Karrieremotive weltweit

8. Juli 2009, 17:33
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Was hilft, um im Job weiterzukommen? - Mit Umfrage

München - In einer internationalen überbetrieblichen Mitarbeiterbefragung hat das geva-institut in München rund 11.000 Berufstätige - vom angelernten Arbeiter bis zum hoch qualifizierten Manager - in 25 Ländern zu ihrer Arbeitszufriedenheit, beruflichen Einstellung und zum bevorzugten Führungsstil befragt. Auf die Frage, welche Faktoren für die eigene Karriere besonders entscheidend sind, antworten die meisten Teilnehmer: Arbeitsleistung, berufliche Erfahrung und Fachwissen. Besonders ausgeprägt scheint diese Leistungsorientierung in den englischsprachigen Ländern sowie in China und Japan zu sein, zumindest erhält hier der Aspekt Arbeitsleistung von über 80 Prozent der Teilnehmer Zustimmung.

In den stark beziehungsorientierten Geschäftskulturen in Ost- und Südeuropa, Südamerika und Asien nennen die Teilnehmer darüber hinaus auch persönliche Beziehungen oder die Empfehlung anderer als wichtigen Einflussfaktor für die eigene berufliche Entwicklung. Flexibilität und Mobilität sehen nur die Mitteleuropäer als Sprosse ihrer Karriereleiter. Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen werden in einigen wenigen Ländern, beispielsweise in Tschechien und Bulgarien, als karriererelevant eingestuft.

Ohne Fleiß kein Preis

Als besonders karriereambitioniert sind laut Studie des geva-instituts die Inder: 70 Prozent geben an, alles daran zu setzen, um möglichst schnell beruflich voranzukommen. Darüber hinaus würden 55 Prozent eigenes Geld und Freizeit in ihr berufliches Fortkommen investieren. Ähnlich fleißig sind nur die Brasilianer und Mexikaner. Die Deutschen sind unter allen befragten Nationen am ehesten bereit auf Gehalt zu verzichten: Jeder Zweite würde für die Chance auf eine bessere berufliche Zukunft weniger Geld und mehr Zeiteinsatz akzeptieren. Der Mehrheit der Schweden (64 Prozent), Holländer (60 Prozent) und Franzosen (59 Prozent) sind wiederum Familie und Freizeit wichtiger als die eigene Karriere, was nur rund 40 Prozent der Deutschen, weniger als ein Drittel der Brasilianer und Mexikaner und ein Viertel der Inder nachvollziehen können.

Nicht nur Kultur für Unterschiede verantwortlich

Wie unterschiedlich die Einstellungen zum Beruf und zur Karriere sind, wissen deutsche Personalchefs und Unternehmer mit ausländischen Produktionsstandorten. Extrem hohe Fluktuationsquoten, viele Fehlzeiten und eine im Vergleich zu Deutschland außerordentlich niedrige emotionale Bindung zum Unternehmen verursachen hohe Kosten. "Gründe für diese Effekte sollte man nicht nur in den unterschiedlichen Kulturen suchen, oft sind die Führungs- und Managementmethoden an Auslandsstandorten weniger qualifiziert, als in den inländischen Mutterbetrieben." erklärt Gerhard Bruns, Geschäftsführer des auf Mitarbeiterbefragungen spezialisierten Münchner geva-instituts.

"Da braucht es dann nur ein wenig mehr Lohn beim Nachbarbetrieb, und die Mitarbeiter wechseln mit fliegenden Fahnen". Wer gegensteuern will, sollte Ansprüche und Erwartungen von Mitarbeitern und Führungskräften an Auslandsstandorten besser verstehen lernen. Anschließend kann die emotionale und physische Mitarbeiterbindung über gezielte Maßnahmen gefördert werden, so  Bruns. (pte/red)

  • Die Karrieremotive sind weltweit ganz unterschiedlich
    foto: photodisc

    Die Karrieremotive sind weltweit ganz unterschiedlich

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