Fläche in 23 Jahren um 27 Prozent geschrumpft: "Tropische" Gletscher reagieren auf Erderwärmung besonders empfindlich
Lima - In der Weißen Kordillere in Peru sind in den vergangenen drei Jahrzehnten die Gletscher stark geschrumpft. Die mit Eis bedeckte Fläche in der beeindruckenden Gebirgskette in den peruanischen Anden sei zwischen den Jahren 1970 und 2003 um 27 Prozent zurückgegangen, teilten Gletscherexperten der peruanische Wasserbehörde laut Nachrichtenagentur Andina am Mittwoch (Ortszeit) mit.
Die Forscher führen den Rückgang der Gletscher auf die Erderwärmung zurück.
Die Auswertung von Satellitenbildern habe ergeben, dass die Gletscherfläche von 723 Quadratkilometern im Jahr 1970 auf 611 Quadratkilometer im Jahr 1997 und 527 Quadratkilometer im Jahr 2003 abgenommen habe. Der Rückgang des Eises beschleunigt sich demzufolge. Weil sich die Gletscher teilen und anstelle des Eises stellenweise Gebirgsseen entstehen, erhöhte sich die Zahl der Gletscher in den vergangenen 33 Jahren von 722 auf 755.
Einer der Gletscher, der auf 5240 Metern Höhe gelegene Pastoruri, verlor 40 Prozent seiner Oberfläche und teilte sich in zwei. Die Forscher befürchten, dass der Gletscher in zehn bis 15 Jahren verschwunden sein könnte.
Den Experten zufolge gingen die Gletscher in Peru zwischen 1948 und 1976 jährlich im Schnitt um acht bis neun Meter zurück, inzwischen seien es 20 Meter im Jahr.
Die Gletscher in Peru seien sogenannte "tropische" Gletscher und reagierten besonders empfindlich auf den Klimawandel.
Die Weiße Kordillere liegt im Norden Perus, etwa 400 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt. Sie zählt mit rund 30 mehr als 6.000 Meter hohen Berggipfeln, darunter der mit 6768 Metern höchste Gipfel Perus, der Huascaran, zu den beeindruckendsten Gegenden in den Anden. (APA/Ag.)