Nokias Touch-Flaggschiff N97 in Österreich

9. Juli 2009, 13:11
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Das Touchscreen-Handy ist ab sofort in Österreich verfügbar - erste Impressionen sind mäßig beeindruckend

Nokia hat das N97 am österreichischen Markt eingeführt. In dem kommenden Tagen soll das Touchscreen-Flaggschiff des finnischen Herstellers das Angebot der heimischen Mobilfunker ergänzen. Das Smartphone soll bezüglich Ausstattung und Features in eine Reihe zu Konkurrenz-Geräten wir dem iPhone, HTCs Android-Duo Dream (G1) bzw. Magic oder dem Palm Pre treten können.

Ausstattung

Das Quad-Band-Gerät bietet eine 5-Megapixel-Kamera mit Dual LED-Blitzlicht, Autofokus, Carl-Zeiss-Optik und Videofunktion auf der Rückseite, die durch eine Schiebeabdeckung geschützt ist. Der interne Speicher beträgt 32 GB und kann auf bis zu 48 GB mittels Micro SD-Karten erweitert werden. Zur weiteren Ausstattung des HSDPA-Telefons gehört ein 3,5 Zoll großer Touchscreen mit 640 x 360 Pixel und 16,7 Mio. Farben (mit Fingern und Stift bedienbar), eine 3,5 mm Klinkenbuchse, WLAN, Bluetooth, TV-Ausgang, Micro USB-Anschluss, Java-Unterstützung, UKW Stereo Radio, sowie ein integriertes GPS-Modul (A-GPS). Der Touchscreen wird durch eine aufschiebbare QWERTZ-Tastatur ergänzt.

Nach Herstellerangaben bietet das Handy eine Sprechzeit von bis zu 360 Minuten bei 3G und 585 Minuten im GSM-Netz, 385 Stunden 3G- und 400 Stunden GSM-Standby und 39 Stunden Musikwiedergabe im Offline-Modus.

Verschiedene Meinungen

Erste Tests des N97 fielen differenziert aus. Gizmodo etwa sieht für Nokia eine düstere Zukunft, wenn der Hersteller kein besseres Gerät als das N97 auf den Markt bringt. Die Computerwoche findet, dass Nokias Marketing-Bezeichnung "echter Multimedia-Computer" durchaus zutreffe, das Gerät sei aber sehr kompliziert und biete trotz Vollausstattung wenige Highlights. Der WebStandard konnte zum Launch des Geräts in Österreich ein paar erste Eindrücke gewinnen. Die technische Ausstattung des Smartphones kann sich sehen lassen und übertrifft die der Konkurrenz teilweise. Mit 150 Gramm wiegt das Gerät etwa so viel wie HTCs G1 (158 Gramm), das ebenfalls mit einer aufschiebbaren Tastatur ein ähnliches Design aufweist. Die Verarbeitung des Geräts mit weißem bzw. schwarzem Plastik-Gehäuse wirkt nach erstem Eindruck allerdings etwas billig.

Symbian

Die technische Ausstattung des Geräts entscheidet natürlich, welche Features darauf laufen. Doch worauf es bei aktuellen Smartphones wirklich ankommt, ist die Software, also das Betriebssystem und die darauf laufenden Applikationen. Auf dem N97 kommt Symbian S60 5th Edition zum Einsatz. Den Homescreen hat Nokia für Widgets reserviert, um das Smartphone für User personalisierbar zu machen. Etwa 20 Anwendungen sind auf dem Gerät vorinstalliert, weitere können über den Ovi Store hinzugefügt werden.

Widgets

Während bei iPhone und Android wie auf einem Computer Icons auf dem Startscreen abgelegt werden können - bei Android noch dazu völlig frei positionierbar, hat man beim Nokia Zugriff auf Widgets, die bestimmte Funktionen oder Inhalte direkt am Screen anzeigen. Die Widgets auf dem Homescreen werden, sofern sie auf Online-Inhalte zugreifen, automatisch aktualisiert, wenn neue Inhalte vorliegen - beispielsweise E-Mails, Nachrichten einer News-App oder Facebook-Statusmeldungen. Die Anwendungen können gleichzeitig laufen, da das Nokia N97 Multitasking unterstützt. Zuliebe der Akkulaufzeiten und der Geldbörse ist es aber fraglich, wie praktisch es ist, Online-Anwendungen durchgehend laufen zu lassen.

"Bento-Box"

Im Gegensatz zu iPhone und Android ist die Zahl der Anwendungen, auf die man vom Homescreen aus direkt zugreifen kann auf fünf begrenzt. Laut Nokia habe man in Studien herausgefunden, dass Anwender nicht mehr als fünf Anwendungen gleichzeitig verwenden würde. Hinter dem Homescreens liegt die bekannte Symbian-Oberfläche, die auf normalen Handys ihren Zweck erfüllt, auf dem Smartphone aber etwas veraltet wirkt. Im Vergleich dazu wirken iPhone OS und Android weitaus fortschrittlicher und ausgereifter. Auch Nokias eingekastelte Widget-Anordnung (beim Hersteller selbst scherzt man sogar, dass es wie eine Bento-Box aussieht) wirkt uninspiriert und überholt.

Verfügbarkeit

Laut Nokia wird das N97 wahrscheinlich bei allen Mobilfunkern angeboten werden. 3 hat bereits offiziell angekündigt, das Smartphone mit entsprechendem Tarif ab 99 Euro anzubieten. Ohne Vertrag kostet das Handy 699 Euro. (Birgit Riegler/ derStandard.at, 9. Juli 2009)

  • Touchscreen und QWERTZ-TAstatur
    foto: nokia

    Touchscreen und QWERTZ-TAstatur

  • Homescreen mit Widgets im "Bento Box-Stil"
    foto: nokia

    Homescreen mit Widgets im "Bento Box-Stil"

  • 150 Gramm - Formfaktor und Gewicht ähnelt dem HTC Dream (G1)
    foto: nokia

    150 Gramm - Formfaktor und Gewicht ähnelt dem HTC Dream (G1)

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