STANDARD-Interview

"Bei drei Grad würde Grönland abschmelzen"

9. Juli 2009, 18:53
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    Zur Person

    Hans Joachim Schellnhuber ist seit 1993 Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Er berät unter anderem die deutsche Bundesregierung und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso.

Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber: Einigung auf Begrenzung der Erderwärmung ist ein ungeheurer Fortschritt

Die Einigung beim G-8-Gipfel in L'Aquila auf die Begrenzung der Erderwärmung sei ein ungeheurer Fortschritt, sagt der führende deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber zu András Szigetvari.

***

STANDARD: Die G-8 haben sich auf eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad geeinigt. Sind das Lippenbekenntnisse, oder ist das ein Meilenstein im Klimaschutz?

Schellnhuber: Bisher haben sich die USA dem Zwei-Grad-Ziel nicht anschließen können, dass sie das nun tun, ist ein gewaltiger Fortschritt. Denn die Frage, auf welchen Temperaturanstieg die Erderwärmung begrenzt wird, ist der entscheidende Punkt beim Klimaschutz. Bisher hieß es in allen Rahmenprogrammen nur: "Wir wollen einen gefährlichen Klimawandel vermeiden." Das war so allgemein, dass sich daraus keine konkreten Verpflichtungen ergaben. Ausgehend von der Zwei-Grad-Leitplanke, kann die Klimaschutzpolitik nun durchdekliniert werden. Deswegen ist es ein ungeheurer Fortschritt.

STANDARD: Aber auf eine konkrete Reduktion beim CO2-Ausstoß konnten sich die G-8 nicht einigen.

Schellnhuber: Wenn das Zwei-Grad-Ziel bei der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember tatsächlich völkerrechtlich vereinbart wird, ist der Rest Mathematik. Es lässt sich leicht ausrechnen, wie viel CO2 die Menschheit bis 2050 noch ausstoßen darf, wenn sie die Zwei-Grad-Linie mit einer akzeptablen Wahrscheinlichkeit halten will: rund 700 Milliarden Tonnen.

STANDARD: Warum hat man sich auf genau zwei Grad geeinigt?

Schellnhuber: Jenseits der zwei Grad steigt die Gefahr unbeherrschbarer Folgen so stark, dass es nicht verantwortbar wäre, darüber hinauszugehen. Es ist ja kaum etwas so intensiv untersucht worden wie die Konsequenzen der Erderwärmung. Dabei sind sogenannte Kipppunkte gefunden worden: Grönland beispielsweise würde bei einer Erderwärmung von drei Grad komplett abschmelzen, was einen Anstieg des Meeresspiegels um sieben Meter bedeuten würde. Bis zu einer Erwärmung von zwei Grad dürfte die Nahrungsmittelproduktion nicht allzu stark beeinträchtigt werden, jenseits der Zwei-Grad-Grenze dürfte es sehr starke Einschnitte geben.

STANDARD: Warum ist es so wichtig, dass Indien und China diese Ziele unterstützen?

Schellnhuber: Wenn nur die G-8 ein Ziel anstreben ist das Schall und Rauch. Die großen Emissionsmengen werden in Zukunft von den Schwellenländern kommen, falls es diese Staaten nicht schaffen, ihr Wirtschaftswachstum vom Emissionswachstum zu entkoppeln.

STANDARD: Entscheidend wird aber nun sein, ob die Staaten sich bei der großen Kioto-Nachfolgekonferenz in Kopenhagen einigen können?

Schellnhuber: Ja. Wenn man die Zwei-Grad-Grenze ernst nimmt, muss man in Kopenhagen einen Kohlenstoff-Kassasturz machen. Die 700 Milliarden Tonnen, die die Menschheit noch ausstoßen kann, müssen auf jedes Land verteilt werden. Dies wird eine große Herausforderung sein. Denn völlig klar ist, dass wir bis 2050 nahezu gar keine Emissionen mehr haben dürfen, die Welt wird also fast vollständig auf die Nutzung von fossilen Brennstoffen verzichten müssen. Das heißt, dass sich im 21. Jahrhundert eine ähnliche Transformation der Energiesysteme vollziehen muss wie einst vom vorindustriellen Zeitalter zum industriellen. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2009)

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Anton Friesl
00
10.7.2009, 19:35
Lauter Lügner.,.

http://tinyurl.com/nwvqs5

sicut
00
10.7.2009, 14:05
Woooow !

ich find das voll cool, daß wir heute beschliessen können, wie viel grad die erde in zukunft wärmer werden wird (oder darf). kann man denn schon genau sagen, wie hoch der anthropogene anteil der erwärmung ist ? ich dachte, daß das noch eine streitfrage wäre...

Jeannot81
 
00
10.7.2009, 15:16
Nein, den anthropogenen Anteil kennen wir...

...nicht genau, CO2 ist ja nur ein Teil des Puzzles. Aber es ist der Teil, den man relativ gut in Modelle einbauen und theoretisch steuern kann. Mit diesem G8-Beschluss wird ja auch nicht die Erderwärmung gestoppt oder gar umgekehrt, sondern begrenzt. Diese 2 Grad Maximalerwärmung sind natürlich nicht allein CO2 zuschreibbar.

Elvis Lives
 
00
10.7.2009, 14:48

In der Wissenschaft ist das schon lange keine Streitfrage mehr. Seit die American Association of Petroleum Geologists im Jahr 2007 den Einfluss von anthropogenem CO2 bestätigt hat, gibt es kein einziges wissenschaftliches Fachinstitut mehr, dass den anthropogenen Hauptanteil an der Erwärmung bestreiten würde (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Scie... ate_change oder http://logicalscience.com/consensus... nsusD1.htm ).

Bei den Laien im Standard-Forum und sonstigen Tummelplätzen im Internet wird hingegen kräftig gestritten. Die Propaganda der sog. Klimaskeptiker entfaltet leider die gewünschte Wirkung im Sinne der großen Energieunternehmen, nämlich den Eindruck zu erwecken, die Klima-Wissenschaftler wären noch uneinig.

Anton Friesl
00
10.7.2009, 19:37
sicut
00
10.7.2009, 16:56

die grossen akw betreiber sind doch eh voll auf der schiene der anthropogenen Klimaverursachungsbefürworter.. ausserdem hab ich nicht behauptet, dass es eine streitfrage wäre, das haben sie jetzt eingeworfen.
(wikipedia würde ich aber zu den tummelplätzen rechnen)

Elvis Lives
 
00
10.7.2009, 17:12

Bei sämtlichen Aussagen auf der von mir verlinkten Wikipedia Seite wird mittels Fußnote auf die entsprechende Literaturangabe verwiesen, insgesamt sind das 99 Publikationen. Anders als bei gänzlich privat gemachten Seiten von sog. Klimaskeptikern wie Schmanck, Thieme und Beck oder bei Standard-Postings gibt es bei Wikipedia eben doch eine gewisse Qualitätskontrolle. Literatur, die einen peer-review Prozess durchlaufen hat, sollte natürlich immer auch als Quelle für die Meinungsbildung herangezogen werden.

Und ich meinte fossile Energie, dachte das wäre klar.

sicut
00
13.7.2009, 08:25

tschuldige, herr professor, hab grad nicht aufgepasst...

Mostbluzer
22
10.7.2009, 10:46
klimaänderung ja, aber ...

warum passiert sie seit milliarden von jahren und wie krank können menschen sein, sich hier anzumaßen gross manipulieren zu können?

co2 und der klimawandel haben soviel miteinander zu tun wie obama und das einhalten von wahlversprechen.

Elvis Lives
 
00
10.7.2009, 14:40

Ihr Argument ist ungefähr so sinnvoll, wie wenn Sie Brandstiftung ausschließen würden, weil frühere Brände durch Blitzschlag ausgelöst wurden, und das obwohl vor dem Brand kein Gewitter beobachtet wurde.

Beachten Sie bitte außerdem die Schnelligkeit der gegenwärtigen Erwärmung: http://data.giss.nasa.gov/gistemp/g... A2.lrg.gif

ich bin der Docht in der Nacht ;)
01
10.7.2009, 12:53
es kann ja sein, daß das in OÖ sich noch nicht herumgesprochen hat

aber mehr als 5 Mrd. Menschen sind ein schöner Faktor - in der industrialisierten Welt (inkl. China) leben mehr als 3 Mrd. Menschen, die hunderte Mrd. Tonnen CO2 in die Luft blasen und das seit Jahrzehnten...

und sie fragen immer noch ob die Menschheit einen Einfluß auf das Klima hat?

DieBo
31
10.7.2009, 10:10
Da frage ich mich wo denn das Eis hin ist was bisher geschmolzen sein soll? Der Meeresspiegel ist bislang um keinen Millimeter gestiegen.

ME ist der Ansatz auch ein völlig Falscher. Wir erzeugen und erzeugen um die Wirtschaft im Gang zu halten statt zu sagen: "Brauchen wir das überhaupt" "Sieht das nicht eigentlich Scheiße aus, so grosse Autos? Neue Siedlungen die in die vorher schönen Landschaften reingefrässt werden und für keine 5 Pfennig zum Gesamtbild passen? Zusammengklatschte Stile ohne irgendwelchen Zusammenhang zusammengeschustert aus billiger Baumarktscheiße? Diese 1 Euro Shops in denen die unbrauchbaren Artikel vor Chemie nur so stinken? Brauchen wir 1 Millionen verschiedene Zeitschriften? 1 Million Fernsehkanäle? Jede Woche ein neues Handy?

Elvis Lives
 
00
10.7.2009, 14:55

Ihre Behauptung ist unrichtig. Seit Mitte des 19 Jh wird ein Meeresspiegelanstieg beobachtet. Im 20. Jahrhundert lag dieser bei etwa 17 cm.

http://de.wikipedia.org/wiki/Date... German.png

Im übrigen beruht dieser Anstieg nicht nur auf dem Abschmelzen von Landeis und Eisschilden, sondern auch auf der Erwärmung der Ozeane und der damit verbundenen thermischen Expansion.

DieBo
00
10.7.2009, 18:15
okay, ich wollte provozieren :-)

AlK
00
10.7.2009, 14:29

http://www.atmosphere.mpg.de/enid/1__O... s_2rv.html


Der Anstieg erfolgt in den letzten Jahrzehnten um das Zehnfache schneller, als in den letzten Jahrtausenden: 1 - 2 mm jedes Jahr. Seit 1993 sind es sogar 3 mm jährlich. Für jeden Zentimeter, den das Meer ansteigt, geht etwa ein Meter an Küstenland an das Meer verloren.

greenberetta
00
10.7.2009, 09:50

Solang's keine 200 Meter werden, sind wir sicher!

thomazz
10
10.7.2009, 11:30

ein völliges abschmelzen des gesamten eises an den polkappen würde einen anstieg des meeresspiegels um etwas über 60m bedeuten. ihr seid alle sicher.

Gerhard Gilnreiner
 
00
10.7.2009, 10:05
Wien liegt etwa 160 über Adria.....

.....wo wohnen Sie?

Daniel K
00
10.7.2009, 10:38

am Lainzer Tiergarten..

ich bin der Docht in der Nacht ;)
00
10.7.2009, 12:53
hallo Nachbar ;)

greenberetta
00
10.7.2009, 10:13
Graz ...

;-)

Der Mechaniker
11
10.7.2009, 08:59
Wer redet da?

2006 wurde Schellnhuber von Bundeskanzlerin Merkel zusammen mit dem Chef des Energiekonzerns Vattenfall (AKWs), Lars Göran Josefsson zum Klimaschutzbeauftragten der Bundesregierung berufen.

Noch Fragen?

BogumirOrjoltschaschtsch
 
11
10.7.2009, 02:14
Sollte Grönland tatsächlich abschmelzen....

dann würdederNiederschlag im Bereich der Antarktis sich erheblich steigern und zu einer zunehmenden Vereisung führen. & bis 7 meter Wasserspiegelzunahme der Meere ist eine Falschmeldung, die auch durch Wiederholung nicht richtiger wird.

Toxo Logic
 
00
10.7.2009, 11:01

Ihre Theorie ist echt super, auf der Nordhalbkugel verdorrte Wüste und der Südhalbkugel Eiszeit............

blubblub
00
10.7.2009, 07:39
Genau...

Grönland war ja auch schon mal grün. Hamma auch überlebt.

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