Versuch mit Beleuchtung

Tageslicht macht alte Menschen agiler

9. Juli 2009, 15:49
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    foto: k. zumtobel

    Im Wiener Altenheim St. Katharina ließen sich positive Effekte des neuartigen Beleuchtungssystems nachweisen

Altersheim wurde versuchsweise mit einer neuartigen Lichtanlage ausstattet - Tageslicht steigert die Lebensqualität

Gießen/Wien - Alte Menschen profitieren davon, wenn die Lichtverhältnisse dem Tageslicht angepasst werden. Zu diesem Ergebnis kommen deutsche und österreichische Forscher, die ein Wiener Altersheim versuchsweise mit einer neuartigen Lichtanlage ausstatteten. Sie prüften dabei, wie sich Beleuchtungsstärke oder die spektrale Zusammensetzung auf das Wohlbefinden der Bewohner auswirkten. Besonders ein biologisch wirksames Licht, das einen erhöhten Blauanteil hat, zeigte positive Auswirkungen. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt wurde vom österreichischen Wirtschaftsministerium und vom Land Wien gefördert.

Verhalten bei verschiedenen Lichtsituationen

Für die Untersuchung wählten die Forscher die Demenzstation des Wiener Altersheim St. Katharina, das überwiegend von Frauen mit durchschnittlich 88 Jahren bewohnt wird. Im Zuge einer Neugestaltung des Heims wurden dort Lichtdecken installiert, bei denen Farbtemperatur und Beleuchtungsstärke dynamisch gesteuert werden kann. "So konnten wir das Verhalten der Bewohner bei drei verschiedenen Lichtsituationen untersuchen", berichtet Studienleiter Dieter Lorenz von der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Konventionelle Lichtquellen, die warm- oder neutralweißes Licht geben, erreichen Tageslichtqualität nur bei drastisch erhöhter Helligkeit und brauchen dafür deutlich mehr Energie.

Mehr Kommunikation und Beteiligung

Nach 14 Monaten Verhaltensbeobachtung bei Tageslicht-ähnlicher Beleuchtung konnten die Forscher eine ganze Reihe positiver Effekte feststellen. "Die Bewohner kommunizierten deutlich mehr untereinander und mit dem Pflegepersonal, nahmen eher an Gemeinschaftsaktionen wie Basteln, Spielen und Singen teil und beteiligten sich auch mehr an hauswirtschaftlichen Aktivitäten ihrer Wohngruppe", erklärt die Psychologin Charlotte Sust, Zuständige für das Versuchskonzept. Für Demenzkranke bedeute das einen entscheidenden Fortschritt an Lebensqualität. "Die höhere Aktivität der Betreuten am Tag unterstützt die abendliche Müdigkeit und die Bewohner haben einen erholsameren Schlaf. Das verbessert das Wohlbefinden und kann auch die Pflege erleichtern, was das Pflegepersonal entlastet und die in dieser Berufsgruppe weit verbreiteten Burnout-Situationen oder die hohe Fluktuation entschärft", so Sust. Einziger Wermutstropfen ist für die Psychologin die niedrigere Akzeptanz des künstlichen Tageslichtes gegenüber normaler warmer Beleuchtung, die auf die Ungewohntheit des als kalt empfundenen Lichts zurückzuführen sei.

Ausreichende Lichtdosis beugt Schlafstörungen vor

Heute weiß man, dass Tageslicht für die Gesundheit allgemein wie auch im Speziellen für das mentale Wohlbefinden eine wichtige Rolle spielt. Biologisch beeinflusst Tageslicht Rezeptoren auf der Netzhaut des Auges, die für Tag-Nacht-Funktionen des Organismus zuständig sind. Eine ausreichende tägliche Lichtdosis unterdrückt das Schläfrigkeits-Hormon Melatonin und beugt somit Schlafstörungen oder sogar depressiven Verstimmungen wie die saisonale "Winterdepression" vor. Tageslichtmangel und die damit verbundenen Gesundheitsgefahren betreffen vor allem ältere Menschen, im Speziellen jedoch Demenzkranke, die häufig an Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus leiden. "Zwar liegen die Kosten für die Tageslicht-Beleuchtung etwas höher, doch könnte es sein, dass aufgrund des besseren Schlafs in der Nacht gewisse Medikamente zurückgestellt werden könnten. Das muss jedoch noch weiter untersucht werden", so Lorenz. (pte)

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11 Postings
Tante Luise schneid die Tortn an
 
11
10.7.2009, 13:26
Bin dafür ...

... die finanziellen Zuwendungen für "Forschung" um 50 % zu senken. Dann bleiben uns solche "Forschungs"ergebnisse hoffentlich erspart.

Das was uns heutzutage als Forschung verkauft wird ist lediglich das banale Benennen von allgemein vorhandenem Wissen.

Eine inzestuöse Clique von Dilletanten versorgt sich gegenseitig mit Fördermitteln und produziert nichts anderes als verquirlte Hühnersche%$& ... ;-)

papa_ratzi
01
10.7.2009, 11:02
"Heute weiß man, dass Tageslicht für die Gesundheit allgemein wie auch im Speziellen für das mentale Wohlbefinden eine wichtige Rolle spielt."

Dafür braucht man eigens Studien?
Das Ergebnis neuester Studien zeigt:

Mensch + Tageslicht -> :-)
Mensch + Glühbirnen -> :-/
Mensch + Neonröhren -> :-(

...probieren auch Sie diese revolutionären Erkenntnisse in Ihrem Alltag aus!

xv22
00
10.7.2009, 13:03

Mensch + Tageslicht -> :-)
Mensch + Nacht -> :-)
Mensch + Neonröhren -> :-|
Mensch + Glühbirnen -> :-(

Der 7. Zwerg von links
00
10.7.2009, 12:59

die grosse Quizfrage zum Thema und Ihrer Theorie

Welches Leuchtmittel wurde für die Lichtdecke verwendet?

A - Glühbirne

B - Halogenstäbe

C - Leuchtstofflampen Lichtfarbe Tageslicht (auch Neonröhre genannt)

D - Kerze

ich bin der Docht in der Nacht ;)
01
10.7.2009, 09:15
nicht nur alte

da fällt es nur mehr auf

skipper2002
00
seit ich nimmer im gemeindebau wohne

hab ich auch mehr tageslicht.

erich1963
09
Und wie wär's mit richtigem Tageslicht und Aufenthalt im Freien?

birka
01
10.7.2009, 17:18

eh logisch, geht nix über Sonnenlicht! Wird aber wahrscheinlich oft aus Personalmangel oder baulichen Gründen etc etc nicht so einfach sein. Die Lampe kannst den alten Leuten Stunden lang vor die Nase halten, wird dann eventuell eine stärkere Wirkung haben als ein 30min-Aufenthalt im Freien (?)

Tante Luise schneid die Tortn an
 
00
10.7.2009, 13:28
Das ...

... würde zu wenig kosten. Außerdem könnte dann niemand ein fettes Forschungsbudget abkrallen!

Leider zu logisch, zu günstig, zu einfach durchführbar Ihr Vorschlag ... daher unbrauchbar! ;-)

The Resistance
01

Bei dem Wetter? brrr ;)

erich1963
01
Das Wetter ist für den "Dirigenten der Rhythmen"

(Nucleus suprachiasmaticus - was für ein schöner Name!!) ziemlich belanglos. Hauptsache Tageslicht.
Ansonsten: brrr stimmt voll!

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