Google kündigt Computer-Betriebssystem "Chrome OS" an

8. Juli 2009, 08:29
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Internet-Primus verstärkt weiter den Druck auf Microsoft - Soll 2010 auf den Markt kommen

Der Internet-Konzern Google hat mit Chrome OS ein eigenes Computer-Betriebssystem angekündigt. Erste Geräte damit sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 auf den Markt kommen, kündigte Google in einem Firmenblog in der Nacht zum Mittwoch an.

Druck auf Microsoft

Mit dem Betriebssystem verstärkt der Internet-Primus noch weiter den Druck auf Microsoft. Nach Office-Anwendungen, einem Betriebssystem für Smartphones und einem Browser greift Google nun das Herzstück von Microsofts Geschäft an: das Betriebssystem Windows. Wie gut die Chancen für Chrome OS jedoch stehen, dem Software-Riesen in diesem Feld Marktanteile abzwacken zu können, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Internet spielt zentrale Rolle

Chrome OS soll dem Internet eine wesentlich höhere Bedeutung zukommen lassen als es bei herkömmlichen Betriebssystemen bisher der Fall war. Aktuelle Betriebssysteme seien in einer Zeit entwickelt worden, in der es das Web noch nicht gegeben habe, heißt es seitens des Konzerns aus Mountain View - eine klare Anspielung auf Windows und den an Marktanteilen rasch verlierenden Internet Explorer. "Wir meinen, das Internet sollte den Kern beim Umgang mit Computern darstellen", erklärte Google-Vizepräsident Sundar Pichai. Chrome OS soll auf das Nötigste reduziert sein und Nutzer in wenigen Sekunden ins Web bringen, verspricht der Suchmaschinen-Gigant. Die Benutzeroberfläche soll dabei minimal bleiben - ein Prinzip, dem sich Google generell bei Anwendungen und Websuche verschrieben hat.

Neue Sicherheitsarchitektur

Nach eigenen Angaben will Google die Sicherheitsarchitektur von Chrome OS vollkommen neu entwickeln, "damit die Nutzer sich nicht um Viren, Malware und Sicherheitsupdates kümmern müssen". Chrome OS soll auf x86- und ARM-Plattformen laufen.

Webbasierte Anwendungen

Mit Chrome OS sollen alle webbasierte Anwendungen funktionieren, die auch in jedem Standardbrowser unter Windows, Mac oder Linux laufen. Damit soll es keine Hürde für Entwickler geben, ihre Anwendungen nur für ein bestimmtes Betriebssystem entwickeln zu müssen, bzw. bestehende Programme portieren zu müssen. Offen ist allerdings noch, ob und welche Desktop-Anwendungen darauf laufen.

Open Source

Wie bei dem vor allem für kleine mobile Geräte wie Smartphones gedachten Betriebssystem Android soll der Quellcode offen sein und Linux als Unterbau nutzen und mit einem neuen Fenstersystem laufen. Chrome OS soll Android allerdings nicht ersetzen. Es handle sich um ein ganz anderes Projekt, so Google. Android soll weiterentwickelt und auch für weitere Geräte optimiert werden.

Veröffentlichung zu Jahresende

Das Programm soll zu Jahresende als Open Source freigegeben werden. Google Chrome OS sei grundsätzlich für alle Geräte von Mini-Notebooks bis zu großen Desktop-Rechnern gedacht. Zunächst solle es aber auf Netbooks zum Einsatz kommen. Die ersten Chrome OS-Netbooks werden für die zweite Jahreshälfte 2010 erwartet. (red/APA)

Links

Google Blog: Introducing the Google Chrome OS

 

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Posting 1 bis 25 von 373
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Andreas Schmidt
00
11.7.2009, 13:45
Der Wappler küßt die Nina

Na endlich mal eine Alternative zu Microsoft

Migros Kulturprozent
00
10.7.2009, 19:21
Druck auf Microsoft, geh bitte?

Wenn der Druck ähnlich dimensioniert ist wie der, den Google Chrome auf den MSIE auszuüben in der Lage ist (Marktanteile Stand Juli 09: 0,4% zu 65,1 %) muss sich Herr Ballmer wirklich warm anziehen …

Kamine glühen leise
00
10.7.2009, 10:44

gibts nicht schon längst asus-mainboards, die ein minimal-linux mit browser im bios-speicher haben? ohne booten des bs ins internet, oder so.

da war doch schon mal was!

poem
 
11
Alter Hut - neuer Namen

Warum braucht Goolge so lange um ein Ubunto mit Browser herauszubringen. Muss schon sagen: sehr innovativ von Google und für alle privaten oder beruflichen Nutzer die so etwas exotisches wie zB. ein Netzwerk betreiben wollen (weil nicht jeder Scha** übers Internet gehen soll) schlichtweg unbrauchbar! Wer will seine 100te GB an Bildern und Musik jedesmal übers Internet up+downloaden weil er 2 PCs synchen will?

werwolfi
00

du hast's nicht verstanden - das ist kein "Ubuntu mit Browser".
so eines gibts mit Ubuntu NBR für netbooks schon lang, schon moblin vefolgt dagegen einen ganz anderen (usability)ansatz.

poem
 
00
10.7.2009, 12:23

"Ein reduziertes OS mit einem Browser und sonst nix auf Linux Basis" - ich finde "abgespecktes Ubunto mit Browser" triffts ganz gut...

werwolfi
04
10.7.2009, 14:04

mit dem selben recht könnte ich dann zu jedem Windows "aufgejazztes DOS mit graphischer benutzeroberfläche" sagen... wobei...

"MS Windows (n.):
32 bit extension and a graphical shell for a 16 bit patch to an 8 bit operating system originally coded for a 4 bit microprossessor, written by a two bit company that can't stand one bit of competition."

;oP

Kluger Hans
00
10.7.2009, 14:11

oh, das ist aber
rück ständig. grrrrrrün

Kluger Hans
11

erstens solls wahrscheinlich was gscheits werden (2010 ist verdammt kurz) und zweitens solls nicht nur schlecht kopiert sein; ist ja nicht bei allen so wie beim marktführer......

Rene Obermeyer
10
10.7.2009, 10:11

Hmm, linux kopiert doch immer die MS Optik, und was MS von Apple kopiert hat wäre sehr interessant ;)
Linux versucht es schon seit einem guten Jahrzent und schafft es einfach nicht, mit dem Netzwerk gibt es heute noch immer die gleichen Probleme wie vor 10 Jahren, also erzählens keinen Blödsinn, Ubuntu 9.04 ist der gleiche Käse wie alle anderen, sei es Mandriva Fedora pder wie sie alle heißen, alle kann man irgendwie in die Tonne treten. Ich hab heute mit Linux die gleichen Probleme wie vor 10 Jahren, beim Sound beginnt es, und beim Internet hört es auf, einfach unbrauchbar, bzw. etwas für Bastler

werwolfi
00
10.7.2009, 13:59

"mit dem Netzwerk gibt es heute noch immer die gleichen Probleme wie vor 10 Jahren"

elaboriere doch bitte, was du mit dem blödsinn eigentlich meinst...

und noch eine kleinigkeit:
Linux "versucht" gar nix seit 1 jahrzehnt, denn es ist keine firma.
wir werden sehen was Googles marketing- und vertriebsmacht hier wirklich erreicht.

dort wo auskenner am werk sind, z.b. bei supercomputern, sieht es mit dem hier oft zitierten 1% "Linux am desktop"-anteil interessanterweise genau umgekehrt aus:
1% "Windows am superrechner", bei 88,6% Linux...
sieh http://www.top500.org/stats/list/33/osfam

isogdirwos
00
10.7.2009, 13:57
„Hmm, linux kopiert doch immer die MS Optik,“

mehr ist da eh nicht kopierenswert.

Hari Ka
00
Usability

Vielleicht schafft Google das erste Linux mit einer Usability die an Windows heranreicht.
Moblin sieht auch sehr vielversprechend aus hat aber auch noch einen langen Weg vor sich.

Kluger Hans
01
Vielleicht schafft Google das erste Linux mit einer Usability die an Windows heranreicht.

Atemberaubende Erwartungen hast ;)

Hari Ka
00

Davon träume ich seit Suse 7.0 :)

Jericoacoara
11
Wird spannend werden

und für Linux wahrscheinlich auch der langerhoffte Durchbruch am Desktop nachdem Google ja auch Android bzw. Intel ihr OS Moblin auf Linuxbasis erstellen. Bei soviel Marktpower kann ich mir nicht vorstellen, dass da was schiefgeht.

Persönlich hoffe ich, dass dann endlich alle Hardwarehersteller Linuxtreiber bereitstellen. Ich wünsche mir aber auch, dass der Marktanteil von Linux nicht über 10 % steigt, damit die Virenschreiber auf keine dummen Gedanken kommen.

Ben Griffith
12
Na dann denk ich schon lieber darueber nach, zu Linux zu wechseln

Matt Canalegrande
08
Wichtiger Schritt

Alles was den Monopolisten Microsoft schwächt ist zunächst gut für den Konsumenten. Das lässt sich am besten anhand des Internet Explorers nachweisen. Die Monopol-Versionen IE5 und IE6 waren elender Schrott. Aber erst die Konkurrenz durch Firefox, Opera und Safari hat aus dem IE7 und 8 ganz passable Browser werden lassen. So wird es auch mit den Windows Systemen werden können.
Und dann wird man plötzlich feststellen, dass die CS6 von Adobe plötzlich ebenso problemlos auf Chrome, BSD und Linux laufen wird wie auf Windows oder Apferl.
Monopole schaden der Wirtschaft, der Vielfalt und letztlich dem Konsumenten. Es bleibt zu hoffen, dass MS durch Google oder wen immer auf ein vernünftiges Maß zurechtgestutzt werden wird.

Kamine glühen leise
00
10.7.2009, 10:36

alles, was nach netscape 4.x kam, war auch schrott. und das ohne monopol.

Sir Harry....
00
Die Monopol-Versionen IE5 und IE6 waren elender Schrott.

Richtig...

Nur frage ich mich immer wieder, warum die Benutzer diesen Schrott so anstandslos akzeptierten. Denn mündiger Computerbenutzer hatte schon damals die Alternative: und nützte sie kaum.

Was sagt es uns? - Angebot alleine nützt nichts. Alternativen gab es immer schon.

Nur fuhr der "Otto-Normalverbraucher" ganz toll mit dem IE6 (zumindest glaubte er das).

Microsoft hat es blendend verstanden, dem Benutzer das Gefühl zu geben auf das richtige Pferd gesetzt zu haben: und es reicht einfach nicht aus, Alternativen anzubieten...

"Waaas? Meine Spiele werden darauf nicht laufen?! Vergiss den Schrott" - solange überwiegender Anteil der Computerbenutzer ihre Entscheidung so begründen, hat kein System eine Chance. Auch Chrome OS nicht.

werwolfi
00

"warum die Benutzer diesen Schrott ... akzeptierten.... hatte schon damals die Alternative"

nicht wirklich.

ein teil der user weiß gar nix von OS, browser etc. (kürzliche straßenumfrage in NY: 8% konnten richtig sagen, was ein "browser" sei...), die klicken nur drauf wo man's ihnen gezeigt hat.

der rest hätte vielleicht einen anderen browser als den IE5/6-schrott genommen, falls
* nicht selbiger so tief im system verankert gewesen wäre, dass ohne ihn fast nichts ging,
* nicht der großteil der seiten für IE "optimiert" gewesen wäre (was auch gleich die geltenden webstandards nachhaltig beschädigt hat, das spüren webentwickler heute noch)
* firmen nicht wegen solch "optimierter" inhouse-crap-apps IE zwangsweise installierten.

isogdirwos
01

... ›firmen nicht wegen solch "optimierter" inhouse-crap-apps IE zwangsweise installierten.‹
und nun nicht wegzubringen sind davon, doch nicht, weil er so gut ist.

DerMarkus2
21

was wäre wenn sie ein Monopol besitzen würden?

Sowizo
00

Also ich würde versuchen, trotzdem gute Produkte herzustellen.

isogdirwos
11
wennsätze sind würdelos

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