Mehr Schlafstörungen durch Wirtschaftskrise

8. Juli 2009, 10:47
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Schlafstörungen als Folge von erhöhtem Stress - Ganzheitliche Therapien ratsam

"Die Krise macht krank", warnt Neurologe Manfred Walzl, Leiter des Instituts für Schlafmedizin an der Landesnervenklinik Sigmund Freud in Graz in einer Aussendung der Initiative Gesunder Schlaf. Wer gestresst ist, schläft mitunter schlecht. Wer Zukunftsängste hat und nicht mehr gut schlafen kann, flüchtet sich nicht selten in Alkohol, Drogen oder Arbeit. Dass die Sachlage ernst ist, zeigen auch die Ergebnisse aktueller Umfragen: Die Zahl der Schlafstörungen ist im vergangenen Jahr um 18 Prozent angestiegen. Besonders betroffen sind Beschäftigte aus den Branchen Autoindustrie, Bankwesen, aber auch in der Pflege oder in Schulen. Laut aktuellen Umfragen fürchten rund zwei Drittel aller Dienstnehmer um den Verlust ihres Arbeitsplatzes. "Kopfschmerzen, Burn-out-Stimmung und Schlafstörungen sind die Folge," erklärt Walzl. Das schade nicht nur dem Dienstnehmer, sondern auch dem Arbeitgeber.

Stress beeinflusst Schlaf

Schlafstörungen gehören zu den Kardinalsymptomen der Stressmedizin. Zunächst stört ein anhaltend hoher Spiegel des Stresshormons Cortisol die Ausschüttung des "Schlafhormons" Melatonin, später kommt es auch über die Abnahme von Serotonin, einem Vorläufer des Melatonins, zu weiteren Funktionsbeeinträchtigungen. "Einschlafstörungen, aber auch das typische Erwachen in den frühen Morgenstunden, weisen auf den gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus und das hormonelle Ungleichgewicht hin", erklärt die Wiener Ganzheitsmedizinerin Michaela Trnka. 

Hoher Spiegel an Stresshormonen

Bei Menschen, die unter Stressbelastung stehen, kommt es nun zu einer Erhöhung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, die den Organismus steuern, um auf die Belastungssituation zu reagieren. Bei einer kurzfristigen Stresssituation kommt es nach einiger Zeit wieder zu einem Abfall der Stresshormone und einer Normalisierung aller Körperfunktionen. Hält die Belastung aber an, bleibt auch der Spiegel an Stresshormonen hoch, was in weiterer Folge zu einer schnell spürbaren Beeinträchtigung des Schlafvermögens führt.

Ganzheitliche Therapie gegen Schlafstörungen 

Wenn Schlafstörungen gehäuft auftreten, über mehrere Wochen anhalten und es dabei zur Beeinträchtigung des normalen Leistungsvermögens untertags kommt, ist es notwendig, den Arzt aufzusuchen. Die ganzheitliche Therapie der Schlafstörungen beruht auf Ausschaltung oder zumindest Kontrolle der Ursachen unter gleichzeitiger Optimierung des Lebensstils und der Stressreduktion. Zusätzlich ist es oftmals notwendig, mit Medikamenten den Kreislauf zwischen Schlaflosigkeit und Erschöpfung zu unterbrechen und Kraft zu finden, notwendige Änderungen umzusetzen. Hier bevorzugt Stressmedizinerin Michaela Trnka natürliche Substanzen, wie etwa retardiertes Melatonin, das über einen längeren Zeitraum wirkt und die Regulation des natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützt. (red, derStandard.at)

  • Schlafstörungen gehören zu den Kardinalsymptomen der Stressmedizin
    foto: initiative gesunder schlaf/digidias

    Schlafstörungen gehören zu den Kardinalsymptomen der Stressmedizin

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