Schmerzen

Somatoforme Schmerzen in Hausarztpraxen sehr häufig

09. Juli 2009 15:42
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    Foto: apa/dpa/roland weihrauch

    Bei der Mehrheit der Patienten, die mit Schmerzen einen Hausarzt aufsucht, ist die Ursache medizinisch nicht bzw. nicht vollständig erklärt

Deutliche Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne Depressionen

Mainz - Patienten mit einer Depression leiden häufiger und stärker unter Schmerzen, die sich nicht bzw. nicht vollständig mit einer organischen Grundlage begründen lassen, als Patienten ohne Depressionen. "Dabei sind Frauen deutlich stärker von Depressionen und auch von den so genannten somatoformen Schmerzen betroffen als Männer", teilt Dirk Frieser vom Institut für Psychologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in einer Aussendung mit. Im Rahmen einer Doktorarbeit hat er zusammen mit Stephanie Körber Patienten Mainzer Hausarztpraxen über körperliche und psychische Parameter befragt. Anschließend wurden die Schmerzsymptome von den Hausärzten beurteilt.

Symptome sind keine "Einbildung"

Somatoforme Symptome, auch als medizinisch nicht bzw. nicht vollständig erklärte Symptome bezeichnet, sind ein erstaunlich weit verbreitetes Phänomen. "In den allgemeinärztlichen Praxen sind bis zu 80 Prozent der Symptome somatoform", so Frieser. Das heißt allerdings nicht, dass sich Patienten diese Symptome "einbilden". Somatoforme Symptome werden wahrgenommen, beeinträchtigen die Lebensführung und verursachen mitunter klinisch relevantes Leid, das eine Psychotherapie rechtfertigt, etwa eine kognitive Verhaltenstherapie.

Zum Krankheitsbild einer somatoformen Störung gehören neben Schmerzsymptomen oftmals auch Symptome wie Schwindel, Missempfindungen in unterschiedlichen Körperbereichen, aber auch Erschöpfungsgefühle oder Müdigkeit. Wichtig, so Frieser, sei jedoch, dass nicht jeder, der somatoforme Symptome aufweise, auch eine diagnostizierte somatoforme Störung habe. Dies hänge vor allem davon ab, welche Beeinträchtigung in der Lebensführung bzw. welches psychische Leid für den Patienten gegeben sei.

Zusammenhang von Depression und somatoformen Schmerzen

In der Mainzer Hausarztstudie wurde der Frage nachgegangen, welchen Einfluss Depressionen auf das Schmerzerleben von Patienten haben und ob sich dies unterscheidet, wenn es sich um medizinisch nicht erklärte Schmerzen beziehungsweise um medizinisch erklärte Schmerzen handelt. "Das Ergebnis weißt daraufhin, dass bei Patienten, die aktuell unter einer Depression leiden oder in den letzten zwölf Monaten davon betroffen waren, die Anzahl der somatoformen Schmerzen in unterschiedlichen Körperbereichen wesentlich höher ist als bei Patienten ohne Depressionen." Frieser zufolge könnten daher Menschen, die mit einer Vielzahl von Schmerzen in die Hausarztpraxis kommen, die nicht vollständig medizinisch erklärt sind, mit höherer Wahrscheinlichkeit eine behandlungsbedürftige Depression aufweisen.

Mehrheit von Schmerzen ist somatoform

Welche Bedeutung die richtige Einordnung und Beurteilung der Schmerzerkrankungen im Hinblick auf das Gesundheitswesen hat, zeigt das Ergebnis der Mainzer Hausarztstudie, wonach 73 Prozent der Schmerzen von den Hausärzten als somatoform beurteilt wurden und sich demgegenüber nur 27 Prozent medizinisch vollständig begründen ließen. Im Falle der organisch erklärten Schmerzen macht es auch keinen Unterschied, ob die Patienten unter einer Depression leiden oder nicht: Anzahl, Dauer und Beeinträchtigung durch die Schmerzen sind hier in beiden Patientengruppen in etwa gleich. (red, derStandard.at)

rud lang
10.07.2009 09:21
Syringomyelie

Ich war erstaunt, als ich diesen Artikel las: Eine Bekannte litt an genau den Symptomen, die darin beschrieben sind (...Schwindel, Missempfindungen in unterschiedlichen Körperbereichen, aber auch Erschöpfungsgefühle oder Müdigkeit...). Auch sie wurde lange als Simulant hingestellt.
Ein MR brachte es dann an den Tag: Sie leidet an Syringomyelie, einer seltenen Erkrankung des Rückmarkes, die nur mittels MR festzustellen ist, aber großes Leid verursacht.
Vielleicht leiden manche der oben beschriebenen Menschen ganz einfach ebenfalls an Syringomyelie .

siliconvalley
11.07.2009 00:20
googeln Sie ein ma "Mitochondrial Disease"

"Most mitochondrial myopathies occur before the age of 20, and often begin with exercise intolerance or muscle weakness. During physical activity, muscles may become easily fatigued or weak. Muscle cramping is rare, but may occur. Nausea, headache, and breathlessness are also associated with these disorders." http://www.medicinenet.com/mitochond... rticle.htm

Mit den Symptomen wird man wohl meist als "faul" hingestellt und bekommt den "guten Rat" sich mehr zu bewegen, dann wuerde das schon besser.

Es gibt unzaehlige Erkrankungen, die in der Allgemeinpraxis einfach nicht erkannt werden koennen.

siliconvalley
10.07.2009 03:12
wonach 73 Prozent der Schmerzen von den Hausärzten als somatoform beurteilt wurden und sich demgegenüber nur 27 Prozent medizinisch vollständig begründen ließen

wofuer der Arzt keine Erklaerung findet ist also somatoform.
Ich kenne etliche Faelle aus meinem Bekanntenkreis und in der eigenen Familie, wo schwerwiegende Erkrankungen und Unfallfolgen ueber Jahre nicht erkannt wurden. Teilweise, weil man ein teures MR nicht machen wollte, mit dessen Hilfe man eine richtige Diagnose haette machen koennen. Mussten die Leute halt laenger leiden und sich als psychisch krank belaecheln lassen.

gustav gans42
10.07.2009 16:07

seit ich meine Depressionen mit 5-7 Stück Lexotanil/Tag erdrücke, hab ich überhaupt keine Schmerzen mehr.
Meine Teeshots gehen jetzt mindestens 300m weit.
Echt cool.
Und auf den Grüns: aus 5-8 Metern loch ich alles ein.
Und die Mitspieler zahl`n das Bier.
Und ja: meinen Führerschein hab ich...noch!

siliconvalley
11.07.2009 00:32

ich bestreite nicht dass Depressionen auch koerperliche Symptome verursachen.

Mich aber wollte ein praktischer Arzt zur Psychotherapie schicken, weil er ueber 7(!) Jahre die Ursache meines chronischen Hustens nicht erkannte. Ich bestand auf einem neuerlichen Roentgen, und siehe da, ich hatte einen Tumor in der Lunge. Mein Arzt hatte eine koerperliche Ursache ausgeschlossen, weil ich unter 40 war, nie geraucht hatte und nicht das charakteristische Bronchitis Atemgeraeusch hatte. Ich war wegen meiner Lungenerkrankung auch extrem muede und konnte mich kaum zu etwas aufraffen. Ich bekam Antidepressiva, nur davon gingen leider weder der Husten, noch der Tumor weg.

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