Deutsche Piratenpartei im Kampf gegen rechtes Gedankengut

9. Juli 2009, 10:20
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Ein Parteimitglied war mit Aussagen zum Holocaust aufgefallen, es wurde distanziert und nun auch öffentlich Stellung bezogen

Die Piratenpartei Deutschland hat mit Äußerungen eines Parteimitgliedes über die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs zu kämpfen. Zwar hat sich die Partei klar von den Aussagen distanziert, allerdings konnte so eine Welle der Entrüstung und ein mediales Echo nicht mehr verhindert werden.

"Leichtfertige Positionen"

Laut einer Meldung von Heise hat das betroffene Parteimitglied Aussagen über den Holocaust getätigt und dabei "leichtfertige Positionen in der sogenannten Revisionismusdebatte vertreten", so zitiert der Online-Dienst das Bundesvorstandsmitglied Thorsten Wirt. Bereits 2003 sollen auch Usenet-Beiträge verfasst worden sein, in denen die vertretenen Ansichten zum Polenfeldzug Hitlers und der Kriegsschuldfrage für Diskussionsstoff sorgten. Unter anderem soll sich der "Pirat" "auf Bücher von esoterischen Verschwörungstheoretikern und bekannten Rechtsextremen" gestützt haben.

Die Distanzierung

Mittlerweile gibt es verspätet, aber doch eine Erklärung - unter Benutzer:Bodo Thiesen/Distanzierung nimmt der Betroffene nun zu den Vorwürfen Stellung. Gegenüber Heise erklärte Thiesen, dass seine Äußerungen "missverstanden" und "umgedeutet" wurden. "Es sei ihm um Meinungsfreiheit gegangen, ein Holocaustleugner sei er auf keinen Fall. Er wolle sich nicht unter Druck setzen lassen", so Heise. In seiner Erklärung meint Thiesen: "Ich bin ebenfalls davon überzeugt, daß Adolf Hitler den Krieg bewusst und willentlich durch den Angriff auf Polen gestartet hat. Ich habe tiefstes Mitgefühl für die Opfer dieser Verbrechen und ihre Angehörigen. Ich werde in Zukunft jegliche Äußerungen unterlassen, die an dieser, meiner Meinung Zweifel aufkommen lassen könnten. Abschließend möchte ich mich bei allen Beteiligten für die Turbulenzen der vergangenen Tage entschuldigen, die durch meine früheren, mißverständlichen Aussagen ausgelöst wurden. Weiterhin möchte ich mich für den Rückhalt bedanken, den ich in der Partei von vielen, insbesondere jenen, die mich persönlich kennen, erhalten habe".(red)

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