Italien kehrt zur Atomenergie zurück

9. Juli 2009, 17:18

Nach Kammer stimmt auch Senat umstrittener Vorlage zu

Rom - Der Ausstieg aus dem Atomausstieg ist in Italien besiegelt. Nach der Abgeordnetenkammer billigte am Donnerstag auch der Senat in letzter Lesung die umstrittene Vorlage zum Neubau von Kernkraftwerken. Über das Gesetz wurde im Parlament monatelang hart gerungen. Die Italiener hatten sich 1987 - ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - in einem Referendum für den Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich jedoch lange für eine Aufhebung dieser Entscheidung stark gemacht und dabei vor allem auf die extrem hohen Strompreise in Italien verwiesen. Die Regierung dürfte nun bald einen Standort für den ersten neuen Reaktor bestimmen und einen Beschluss zur Entsorgung des radioaktiven Abfalls fassen. (AP/APA)

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Posting 1 bis 25 von 44
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Pannonia Jack
11
11.7.2009, 12:58

Überall werden Atomkraftwerke auf der Welt gebaut. Das treibt die Rohstoffpreise in die Höhe, die Steuerzahler dürfen die Infrastruktur und die zukünftigen Probleme bezahlen und die Privaten Konzerne dürfen die Gewinne abschöpfen.

Auf die Idee, dass man Strom sparende Geräte produziert, ist noch niemand gekommen.

Gerhard Ingolf
12
12.7.2009, 14:20

Ist Ihr Posting ernst gemeint oder ironisch? Es ist für mich unglaubwürdig, dass jemand so wenig Wissen haben kann um das was Sie geschrieben haben ernst zu meinen!

Jeder Produzent von Haushaltsgeräten wirbt heute mit dem besonders geringen Stromverbrauch (Kennzeichnungspflicht). Gauben Sie wirklich, man kann den Stromverbrauch von Kühlschränken, Waschmaschinen und Kaffeemaschinen beliebig senken? Natürlich, wenn Sie Ihre Wäsche nur 1x im Monat waschen ist schon viel gewonnen - aber das ist nicht die Entscheidung der Waschmaschinenhersteller!

Andreas Mittermayer
00
13.8.2009, 23:36
Aha!!?


WO z.B. ist die Kennzeichnung des Stromverbrauches von Flachbildschirm-Fernsehgeräten?? Wenn man den Stromverbrauch dieser Geräte wissen will, muss man hinter die Geräte kriechen, und dort - fast mit der Lupe - nach der Leistungsaufnahme suchen.
Das habe ich beispielsweise gemacht. Das Ergebnis: Geräte bis weit (!) über die 500W!!

Dazu im Vergleich mein Röhrenfernseher: 49W!

Pannonia Jack hat natürlich recht: Das Bewusstsein zum Energieeinsparen ist nach wie vor in der Bevölkerung kaum vorhanden.

Sie sind dafür ein gutes Beispiel!!

Pannonia Jack
11
12.7.2009, 16:30

Das Problem ist, dass Geräte die scheinbar ausgeschaltet sind trotzdem Strom verbrauchen, weil die Netzteile weiter als Verbraucher aktiv sind. Solche "Späße" verursachen Stromkosten von immerhin 9 Euro jährlich (pro Netzteil). Zudem glaube ich nicht das die schicken neuen Espresso-Maschinen energiesparender sind als die klassischen Modelle. Es gibt unzählige weitere Beispiele!

Außerdem verbiete ich es mir von ihnen als Unwissender angeschnauzt zu werden. Mit ihrer "Denke" würde die Menschheit noch in Höhlen wohnen.

Gerhard Ingolf
12
12.7.2009, 17:37

Entschuldigung, aber was soll ich mir bei diesem Satz "Auf die Idee, dass man Strom sparende Geräte produziert, ist noch niemand gekommen." denken?

Wenn Sie's schon sonst niemandem zutrauen, sind Sie niemand?

Schon richtig, dass "stand by" Strom kostet, genauso wie die Straßenbeleuchtung. Aber aller Energieeinsatz dient der Bequemlichkeit - ist also nicht hauptsächlich Sache der Produzenten sondern der Verbraucher.

Ein Vorschlag: Kaufen Sie Aktien von Energiekonzernen, dann naschen Sie am sagenhaften Gewinn mit!

living reef
01
11.7.2009, 08:36
atomkraftwerke brauchen kühlwasser

für den sekundären kühlkreislauf. daher werden akw's ja auch an großen flüssen gebaut. nur: dort gehen die wasserstände stetig zurück (z.b.po) und das schränkt wiederum die betriebssicherheit der akw's ein. es sollte kein neues akw mehr gebaut werden bevor nicht die frage der 99,9% sicheren endlagerung des atommülls geklärt ist und dieses lager auch tatrsächlich in der realität existiert. es gibt weltweit noch kein einziges!!!!!!

Gerhard Ingolf
11
12.7.2009, 14:35

Kühlwasser benötigen auch Kohle- Gas- und Ölkraftwerke. In Italien gibt es rundherum Meer - da sollte das kein Problem sein (man könnte es auch mit einer Entsalzungsanlage verbinden und die Abwärme zur Gewinnung von Süßwasser und Salz verwenden).

Was die Endlagerung betrifft ist das keine technischens sondern ein politisches Problem mit Rückwirkungseffekt: "Für den radioaktiven Abfall von Atomkraftwerken darf man kein Endlager errichten weil Atomkraftwerke eine unzumutbare Belastung aller folgenden Generationen darstellen, denn es gibt ja noch nichtmal ein Endlager"
Daher auch die gewalttätigen Prodeste der friedlichen Demonstranten gegen die Errichtung eines Endlagers in Deutschland.

2934632
00
13.7.2009, 02:11
paperlapapp

Wo gibt es denn einen Platz für ein Endlager welches für die nächsten Generationen zu 100% sicher ist? Ganz konkret: Wo wird aktuell ein Endlager nicht nur studiert, überlegt und erforscht sondern effektiv geplant? - Die allwissende Müllhalde (wikipedia) schreibt dazu: "Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle ist bisher noch in keinem der 41 Kernenergie nutzenden Staaten in Betrieb, obwohl entsprechende Planungen und Vorarbeiten in vielen Ländern seit etwa vier Jahrzehnten laufen."

Jsf1984
00
24.7.2009, 18:36

die Skandinavischen Staaten sind hier schon sehr weit, in Finnland wird in absehbarer Zeit das erste Endlager für hochaktiven Abfall in Betrieb gehen (Endlager für weniger aktiven Abfall gibt es dort bereits wie auch in anderen Ländern). Es wird sich in der Nähe des neuen EPR-Reaktors befinden.

2934632
12
10.7.2009, 15:32

Wen wundert's... die Italiener haben Berlusconi gewählt / die Italiener sind für Atomkraft - zwei fatale Fehler

Andreas Bogeschdorfer
11
10.7.2009, 12:32
Italiens Wirtschaft auf dem Weg der Selbstzerstörung.

Wenns in der Praxis überhaupt so weit kommt.

nix fir unguad
11
10.7.2009, 15:11
Die Selbstzerstörung hat damals mit dem Ausstieg...

...aus der Atomenergie angefangen. Italien hat seither die höchsten Stromkosten in der EU. Energieintensieve Industrien sind in Italien nicht konkurenzfähig.

dfsdf
00
10.7.2009, 12:21
Die Mafia...

...reibt sich wahrscheinlich jetzt schon die Hände. Ich will ja gar nicht wissen, mit welchen Auswirkungen wir es dann zu tun haben werden. Kann man nur hoffen, dass es ganz im Norden gebaut wird, wo die Mafia noch nicht so stark ist (auf der anderen Seite wäre das dann wieder näher zu Österreich).

Pannonia Jack
01
12.7.2009, 00:50

Selbst im Norden wird die Mafia mitmischen. Apropos "mitmischen": Der Beton für die Kraftwerke wird aus dem Verhältnis 285 kg Zement, 200 Liter Wasser, 1800 kg Zuschläge und 100 kg Kronzeugen bestehen.

badlwand
13
10.7.2009, 09:21
schnell noch viele akws bauen.

möglichst viele kohlekraftwerke auch noch und das am besten möglichst an der ost- nordseeküste. (hamburg,...)

das ganze dient dazu, die umstellung auf alt. energien hinauszuzögern, bzw zu verhindern.

es geht dabei um extrem viel kohle und für die konzerne gilt es, monopolsituation hinüberzuretten.

"Alptraum": pv auf dem dach und elektroautos.

durch neue akws wird windenergie temporär vom netz genommen. (eine riesige sauerei und schon oft passiert.)

aber ... die sonne scheint gratis und ist daher langfristig konkurenzlos.

pv amortisiert sich mit mittlerweile in 15 j. mit normalen strompreis gerechnet!!!!

wers nicht glaubt, zahlen fakten googeln und selber nachrechnen.

und die herbeigeredete energielücke wird es nicht geben.

xv22
00
14.7.2009, 18:28
Das wird die PV-Mafia schon zu verhindern wissen

nix fir unguad
11
10.7.2009, 13:22
PV kann nur im südlichen Teil von Europa zu...

...zu Netzparität hergestellt werden. Selbst in Mailand und den überhöhten italienischen Strompreisen scheint dort nicht genug Sonne.
Meine Schätzungen sind auf Errichtungskosten von €3800/kWpeak und einem Zinssatz von 5% basiert.
Übrigens konkuriert Solarstrom mit Atomstrom nicht. Atomstrom ist Grundlast und Solar hilft bei der Deckung von Spitzenlasten während des Tages.

Andreas Mittermayer
00
13.8.2009, 23:42
Na, Sie scheinen ja nicht gerade am letzten Stand zu sein!!



Siehe:

http://wohnen.pege.org/2009-inte... anlage.htm

Aber: sind wir Anderes von Ihnen gewohnt??!

checkmate
11
10.7.2009, 11:03

Wo am Energiesektor gibts bitte ein Monopol?
Haben sich alle Energieversorger zusammengeschlosen in der "wirmögenkeineAlt.energienichtlobby"
Und Stromkonzerne sind natürlich auch gegen das E-Auto, steigende Nachfrage ist für die ja ein Graus!

Kohlekraftwerke werden zähneknirschend gebaut, weil der Gaspreis so eine Sache ist und AKWs grundsätzlich pöhse. Und wie sie selber indirekt richtig festgestellt haben, liefert Windenergie keinen Basisstrom und damit keinen Ersatz zu oben genannten.

Stahl_____666
10
10.7.2009, 10:51
.

Schau, mit welchem Energieträger ein Energieanbieter sein Geld verdient ist ihm prinzipiell egal. Nicht umsonst kaufen die Ölfirmen wie einst die Ölfelder jetzt die Wälder in Osteuropa auf um Pellets liefern zu können.

Kein Energieanbieter wird seine Windräder oder Solarzellen vom Netz nehmen nur weil er gleichzeitig ein Kohle- oder Kernkraftwerk betreibt.

Das Problem mit alternativen Energien ist und bleibt vorläufig nunmal, daß für die vorhandene Technologie die Sonne nicht ausreichend scheint und der Wind nicht dauerhaft bläst. Kein Stromabnehmer will nur bei Sonnenschein und ausreichend Wind produzieren. Und genau deswegen braucht es momentan noch die althergebrachten Wege der Energieerzeugung.

nickmaxell
01
10.7.2009, 13:46

bleibt nur die ungeliebte Frage wohin mit dem Atommüll - da sind schon Altlasten da die unsere Enkel^6 belasten werden - aber Hauptsache Geld machen

Andreas Bogeschdorfer
01
10.7.2009, 12:29
mit welchem Energieträger ein Energieanbieter sein Geld verdient ist ihm prinzipiell egal.

Sorry, aber das ist Nonsens. Der Aufbruch der Erneuerbaren hat sich abseits der großen Konzerne entwickelt. Weil prinzipiell jeder Unternehmer und Private diese Anlagen betreiben kann, stellen sie für die über Gebietsmonopole und die Netze verwaltenden Versorger eine Konkurrenz dar. (trotz Netzliberalisierung befinden sich die Netze fast ausschließlich in Hand von Tochterfirmen der Großversorger).

Energieversorger schließen sehr wohl immer wieder Windstrom aus dem Netz aus (und werden dafür auch gerichtlich verurteilt). Und bei den eigenen Anlagen gilt: Jene laufen lassen, die die Monopole sichern.

Erneurbare bieten einen breiten Mix, der vom Wetter unabhängig macht. Dazu gibts längst virtuelle Kraftwerke. Ihr "Problem" ist keines.

Gerhard Ingolf
10
10.7.2009, 17:18

Lese ich richtig? "Erneurbare bieten einen breiten Mix, der vom Wetter unabhängig macht." meinen Sie das ernst oder ist das ironisch gemeint?

Ich denke da z.B. an nebelverhangene Novembertage mit Windstille und Inversionswetterlage: Keine Sonne (Solarenergie fast 0), kein Wind (Windenergie negativ, da Blinklampen für Flugsicherung betrieben werden müssen) und Holzheizung einstellen, weil die Luft sowieso schon zu schlecht ist. Wo bleibt da die Unabhängigkeit? Und was bitte liefern "virtuelle Kraftwerke"?

nickmaxell
00
11.7.2009, 14:38

schon mal was von wärmeaustauschern bzw geothermalen Kraftwerken gehört? - die sind Wetter unabhängig und auch bei uns durchaus machbar

nix fir unguad
00
11.7.2009, 17:12
Zu einem Preis der nicht leistbar ist

Übrigens ist Italien bei geothermalen Kraftwerke ziemlich weit fortgeschritten. Aber diese sind eben nur in wenigen Gebieten wirtschaftlich.

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