Anti-Korruptionsgesetz

Fiedler auch mit Neufassung unzufrieden

8. Juli 2009, 22:38

"Entkriminalisierung, die nicht angebracht ist"

Wien - Ex-Rechnungshofpräsident Franz Fiedler ist auch mit der neuen, heute beschlossenen Novelle zum Anti-Korruptionsgesetz nicht zufrieden. Zwar sei sie "nicht mehr so schlimm wie der ursprüngliche Entwurf" - den er "Bedienungsanleitung zur Korruption" genannt hatte -, aber sie bringe "eine Entkriminalisierung in einer Weise, die nicht angebracht ist", kritisierte der bei der Antikorruptions-Organisation Transparency International Österreich tätige Fiedler Mittwoch in der "ZiB 2". So seien die entschärften Bestimmungen zur Anfütterung "totes Recht".

Wie andere Experten auch bemängelte Fiedler, dass mit der heute im Nationalrat beschlossenen Novelle der Amtsträgerbegriff deutlich eingeschränkt wird, indem die Mitarbeiter ausgegliederter Unternehmen ausgenommen werden. Es sei "nicht einsichtig", dass ÖBB-, Post- oder Asfinag-Mitarbeiter nicht den strengeren Strafbestimmungen für Amsträger unterliegen. Denn ÖBB und Post etwa seien auch mit der Vergabe von Aufträgen befasst, da sei eine "sehr hohe Gefährdung" für Bestechung gegeben.

Nicht angebracht ist für Fiedler die Entschärfung der Bestimmungen zur "Anfütterung", die nun "so gut wie straflos" werde. Und die Einbeziehung der Abgeordneten in die Antikorruptionsregelungen erfolgte aus seiner Sicht "nur formal". (APA)

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13 Postings
madman
01
da kann ich nur sagen:

eine krähe hackt der anderen kein auge aus.
die wollen sich doch nicht wirklich gegenseitig weh tun.

http://www.zpa.at
00

die Herausnahme der ausgegliederten Gesellschaften des Bundes, ÖBB, Asfinag, BIG, Hauptverband...

- sind ein deutliches Indiz dafür, wo am meisten Kohle 'rübergeschoben wird.

loundy
 
01
also bitte, freunde, ihr reagiert einfach alle überzogen, schliesslich sind wir in österreich...


politische einflussnahme, protektionismus, freunderl- und parteibuchwirtschaft sind in unserem land doch wirklich kein problem.

von der aua über die eurofighter bis zu skylink zeigen wir doch ständig wie absolut korrekt und ordentlich es bei uns zugeht, es gibt gar keinen grund für ein antikorruptionsgesetz in unserem land.

und überdies ist es ja nicht so als wäre es euer geld, es ist steuergeld, und wie wir alle wissen fällt das vom himmel...

jahova
01

man könnte ja bei allen ämtern die anfütterungszeiten auf den eingangstafeln angeben, in zoos sind das ja die publikumsrenner.

Phantasia
00
Da ich nicht weiß wie ich mich für einige Millionen opfern kann, frage ich: Wer will mich bestechen?

Die Sicht als Opfer ist mir neu, aber sehr kreativ.

Keiner will sich opfern, jeder will nur nehmen und der Geber ist der Gauner, weil er sonst auf Bescheide jahrelang warten muß.

Verflixt ist es hart ein Beamter, Politiker, Gewerkschafter zu sein!

Jassi Ha
00
WAS WOLLEN EHRLICHKEI, GERECHTIGKEIT, FRIEDE

FloW ERlebnis
03
Rabl-Stadler war dazu ja mehr als peinlich im Club2!


Beim ersten mal musste ich ja noch lachen wie sie meinte "...ich lasse mich nicht vom Opfer zur Täterin machen..."
Aber als sie diesen Schwachsinn auch noch einmal wiederholen musste... Wirklich ärgerlich solche Personen. Von den anderen beiden gar nicht zu reden - aber wenigstens hat Neuper am Ende den Eindruck vermittelt, dass er durch die Diskussion einen Schimmer bekommen hat, was für einen Image-schaden die hysterischen Schreier und Bekämpfer des Anfütterungsverbotes für Ö gebracht haben!

Jetzt warte ich nur mehr dass sich auch Bandion-Ortner 'nicht vom Opfer zur Täterin machen' lassen will - Opfer der Lobbyisten und ÖVP...

grad ischach
02
Es lebt sich halt besser,

wenn man statt eines offenen Ohres für die Bevölkerung eine offene Hand für die Wirtschaft hat.

also dann ...
01
tja ... fiedler hat`s auf den punkt gebracht !

Ö...ist auf dem niveau
von bulgarien, rumänien angekommen.
(aber auch das war nichts neues !)

erschütternd war gestern im club 2 zu sehen,
mit welch doofen...argumenten, der einstige schiflugsportler (er kann ja gar keinen satz bilden)
und die salzburger festspielpräsidentin (ein profi im anfüttern...) auffuhren.

vielleicht sollte der moderator - b e v o r -
er solche total un-informierte leute einlädt, diesen
mal über die rechtl. rahmenbedingungen informieren.
die beiden repräsentantInnen...
haben nicht mal ihre hausaufgabe (sich vorzubereiten) gemacht und sabbern nur gequirlten quark - sonst nichts.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
07
Man muss es positiv sehen!

Einfach "Lobbyismus" statt "Korruption" verwenden und schon ist alles ganz seriös.

Schließlich entscheiden auch in Brüssel diese "Fachleute", indem sie die gewählten Volksvertreter mit den "richtigen Informationen" versorgen.

So wie "freier Kapitalverkehr" statt "Geldwäsche".
Einer der Grundfreiheiten der EU!

PS: Alleine die Asfinag ist mit mehr als Euro 20 Mrd. verschuldet. Ein defakto Staatsbetrieb wo Milliarden an parteinahe Unternehmen umverteilt werden, ohne Nutzen für die SteuerzahlerIn. Von Verkehrslawine, CO2-Belastung und Lärm natürlich abgesehen.

Warum werden nicht mal Wohnungen vom Steuertopf finanziert, statt Straßen?
Vielleicht weil dann die Mieten so billig wären wie das Maut-Pickerl?

Tut-ench-amun
 
00

Wieso fragt man die politiker wie sie ein Antikorruptionsgesetz amchen würden?

macht man da nicht den Bock zum Gärtner ?

Sir JPS
00
wisst ihr, ich frag mich ob

in der realen welt, damit sie überhaupt funktioniert, solche dinge nicht einfach vorkommen müssen. wir sind eben alle menschen und haben zwar moralische schwächen...aber dafür geht dann auch vielleicht etwas weiter, was gutes bewirkt, das den "morlalischen" schaden mehr als wiedergutmacht...man (politisch korrekt manIn?) sollte auch die moral nicht übertreiben ich würd sie lassen, aber dafür bei misserfolg (für die allgemeinheit) von den trögen vertreiben. >saloppes statement ende<

kQ1
06
Bananas

Ist doch klar, dass man in einer Bananenrepublik die Bananen irgendwie verteilen muss.
Was wäre die Steigerung von Bananenrepublik? Ja: „Österreich!" Da werden dann Theater- oder Konzertkarten verteilt. Oder?
Tüchtig, wie die 3 Ladies kooperiert haben. Brigittchen bittet Claudilein, dass sie Helgalein helfen müsse! Vorbildliche Zusammenarbeit. Das zeigt, dass das Politikernetzwerk noch in Ordnung ist.
Siemens-intern ist man da noch nicht soweit. Wäre Ederer eine Managerin, hätte sie aus den Schmiergelskandalen etwas gelernt. Oder hat sie doch? Denn wenn Korruption legal wird, dann ist es ja gar keine Korruption mehr.
Siemens könnte dann wie üblich dem Geschäft nachgehen. Identifiziertes Einsparungspotential: die Complianceabteilung.

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