Gipfel in L'Aquila

G8 setzen Iran im Atomstreit Ultimatum

9. Juli 2009, 12:09
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    foto: ap

    Die Staats- und Regierungschefs der G-8 plus der schwedische Ministerpräsident und EU-Ratsvorsitzender Reinfeldt und EU-Kommissionspräsident Barroso.

Bis September - Obama plant Atom-Gipfel - Wieder leichte Erdbeben in L'Aquila - Mit Video

L'Aquila - Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands (G-8) haben am zweiten Tag ihres Gipfeltreffens ihre Beratungen wieder aufgenommen. Auf der Tagesordnung steht am Donnerstag im italienischen L'Aquila zunächst eine gemeinsame Sitzung der G-8-Staaten mit den bedeutendsten aufstrebenden Schwellenländern der Erde. Zu den sogenannten G-5 gehören Brasilien, Indien, China, Mexiko und Südafrika. Auch dabei wird es vor allem um Klimafragen gehen, aber auch um die Lage der Weltwirtschaft.

Lula witzelte mit Obama

Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat seinem US-Kollegen Barack Obama am Rande des G-8-Gipfels in Italien ein Trikot der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft als Geschenk überreicht. Dabei nutzte er am Donnerstag genüsslich die Gelegenheit, Obama an das Spiel Brasiliens gegen die USA beim Confederations Cup am 28. Juni erinnern: Zwar lag das US-Team zur Halbzeit 2:0 in Führung, am Ende gewannen die Brasilianer aber 3:2.

"Yes we can", sagte Lula da Silva wiederholt und gab mit diesem Wahlkampfslogan Obamas offenbar seine Gedanken während des brasilianischen Rückstands wider. Obama nahm die kleine Stichelei sportlich und erklärte, ihm gefalle das von den Nationalspielern signierte Trikot. "Sehr gut. Ich mag es", sagte Obama.

Ergebnisse des ersten Tages

Zum Abschluss des ersten Tages des G-8-Gipfels in Italien haben sich die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands gegen die Gewalt im Iran nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen gewandt. Mit Blick auf den Atomkonflikt mit dem Iran forderten die Staats-und Regierungschefs Teheran am Mittwoch auf, auf die Angebote zur Beilegung des Streits einzugehen. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte, man habe dem Iran bis Ende September Zeit, eine Lösung im Atomkonflikt zu finden.

Bis zum G-20-Treffen mit den Schwellenländern in Pittsburgh am 24. und 25. September seien Mitglieder der Gruppe bereit, Verhandlungen eine Chance zu geben, sagte Sarkozy am Mittwoch nach Gesprächen mit seinen G-8-Amtskollegen in L'Aquila. "Wenn es bis dahin keine Fortschritte gibt, werden wir Entscheidungen treffen müssen." Mögliche Sanktionen seien nicht in der Gipfelerklärung der G-8-Staaten zu Iran erwähnt worden - "aber der Geist ist da". Weitere Strafmaßnahmen müssten vom UNO-Sicherheitsrat beschlossen werden, unterstrich er.

G8 besorgt wegen Iran

Sarkozy sagte, der laut offiziellen Angaben wiedergewählte iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad werde im August seinen Amtseid ablegen und eine Regierung bilden. Bis September gebe es dann einen Monat Zeit. "Es ist an ihnen, die Entwicklung der Dinge zu bestimmen." Die Regierung in Teheran weigert sich bisher, wie von den UNO gefordert die Urananreicherung auszusetzen. Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines Programms zur Energiegewinnung heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran weist dies zurück.

Die Gipfelteilnehmer äußerten sich ernsthaft besorgt über die Lage im Iran nach den von Gewalt begleiteten Massenprotesten nach der Wahl, wie aus einer entsprechenden Erklärung hervorgeht. Insbesondere wird die Verhaftung von Journalisten und ausländischen Bürgern angesprochen. Ausdrücklich wenden sich die G-8-Staaten auch gegen die Leugnung des Holocaust durch Ahmadinejad.

Nordkoreas Atomtest verurteilt

Die acht führenden Industriestaaten haben auch den jüngsten Atomtest Nordkoreas sowie die Raketenversuche verurteilt. Das Verhalten Nordkoreas "stellt eine Gefahr dar für Frieden und Stabilität in der Region und drüber hinaus" dar, hieß es in der Erklärung. Sie forderten die kommunistische Regierung in Pjöngjang auf, sich an die UNO-Resolutionen zu halten und wieder zum Dialog über das Atomprogramm des Landes zurückzukehren.

Obama plant Atom-Gipfel

US-Präsident Barack Obama plant für März kommenden Jahres ein Spitzentreffen zur atomaren Sicherheit. Das Treffen solle in Washington stattfinden, bestätigte der Berater der US-Regierung, Mark Lippert, am Mittwochabend. Es sei ein weiterer wichtiger Schritt in Obamas Politik gegen eine Weiterverbreitung von Atomwaffen. Hintergrund sei, dass Obama die terroristische Bedrohung mit Hilfe von Atommaterial für die unmittelbarste und dringendste für die Weltsicherheit halte, sagte Mark Lippert vom Nationalen Sicherheitsrat der USA bei einer Telefonkonferenz.

Hauptziel des Gipfeltreffens ist es demnach, Atommaterial zu sichern, das gestohlen werden könnte. Zudem soll die internationale Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Handel mit diesen gefährlichen Gütern und dem entsprechenden technologischen Know-How verbessert werden. Der US-Präsident hatte Anfang der Woche bei seinem Besuch in Moskau ein solches Gipfeltreffen angekündigt. Mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew hatte er sich auf eine Verringerung der Atomarsenale beider Länder verständigt.

Wieder leichte Erdbeben

Drei leichte Erdbeben in der Stärke zwischen 2,1 und 2,4 haben am Donnerstag die Region des G-8-Gipfels im italienischen L'Aquila erschüttert. Nach Angaben lokaler Medien ereigneten sich die Erdstöße um 1.54, 3.10 and 3.33 Uhr. Berichte, wonach die Staats- und Regierungschefs bei Erdstößen ab einer Stärke von 4,0 per Hubschrauber nach Rom ausgeflogen werden, wurden offiziell nicht bestätigt.

Am 6. April waren bei einem verheerendem Erdbeben in L'Aquila rund 300 Menschen gestorben, mehr als 52.000 wurden obdachlos. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte den Gipfel daraufhin kurzfristig von Sardinien nach L'Aquila verlegt. Er wollte damit angeblich ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen am Ort setzen. (APA/AP/Reuters/AFP)

Kommentar posten
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Fabian Dankl
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10.7.2009, 19:15

Wann gibt es einen G8(oder 7?)-Gipfel über das PROBLEM ITALIEN bzw. BERLUSCONI?!

Karl Buschina
00
10.7.2009, 10:16
Ein Gastspiel der Clowns.,.

FLIVVER™
00
10.7.2009, 01:21
… "Sehr gut, ich mag es" …

duke box
01

furchtbar, was die merkel da schon wieder anhat.

Alter Knacker
00

warum die für die Stromerzeugung das Uran so stark anreichern. Die wollen wohl Strom erzeugen wie die Verrückten.

Siegfried - Drachentöter des Kapitalismus
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Kalvarienberg statt G8-Gipfel!

günther aigner
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GÄHN!!!

@ iran: ist gefährlich für den dollar. will nämlich erdöl in euro verkaufen. also muss er weg. gleich wie saddam. thats it. niemanden (von den westlichen regierungsmächten) interessieren irgendwelche menschenrechte oder sonst was.
@ afghanistan: warum spricht niemand über diesen krieg. er soll die us-vorherrschaft in asien festigen. somit hätte man stützpunkte in irak und afghanistan. iran wäre umzingelt und man ist außerdem näher an indien und china dran, um ihnen eventuell die daumenschrauben anzusetzen. die themen, welche die g8 besprechen, sind nur nebelkerzen und scheingefechte!

Eraser1
 
12
@ iran: falsch

@ afghanistan: falsch


lg

Mr. Hyde sen.
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@iran: Im Gegensatz zum Irak hat der Iran die besseren Verbündeten, sowie die strategisch bessere Situation.

@afghanistan: Sie reden ja drüber, nur nicht mit dir...
Putin hat Obama grünes Licht für Transportflüge nach Afghanistan über russisches Gebiet gegeben.

sfoglio
00
gähn!

der iran rechnet seit über einem jahr in der eigenen landeswährung ab, also nix mit dollar und euro und krieg hats auch keinen gegeben und der dollar ist schwach wie eh und je (zumindest wie die letzten 3-4 jahre)

Weh Ess Deh
16
Das mit dem Erdöl in Euro ist ein Blödsinn...

...wenn die das wollen würden (ist aber wegen des tendenziell fallenden USD nicht opportun) dann hätten der Irak und der Iran schon jahrelang dazu Zeit gehabt. Zeigen Sie mir eine ernstzunehmende Veröffentlichung mit Quellenangabe, dass dieses Märchen stimmt. Saddam hat damit "gedroht", Jahre vor Desert Storm, und hat es nie umgesetzt, weil es ihm Nachteile gebracht hätte.
Das ist eine Urban Legend, die nicht wahrer wird, wenn man sie wiederkäut.

anarchosyndikalist
01
Saddam gibts aber nimma

und die Ölnachfrage hat sich seit Desert Storm gewaltig geändert...

Bitte "Peak Oil" ansehen

anarchosyndikalist
00
er will sein Land noch versorgen können

wenn das Angebot einbricht

Weh Ess Deh
00
Im Augenblick importiert der Iran Erdöl...

...da er zuwenig Raffinerien hat, um es selbst herstellen. Er hat hauütsächlich Rohöl.

anarchosyndikalist
10
Was hat das das mit der Diskussion zu tun?

Weh Ess Deh
00
Einmal tief nachgrübeln...

aaah!

"er will sein Land noch versorgen können
wenn das Angebot einbricht"

Weil er sein Land jetzt schon nicht mit raffiniertem Öl versorgen kann? Und um USD am Weltmarkt zukaufen muss?
Und er, wenn das Angebot einbricht, das in noch größerem Umfang machen muß?
Statt Atombomben sollten die Kuttenbrunzer lieber Raffinerien bauen.

Fritz Wunderlich
01

tja, die wollen dollars sehen, capisce, scifo?

anarchosyndikalist
10
Das auch...

Aber größenteils wollen sie überleben

Weh Ess Deh
03
Und warum hat's der Iran nicht getan?

In Zeiten des Peak Oil?

NONE
10

Schweinerei. Die Deppen am G8 Gipfel wollen Ahmadinejad anerkennen und labern vom Nuklearprogramm - wie ein Programm das man vorher gestartet hat und nun durchzieht.

Wenn das keine Farce ist.

Eingesperrt gehört das Pack.

Simplicius Simplicissimus
01
Die Wahl des Ortes ...

... dieses Gipfels ist beinahe schon poetisch. Die Raubritter zeigen sich mitten in den gefährdeten Existenzen, und anstatt das viele Geld für die Sicherheitsvorkehrungen den Erdbebenopfern zur Verfügung zu stellen, trinken sie's vor Ertrinkenden. Sie zeigen genau, was sie von uns "Restmenschen" halten! Abstraktion in Reinform. Hier gibt es nicht die geringste Verständigung mehr.

Das verkehrt gestrickte Fetznpuppal
00
@Photo

Dass er nicht so groß ist belegen die Aufnahmen der Paparazzi.

Karl May
 
312
Dieser schei* Gipfel kostet ca. 150 Mio Euro und das ist das Ergebnis: "G8 setzen Iran im Atomstreit Ultimatum"

chrom
00
10.7.2009, 08:47

Ja, das kann und tut die UNO eigentlich auch. Mit dem selben Ergebnis. Es gibt eine großartige "Erklärung", aber es fehlen Taten.
Schon klar, gewisse Maßnahmen sind aus völkerrechtlichen Grenzen nicht möglich, aber es müsste mehr drin sein.

Genauso fadenscheinig ist die 2°C-Regelung in Bezug auf Klimaschutz. Das ist von allen fadenscheinigen Beschlüssen der fadenscheinigste. Das hätte man sich gleich sparen können. Die Kyoto-Ziele wurden ja auch nicht annähernd erreicht, warum sollte also aufgrund dieses tollen, mehr als schwammigen "Beschlusses" etwas passieren?

zimbo
 
13
Sie vergessen Berlusconis Nobelsiedlung aus Steuergeld.

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