Zelaya zu Vermittlungsgesprächen in Costa Rica eingetroffen - Interimspräsident Micheletti darf nicht in den Luftraum Nicaraguas
San Jose - Im Kampf um die Macht in Hoduras hat der vom Militär gestürzte Staatschef Manuel Zelaya seinen Gegenspieler, den als Interims-Präsidenten eingesetzten Roberto Micheletti, als "kriminellen Putschisten" beschimpft. Einen Tag vor Beginn von Vermittlungsgesprächen sagte Zelaya am Mittwochabend bei seiner Ankunft in Costa Rica: "Micheletti ist ein Krimineller, der unser Volk und die Rechte unserer Demokratie geschlagen hat." Zelaya erwartet sich, dass die die Führer des Putsches gegen ihn innerhalb der nächsten 24 Stunden die Macht abgeben und seine Wiedereinsetzung erlauben.
Wenige Stunden später wurde bekannt, dass Nicaragua Interims-Präsident Micheletti offenbar die Nutzung seines Luftraumes untersagt hat. Nach Angaben der honduranischen Luftfahrtbehörde hatte die Luftwaffe für Donnerstag eine entsprechende Einfluggenehmigung von Nicaragua angefordert, die ihr aber verwehrt worden sei.
Um die Staatskrise in Honduras beizulegen, sollten Micheletti und Honduras' gestürzter Präsident Zelaya sich an diesem Donnerstag in Costa Rica zu Gesprächen treffen. Der costaricanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Oscar Arias sollte dabei vermitteln.
Micheletti hat bisher aber offiziell noch nicht bestätigt, dass er tatsächlich bei den Gesprächen dabei sein will. Seine Verbündeten hatten ihn gewarnt, womöglich drohe ihm im Ausland die Verhaftung. Der Chef der honduranischen Luftfahrtbehörde, Alfredo San Martin, sagte, die Weigerung Nicaraguas werden Micheletti nicht daran hindern, "den Frieden wiederherzustellen und die Demokratie in Honduras zu bewahren".
Zelaya, dessen Entmachtung von der internationalen Staatengemeinschaft verurteilt wird, bekräftigte in San Jose, dass er nicht zu Verhandlungen über seine Wiedereinsetzung in das honduranische Präsidentenamt gekommen sei. "Es wäre für alle Demokratien in Amerika eine große Verrücktheit, nicht für die Wiederherstellung eines gewählten Präsidenten einzutreten", sagte er.
Zelaya war am 28. Juni gestürzt und außer Landes gebracht worden. Seitdem steht Micheletti, der ehemalige Parlamentschef, an der Spitze des mittelamerikanischen Landes. Seine Regierung wird bisher nicht anerkannt. (APA/Reuters)