprachen insgesamt 3,5 Milliarden, Frankreich zwei und Japan rund drei Milliarden Dollar.

Die G-8 bekannten sich zudem zu einer Reform der Strategien im Kampf gegen den Hunger: Sie wollen künftig weniger Nahrungsmittel in Hungergebiete liefern und stattdessen verstärkt die lokale Produktion ankurbeln. Damit greifen die G-8 eine entwicklungspolitische Forderung zahlreicher NGOs auf. "Das ist ein Schritt nach vorn", sagte Gawain Kripke, Analyst bei der britischen Hilfsorganisation Oxfam im Standard-Gespräch. Allerdings sei noch völlig unklar, wie viel von diesen versprochenen 20 Milliarden "frisches" Geld sei. Mitarbeiter des Weißen Hauses hätten Hilfsorganisationen vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt, sagt Kripke. Ein Teil der 20-Milliarden werde durch Umschichtungen in den Entwicklungshilfebudgets aufgebracht. Laut Uno leiden rund eine Milliarde Menschen an den Folgen von Unterernährung, der Anstieg der Nahrungsmittelpreise 2008 hat die Situation verschärft.

Neben den G-8-Staaten nahmen Algerien, Angola, Äthiopien, Libyen, Nigeria, Senegal und Südafrika an den Beratungen teil. Von ihnen forderten die G-8 mehr Engagement im Kampf gegen Korruption.

Im Zentrum der Gespräche standen am Freitag auch erneut die Weltwirtschaft und die internationalen Märkte. Die G-8 haben die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds damit beauftragt, zu studieren, wie Spekulationen mit dem Erdölpreis eingedämmt werden können. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass ein einzelner Händler den Ölpreis um zwei Dollar hochgetrieben hatte.

Bei seiner Abschlusserklärung betonte US-Präsident Barack Obama, dass der Aufschwung der Weltwirtschaft die größte internationale Herausforderung darstellt. Als großen Fortschritt werteten Obama und Merkel die Annäherung beim Klimaschutz. Zum Iran wiederholte Obama die Warnungen vom Vortag: Bis September müsse der Iran auf das Gesprächsangebot der USA eingehen, sonst drohten "weitere Schritte". (mu, szi/DER STANDARD, Printausgabe, 11./12.7.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 96
1 2 3
tempa
00
11.7.2009, 12:14

Ich denke, Afrikas Kleinbauern haben bereits verloren:
http://diepresse.com/home/wirt... 8/index.do
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/n... CP=24&F=47
Finanzstarke arabische/asiatische Konzerne/Staaten kaufen bereits gutes (Ackerland)Land im grossem Masstab. Im Fall Chinas werden diese Flächen oft durch mitgebrachte chin. Landarbeiter bewirtschaftet. Ein vermutlich geschlossener Kreislauf in dem vieles in chinesischer Hand bleiben wird: staatlich gefördeter Landkauf, chinesiches Saatgut/Dünger/Pestizide, Landarbeiter, Maschinen, Infrastuktur gebaut mit chin. Geld/Arbeitern sowie Verkauf über chin. Händler. Profitieren werden korrupte afrikanische "Eliten".

bleak_vision
10
11.7.2009, 10:38

Obama beim shoulder-rubbing mit einem Diktator und Mörder.
Ein Bild an das man sich bereits gewöhnt hat.

Stephen Covey
13
11.7.2009, 10:08

Stärkung der Landwirtschaft ?!
Eine gefährliche Drohung für Afrika, wenn sich Firmen wie Monsanto oder Nestle darum kümmern.

Odo
00
11.7.2009, 09:36
"Zum Iran wiederholte Obama die Warnungen vom Vortag: Bis September müsse der Iran auf das Gesprächsangebot der USA eingehen, sonst drohten weitere Schritte."

Bisher gab Präsident Obama dem Iran bis Ende des Jahres Zeit für ein Einlenken. Das die Frist jetzt auf Ende September verkürzt wird zeigt, dass auch Obama nicht mehr an eine Verhandlungslösung beim iranischen Atomprogramm glaubt.

Das die Industrieländer im übrigen ausgerechnet in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise und hoher Staatsverschuldung die Entwicklungshilfe erhöhen werden, bezweifle ich sehr.

Mr. Hyde sen.
00
11.7.2009, 08:56
Zuerst vernichten die Industriestaaten mittels subventionierten Exporten die lokale Landwirtschaft,

dann zahlen sie 20Mrd für den Wiederaufbau.

Wo liegt denn eigentlich die Zentrale der G8? In Schilda?

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
01
11.7.2009, 07:52
Lächerlich!

Alleine die EU hat in den letzen Jahren ca. 50 Mrd jährlich dafür ausgegeben die u.a. die afrikanische Landwirtschaft durch Agrarsubventionen zu zerstören.

Heute sind in Afrika italienische Dosentomaten und dt. Milchpulver billiger als die Produkte der regionalen Landwirtschaft.

"Freier Handel" macht abhängig und zerstört!

janosch83
00
11.7.2009, 11:59

mit den subventionen gebe ich ihnen recht. aber ihr kommentar zum freien handel stimmt nicht - weil gerade aufgrund der subventionen handelt es sich hier nicht um freien handel. würde freier handel herrschen, wären die afrikanischen bauern klar im vorteil.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
00
11.7.2009, 18:51
Leider nicht!

Freier Handel nützt immer dem wirtschaftlich Stärkeren (Synergieeffekte) und führt gerade durch diese Freiheit zum Monopol.

Ein fairer Markt kann nur durch politische Regulierung entstehen. Da zB. Arbeiter immer billiger sind, wenn sie keinen Anspruch auf Pension, Gesundheitsversorgung etc. haben, schadet der freie Markt immer den Menschen.

janosch83
00
11.7.2009, 21:17

ok, sie haben grundsätzlich recht. aber in dem von ihnen oben genannten beispiel ist es genau umgekehrt - in einem freien markt gäbe es die subventionen nicht, welche dort den markt zerstören.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
00
13.7.2009, 17:16
Wir sind uns einig ...

... dass wir die Subventionen ablehnen und dass diese dem Gedanken des freien Marktes eigentlich widersprechen.

Nun liegt es aber in der Natur der Sache, dass sich ein "befreiter" Markt auch keine (sinnvollen) Regeln auferlegen lässt. Durch die Aufgabe der Kontrolle wird der freie Markt zum Werkzeug der organisierten Kriminalität!

Sehen Sie sich den Straßenverkehr an. Wie würde der sich entwickeln, wenn Regeln und Kontrolle abgeschafft würden?

Freier Markt = Faustrecht des Stärkeren!

janosch83
00
13.7.2009, 18:06

ok. auch in dem zweiten von ihnen angeführtem beispiel sind wir uns einig. natürlich müssen regeln und kontrolle sein. aber die sollten für jeden gelten. das ist im moment aber nicht der fall. ich glaube soweit können wir uns auch einigen, oder? :-)

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
00
14.7.2009, 05:55
Nun, was folgt daraus?

Wer wäre schon in der Lage weltweite Regeln aufzustellen und deren Einhaltung zu kontrollieren?

Wie wäre zB. zu verhindern, dass es nicht zumindest einen korrupten (Zwerg)Sstaat gibt, der bei der Geldwäsche weg sieht?

Kapital kann derzeit nahezu kostenfrei und unkontrolliert über den Globus zirkulieren, Warenströme nur mit erheblichen Transportkosten und Umweltbeeinträchtigungen. Den meisten Menschen ist es überhaupt verboten.

Freihandel darf es mMn. nur in einem System geben, wo für alle die selben Gesetze gelten (derzeit nicht einmal in der EU realisiert) und - ehrlich gesagt - ich will keine Weltregierung, denn der Kampf um diese Macht wäre nicht enden wollend.

Bertel Mann
00
11.7.2009, 07:42
Ein etwas kritischerer Artikel ist hier zu finden:

http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/po... 0156/text/

Der Alte vom Berge
00
11.7.2009, 00:47
Was...

...hat die Bevölkerung der "Union" für ihr Stillschweigen Erhalten ?

Nix.^^

Herr Mann1002
01
11.7.2009, 00:03

Fragt sich nur wieviel geld wirklich flüssig gemacht wird und vor allem welche Interessen dahinter stecken. Monsanto (amerikanischer Saatgutvermehrer) wird sich freuen!

h 90
00
11.7.2009, 07:40

ganz klar darum gehts. Schon lange fahren die Saatgut vermehrer eine ganz schlimme Politik.

Robert Ford
01
10.7.2009, 23:15
au mann

von den 20 mrd versickern 2/3 in undurchsichtige kanaele - und ich moechte nicht wissen wieviel von den 2/3 dann wieder zurueck in polikertaschen fliessen. au mann

eine kleine dezime
00
10.7.2009, 22:57

20 Mrd. sind ja nicht gerade ein Batzen Geld, oder?

FerdlGriesgram
10
11.7.2009, 00:31

ich nehms gerne...

so go
01
10.7.2009, 22:39
"der nächste Krieg kommt" und die Wirtschaftskrise ist beendet.

So "leicht" geht das.

Der Alte vom Berge
00
10.7.2009, 22:43
Andere Wege...

...wollen sie nicht kennen,die Mächtigen.

Wer verdunkelt schon gern seine Eigene Sonne, ned wahr ? ^^

Der Alte vom Berge
02
10.7.2009, 21:55
Hundert Jahre Wachstum sind genug.

Es ist Zeit,das Gewachsene sich Entwickeln zu Lassen,zu Gestalten.Die Welt braucht Zeit zur Entwicklung,Qualität muss Quantität ablösen,Wachstum als dominanter Gestaltungsparameter abgelöst werden durch Entwicklung,Verbesserung des Erreichten.Wird eine dem enstprechende Steuerung der Strömungen nicht Eingeleitet,weiter Wachstum zum "Goldenen Kalb" erhoben werden schreckliche Kriege um die Restbestände der fossilen Brennstoffe und um Wasser,Energie im Allgemeinen Millionen Leben fordern. Ein Szenario das vermieden werden kann indem die constructiven Kräfte dieser Welt endlich Beginnen sich von einer Wissenschaft zu emanzipieren die es sich zum Ziel gesetzt hat die Natur zu Beherrschen anstatt aus ihren Schätzen im Konsens zu profitieren. ^^

Humanis Doc
00
11.7.2009, 11:04
Der Wahn vom ewigen Wachsdumm trägt giftige Früchte!

So mancher Titler hat das noch nicht begriffen.

phil8z
00
11.7.2009, 03:06
Ja genau!

das Problem ist nur, dafür bräuchten wir ein anderes Geldsystem!

Der Wachstumszwang entsteht großteils aus der Dynamik des Zinses.

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