FIA-FOTA

Rückfall in alte Zeiten

9. Juli 2009, 18:58

FIA und FOTA streiten wieder - Nicht stimmberechtigte FOTA-Teams brachen Meeting mit Weltverband ab

Nürburg - Die acht Mitglieder der Formel-1-Teamvereinigung FOTA haben am Mittwoch ein Meeting mit Vertretern des Motorsport-Weltverbandes FIA vorzeitig abgebrochen. Bei dem Treffen auf dem Nürburgring standen einmal mehr Diskussionen über das umstrittene Regelwerk ab der kommenden Saison auf dem Programm. Der Eklat hat einmal mehr neue Zweifel am Formel-1-Frieden geweckt.

In einem offiziellen FIA-Statement hieß es am Mittwochabend: "Die acht FOTA-Teams waren zu einem Meeting eingeladen, um weitere Vorschläge für 2010 zu diskutieren. Unglücklicherweise waren keine Diskussionen möglich, weil die FOTA das Meeting verlassen hat." An den Gesprächen nahmen neben der FOTA auch Repräsentanten der Teams Williams und Force India sowie der Neueinsteiger Campos, Manor GP und USF1 teil. Erst Ende Juni hatten sich die rebellierende FOTA und die FIA auf einen Kompromiss in dem wochenlangen Disput um eine Budgetgrenze geeinigt. Die FOTA stoppte danach Pläne für eine Alternativserie.

Die acht FOTA-Rennställe warfen dem Verband nach einem Treffen am Mittwoch am Nürburgring via Pressemitteilung vor, "die Zukunft der Formel 1 zu gefährden". Zum Eklat war es gekommen, als der Rennleiter des Internationalen Automobilverbandes FIA, Charlie Whiting, eine völlig unerwartete Kehrtwende vollzog und nur den "abtrünnigen" FOTA-Teams Williams und Force-India sowie den drei Neuen Manor, USF1 und Campos ein Stimmrecht bezüglich der Regeln ab 2010 gewähren wollte.

Whiting habe die acht Teams während des Treffens informiert, dass sie derzeit nicht für die Saison 2010 gemeldet sind und daher kein Mitspracherecht in Regelfragen haben. Die acht FOTA-Teams (Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Toyota, Brawn, Red Bull, Toro Rosso) waren von dieser, wohl vom scheidenden FIA-Präsidenten Max Mosley gesteuerten, plötzlichen Blockadeaktion so überrascht, dass ihre Verantwortlichen nur kopfschüttelnd die Sitzung verlassen konnten. Wie es jetzt bezüglich des neuen Reglements für die nächste Saison weitergehen soll, kann momentan keiner sagen.

Dabei schien alles schon geklärt zu sein, als der lange anhaltende Streit zwischen FIA und FOTA am 24. Juni endlich beigelegt werden konnte. Damals hatte der FIA-Weltrat (World Motor Sport Council) offiziell bekanntgegeben, dass man alle 13 Teams für 2010 akzeptiert und man sich mit allen auch auf die Regeln ab der neuen GP-Saison geeinigt habe. Zudem bestätigte die FIA, dass sich Max Mosley einer erneuten Wiederwahl im Herbst nicht mehr stellen werde, damit die Formel 1 einer stabilen Zukunft entgegenfahren könne.

Der Automobil-Weltverband FIA wies die Vorwürfe der Teamvereinigung FOTA zurück. Es sei "einfach unwahr", dass den FOTA-Rennställen erst bei einem Treffen am Nürburgring am Mittwoch mitgeteilt worden sei, ihnen stehe derzeit kein Mitspracherecht in Regelfragen zu, hieß es in einer FIA-Erklärung vom Donnerstag.

Trotz des Krachs stellte die FIA in Aussicht, dass "in den kommenden Tagen" ein neuer Formel-1-Grundlagenvertrag unterzeichnet werden könnte.

Die Einigung über ein neues Concorde Agreement, das die Verteilung der Gelder regelt, verzögert sich nach Darstellung der FIA vor allem wegen der Nachforderungen der FOTA. Die acht Teams um Wortführer Ferrari hätten dem Verband zunächst ein 350-seitiges Papier vorgelegt und danach mehrfach nachgebessert. Sollten sich beide Seiten auf eine finale Version einigen, "könnten die Teams nicht mehr mit einer Konkurrenzserie drohen", weil sie dann vertraglich an die Formel 1 gebunden werden, betonte die FIA.

Nach dem Eklat vom Mittwoch war die Sorge um eine Spaltung der Königsklasse neu erwacht. Erst Ende Juni hatte die FOTA ihren wochenlangen Streit mit dem Dachverband beigelegt und Pläne für eine Alternativserie gestoppt. (APA/dpa)

 

terminus
00

Kindergarten, dabei geht es um soviel Geld...

mitoroki
00
10.7.2009, 12:51
der standard hat das so weit unten gelistet, dass man es gar nicht mitbekommt

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