Rückblick

Die Empörten aus Borats Heimatdorf

8. Juli 2009, 20:54
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    foto: apa/epa

    Glod, 2006

Warum sich Bewohner des rumänischen Dorfes Glod ausgebeutet fühlten

Was Sacha Baron Cohen wahrscheinlich nicht gewusst hat, als er das südrumänische Kaff Glod als Kulisse für die Eröffnungsszenen seiner kontroversen Komödie Borat als Alter Locus für das kasachische Heimatdorf der Hauptgestalt aussuchte, ist, dass der Name des Dorfes dafür geradezu prädestiniert ist: Auf Rumänisch bedeutet "glod" Schlamm, Morast, Dreck.

Und tatsächlich lebt die dortige Roma-Gemeinschaft buchstäblich im Dreck. Die Menschen wohnen in improvisierten Behausungen, viele bestreiten ihre Existenz mit dem Sammeln von Alteisen oder als Tagelöhner, Kanalisation und fließendes Wasser gibt es nicht. Auf den unasphaltierten Straßen fahren Pferdefuhrwerke, in der Realität wie im Film.

Und so fühlten sich die Bewohner Glods mit noch mehr Dreck beworfen, als sie feststellten, dass sie im Film als Vergewaltiger, Prostituierte, Blutschänder und Diebe porträtiert wurden. Man habe sie irregeführt, behaupteten sie: Statt des vermeintlichen Dokumentarfilms über ihre extreme Armut wurde eine bissige Satire gedreht, ein Blockbuster.

Als "Ausbeutung" empfanden die Dorfbewohner demnach die ihnen bezahlten Tagesgagen von etwa vier US-Dollar. 20th Century Fox hielt dagegen, dass das Genre kaum hätte verheimlicht werden können - und dass die Gagen über den für Statisten üblichen gewesen seien.

Auch die rumänische Filmemacherin Cristina Iliescu, die bei mehreren Hollywood-Produktionen mitwirkte und bei Borat als lokale Assistenzregisseurin tätig war, erklärte, dass die etwa 600 Statisten sich mitreißen ließen. Borats Frau, Ury, der Vergewaltiger und andere ähnliche Gestalten seien zudem von professionellen Statisten aus der Hauptstadt Bukarest dargestellt worden.

Außerdem hätten sowohl der Hauptdarsteller als auch das Produktionsteam jeweils 5000 US-Dollar sowie Computer, Schul- und Bürobedarf gespendet. Der Regionalbürgermeister gibt hingegen zu bedenken, dass Menschen, die von der Hand in den Mund leben wie die Bewohner von Glod, "für Geld alles tun" würden.

Die 30-Millionen-Dollar-Klage, die zwei der Statisten, die im Film mitgewirkt hatten, im Namen der etwa 1700 empörten Rumänen gegen 20th Century Fox einreichten, blieb ergebnislos, nachdem ein US-Gericht sie als "zu vage" abgelehnt hatte. (Laura Balomiri aus Bukarest / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.7.2009)

 

bad user
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Ich freu mich schon auf die Reaktionen aus dem Geburtort von Brüno: Klagenfurt

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
also: im Stadtkrämer

werdens wohl centerfols von ihm aufhängen!

:-)))

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