Fliegerbombenalarm am Salzburger Hauptbahnhof

09. Juli 2009 17:42
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    Foto: apa/rubra/flashpictures

    Gefährlich und teuer: Die Entschärfung von Fliegerbombenblindgängern, wie hier in Linz, kostet bis zu 100.000 Euro.

Kriegsrelikt soll am Sonntag entschärft werden - Rechtsstreit um die Kosten von Bombenbergungen schwelt indes weiter

Salzburg - Bei Arbeiten zum Umbau des Salzburger Hauptbahnhofes ist ein bisher nicht bekannter Fliegerbombenverdachtspunkt gefunden worden. Im Bereich des Bahndammes beim sogenannten Plainstraßenviadukt im Andräviertel ist in mehr als vier Metern Tiefe ein noch nicht identifizierter Metallteil in der Größe eines Bombenblindgängers gefunden worden.

Kommenden Samstag soll die Stelle von einer Spezialfirma freigelegt werden. Handelt es sich tatsächlich um ein explosives Kriegsrelikt, muss die Bombe vom Entminungsdienst entschärft werden. Dann würden am Sonntag umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen angeordnet. Wie Polizei, ÖBB und Stadt Salzburg den Anrainern in einem Informationsschreiben mitteilen, werden am Sonntag Straßensperren und eine "vorübergehende Evakuierung" aller Gebäude im Umkreis von 200 Meter notwendig. Informationen gibt es unter der Hotline 05 91 33-2411.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Objekt um eine Bombe mit einem der gefürchteten Langzeitzünder handelt, wird von der ÖBB als gering angegeben. Ein derartiger Zünder hatte im Juli 2003 zwei Beamten des Entminungsdienstes das Leben gekostet. Der chemische Zünder war beim Versuch, die Bombe aus dem Bergeschacht zu heben, aktiviert worden, die 250-Kilo-Bombe detonierte.

Die ÖBB kennen am Gelände des Salzburger Hauptbahnhofes 22 Bombenverdachtspunkte, wovon bereits 16 sondiert worden sind. Im nächsten Jahr werden zwei Punkte beim Gleisbereich untersucht und vier Verdachtsstellen im Bahnsteigbereich freigelegt. Insgesamt dürften allein in der Landeshauptstadt Salzburg noch etwa 120 Blindgänger im Boden liegen.

Teure Bergungen

Noch immer ungeklärt ist, wer für die Bergung der Reste der Bombardements durch die Luftstreitkräfte der Alliierten eigentlich zahlen muss. Der Musterprozess, den die Stadt gegen den Bund führt, dauert bereits knapp zehn Jahre. Insgesamt hat Salzburg rund 900.000 Euro für die Bergung von Blindgängern auf öffentlichem Grund ausgegeben.

Nach derzeitiger Rechtslage müssen jene, auf deren Grund und Boden ein Blindgänger gefunden wird, für das Suchen, Finden und Freilegen der Bombe zahlen. Beim aktuellen Verdachtsfall also die ÖBB. Es kann aber auch Private sehr hart treffen: Im Fall einer - inzwischen pensionierten - Salzburger Supermarktkassierin waren das vor rund drei Jahren immerhin 100.000 Euro. Das Innenministerium übernimmt bis dato ausschließlich die Kosten für Entschärfung und Bergung.

Derzeit liegt die Causa beim Verfassungsgerichtshof. Nachdem das Erstgericht im Sinn der Stadt Salzburg entschieden hatte, argumentierte das Oberlandesgericht Linz im Sinn des Bundes. Ein Vergleich zwischen Stadt Salzburg und Bund - etwa in Form einer Kostenteilung - ist weit und breit nicht in Sicht. Für den Bund geht es österreichweit gesehen nämlich um Millionenbeträge. Insgesamt wird die Zahl der Bombenblindgänger in Österreich auf noch immerhin rund 15.000 geschätzt. (Thomas Neuhold, DER STANDARD - Printausgabe, 10. Juli 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 56
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attac
13.07.2009 09:49

mein tipp wär ja: per express zum fpö-rührerhauptquartier. schließlich wären die die berechtigten und angedachten empfänger.

Aber das Problem hatte schon Klaus: http://www.youtube.com/watch?v=ofR7qySduqI

living reef
11.07.2009 08:29
bild: münchhausen der gerade auf seiner bombe gelandet ist? ;-)

die rote baronin
10.07.2009 11:13

Man kanns ja über eBay verkaufen. Relikte aus dem 2. Weltkrieg können dort oft weit über ihren Wert verscherbelt werden.

rudolf schladming
10.07.2009 22:52

nur selbstabholung :D

QUMI
10.07.2009 10:17

An jene verrechnen, die das damalige System bejubelt haben (Beweise gibt es ja dafür genug und die leben ja heute teilweise auch noch).

Und dann gibt es ja in unserer heutigen Zeit noch einigeder die an dieser Zeit hängen (Verurteilung wegen Wiederbetätigung, etc.). Denen denen es bewiesen wird, die können ja dann gerne für die Kosten aufkommen, die dieses System damals verursacht hat - hängen ja daran.

marty fink
11.07.2009 11:49
am besten gleich mitsprengen gell...

Ody Fry
10.07.2009 09:21
Kosten

Es ist doch so, dass jeder eine Haftung übernimmt => für Fliegerbomben muss eben der zahlen, der sie dort hingebracht hat!
Kunst wird auch jenen wieder zurückgegeben, denen es gehört hat.

living reef
11.07.2009 08:31
verklagt werden müssen die hersteller

weil das ding nicht funktioniert hat. garantieanspruch scheint aber schon verjährt zu sein ;-)

coder24
10.07.2009 21:47

Österreich hat nach dem WK-II ein Papierl unterschrieben, in dem festgelegt wird, dass Österreich diese Kosten übernimmt.

Fertig aus.

Mormoloc
10.07.2009 12:00
Richtig. Da Deutschland, zu dem Österreich damals gehörte, den Krieg mit dem Überfall auf Polen bestellt und bekommen hat,

bleiben die Kosten somit beim Verursacher hängen.

Ody Fry
10.07.2009 12:11
GENIAL

Rückgaberecht wäre somit ausgeschlossen (1938/39)
Vielleicht ist es möglich, jenen Anhängern - wie weiter unten bereits angedacht - alles weiterzuverrechnen....

Tethys
10.07.2009 09:48

Vermutlich sinnlos Ihnen den Unterschied zwischen Raubgut und Kriegshandlung zu erklären. Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun???

Ody Fry
10.07.2009 09:56
Was hat das eine mit dem anderen zu tun

Beides gehört rechtsmäßig nicht dem, der es hat?!?! (keep it simple)
Finden Sie es okay, dass jene zahlen müssen, die so ein Teil finden? Museen sind da anders, wenn es um Goldmünzen odgl geht, will der Staat auch schon mitnaschen und dann darf es ins Museum.

Tethys
10.07.2009 10:17

voriges Posting: Für Fliegerbomben soll derjenige zahlen, "der sie hingebracht hat"? Und jetzt: "nicht der soll zahlen, der das Teil findet"? Nun - dass die Republik zahlen soll ist eines - aber Sie fordern, dass die ehemaligen Alliierten zahlen sollen.

P.S.: Sie verrennen sich: Raubgut hat einen eindeutigen privaten Besitzer (oder hatte), Fliegerbomben haben keinen privaten Besitzer. Wenn der Besitzer des Grundstückes für die Entschärfung zahlen muss, dann "hat er sie doch"? Sie machen es sich viel zu einfach, Ody Fry!

Ody Fry
10.07.2009 10:31
Geld, Geld, Geld

Es ist mir schnurz-peep-egal, wer blecht; aber warum gleich einen der "Verursacher" ausschließen?!? Ob es nun das 3. Reich ist oder die Amis bzw Briten sind, die zu zahlen haben, ist doch legitim darüber nachzudenken.

PS.: Wie ist man dann in den Besitz erlangt? Schenkung? Der Schenker tat das aus eigenem Wunsch... stimmt... der Beschenkte (Sogar Privatleute finden Fliegerbomben auf deren Grund....) hat aber keine Bereicherung!
Ist es (mittelbarer/unmittelbarer) Besitz... ja, das sicher, denn auch ein Dieb ist im Besitz seines Raubgutes.
Eigentümer: Kann man sowas als ein Eigentum bezeichnen? Wenn man danach geht, braucht sich niemand aufregen: Es hat der Eigner zu zahlen, der kann ja damit machen, was er will....

Tethys
10.07.2009 11:43

Sie verrennen sich da in etwas. Durchatmen und in Ruhe nachdenken.

Ody Fry
10.07.2009 11:52
gehen - laufen - sprinten

Kann auch an zu niedrigem >Standard< des Lesers liegen oder mangelndes Interesse/Wissen um darauf kontern zu können.

Es ist bestimmt leichter und für das eigene Seelenwohl angenehmer, anderen das Überdenken der Fragen/Antworten anzuordnen, um nicht selbst in Verlegenheit dazu zu kommen und durch mangelnde Argumentationskraft den Kürzeren zu ziehen.

Danke für Ihren (unnötigen) Rat, meine Vitalkapazität reicht aus, um mich in einem Forum zu bewegen.

Nemi
10.07.2009 12:24

Ich konnte Ihre Argumentation schon nachvollziehen, was jeder davon hält, sei ihm selber überlassen.

Nur mit dem letzten arrogantem und präpotenten Komentar haben Sie sich aber sowas von selber ins Aus gestellt...?! Sowas kann ja keiner ernst nehmen!!

Tethys
10.07.2009 12:08

Sie haben selbst bewiesen, dass Sie keine Argument haben: Sie setzen Bomben mit Raubgut gleich (Ihr erstes Posting).
Jaja, die Argumentationsnot. So fängt's an.

Ody Fry
10.07.2009 12:22
*gähn*

Wer schrieb etwas über gleichsetzen?!?
Die Bezeichnung "Vergleich" wäre hier zutreffender. Es obliegt jeder Person selbst, wie etwas verstanden werden möchte, jedoch verbiete ich es mir, etwas unterstellt zu bekommen, auf den Hinweis, es als Zitat zu gebrauchen.

Eine Parallele, ein Korrelat diesbezüglich sollte auch einem Krone-Leser ermöglichen zu verstehen, was gemeint war.
Selbstverständlich sind auch Poster höherem Niveau nicht davor gefeit, etwas in den falschen Hals zu bekommen.

Tethys
10.07.2009 12:28

Sie haben schon vergessen, was Sie selbst geschrieben haben?
Hier nochmal zur Erinnerung:
"für Fliegerbomben muss eben der zahlen, der sie dort hingebracht hat!
Kunst wird auch jenen wieder zurückgegeben, denen es gehört hat. "

Ody Fry
10.07.2009 12:45
einmal zum Mitschreiben:

Die Katze jagt die Maus.
Der Hund jagt die Katze.

Ist das nun ein Gleichsetzen von Katze und Hund sowie von Maus und Katze... das gäbe ja dann einen Ringschluss, denn der Hund jagt am Ende die Maus und der Sinn ist genauso verschoben...

Nemi
10.07.2009 12:28

uuund schon wieder glaubt er, er ist besser und klüger als alle. Unterrichten Sie an Yale, dass sie glauben die ganze Welt belehren zu können...?? Oder glauben Sie am Ende, Sie sind die "intellektuelle Elite"?? Oder auch nur grad das Fremdwörterlexikon gefunden??

Aber wie schon gesagt, solche wie Sie nimmt eh keiner ernst...

Ody Fry
10.07.2009 12:40
...

Auch wenn ich nicht interessiert daran bin, meine Identität im Internet jedem auf die Nase zu binden, möchte ich ein klares "NEIN" zu ihrer Yale-Frage als Antwort geben.
Glauben ist jedem selbst überlassen, wer an Gott glaubt, soll es tun...
Eine Diskussion mit Belehrung zu verwechseln, ist mir fragwürdig.
Um eines komme ich nicht hinweg anzubringen: Lexikas und Wörterbücher sind nicht ein und das selbe: Ersteres bietet Sachinformationen zu Personen, Dinge, etc. :-P

Nemi
10.07.2009 22:28

ich finde Sie eigentlich hauptsächlich sehr unterhaltsam, auch ein bissl lächerlich und vor allem nicht Ernst zu nehmen :-) ...

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