Krise in Uiguren-Region

Chinas Präsident Hu reist überstürzt von G8-Gipfel ab

8. Juli 2009, 09:33

Sicherheitsaufgebot nach Aus­gangs­sperre massiv verstärkt - Laut Uiguren-Kongress bereits bis zu 800 Tote

Rom/Urumqi/Peking - Angesichts der blutigen Unruhen in der von Uiguren bewohnten Region Xinjiang hat der chinesische Präsident Hu Jintao seine Teilnahme am G-8-Gipfel in Italien abgesagt. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Mittwoch berichtete, brach Hu noch am Dienstagabend seine Reise ab und flog wieder nach China zurück. Die chinesischen Behörden haben das Sicherheitsaufgebot im Uiguren-Gebiet Xinjiang indes massiv verstärkt. Laut Uiguren-Weltkongress sind bisher 800 Uiguren ums Leben gekommen.

"Aufgrund der Verschlimmerung der Unruhen hat sich Präsident Hu Jintao entschieden, seine Rückkehr nach China vorzuziehen und nicht am G-8-Gipfel teilzunehmen", sagte der leitende politische Berater der chinesischen Botschaft in Rom, Tang Heng, zur ANSA. Hu, der sich in Pisa in der Toskana aufhalte, werde unverzüglich nach Peking zurückreisen. Der dreitägige Gipfel der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) beginnt am heutigen Mittwoch in der italienischen Stadt L'Aquila. Hu wollte eigentlich zu den Gesprächen am Donnerstag dazustoßen. China gehört nicht zu den G-8. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zudem angekündigt, mit Hu am Rande des Gipfels über die Unruhen zu sprechen.

Wie ANSA aus Diplomatenkreisen erfuhr, wird die chinesische Delegation ungeachtet Hus Abreise am Gipfel teilnehmen. Hu war am Sonntag in Italien eingetroffen und kam unter anderem mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi zusammen. Dabei unterzeichneten beide Seiten Wirtschaftsverträge im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro. Eine im Anschluss an den G-8-Gipfel geplante Reise Hus nach Portugal solle zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden, berichtete die amtliche chinesische Agentur Xinhua

Sicherheitsaufgebot massiv verstärkt

Die chinesischen Behörden haben das Sicherheitsaufgebot im Uiguren-Gebiet Xinjiang massiv verstärkt. Tausende Soldaten und Polizisten marschierten am Mittwoch in der Provinzhauptstadt Urumqi auf. Die mit automatischen Schusswaffen ausgerüsteten Sicherheitskräfte riegelten die von Uiguren bewohnten Viertel ab. Über der Stadt kreisten Hubschrauber der Armee.

Ungeachtet der Militärpräsenz gingen hunderte Uiguren mit Stöcken und Steinen bewaffnet auf die Straße. Sie versammelten sich unmittelbar vor einer Polizeikette, die zwischen ihrem Viertel und einem von Han-Chinesen bewohnten Stadtteil aufgebaut wurde.

Laut Uiguren-Kongress bis zu 800 Tote

Gestern waren Han-Chinesen mit Knüppeln, Schaufeln und Messern bewaffnet durch Urumqi gezogen, um sich für die Übergriffe muslimischer Uiguren am Wochenende zu rächen. Nach Behördenangaben kamen bei den Auseinandersetzungen am Wochenende mehr als 150 Menschen ums Leben. Uiguren und Chinesen machen einander gegenseitig für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Übergriffe von Han-Chinesen auf Uiguren haben nach Angaben des Generalsekretärs des Weltkongresses der Uiguren, Dolkun Isa, allein am Dienstag 150 Menschenleben gekostet. Die im US-Exil lebende Uiguren-Führerin Rebiya Kadeer verurteilt im gegenwärtigen Konflikt zwischen Chinesen und Uiguren die Gewaltanwendung auf beiden Seiten. Kadeer schrieb am Mittwoch in einem Beitrag für die asiatische Ausgabe der Zeitung "Wall Street Journal", bei den blutigen Unruhen in Xinjiang seien rund 400 Uiguren durch "Schüsse und Schläge" der Polizei ums Leben gekommen. Bei ihren Angaben berief sich die 62-Jährige auf eigene Quellen in der Provinz Xinjiang, die von den Uiguren als Ostturkestan bezeichnet wird.

Dienstagfrüh seien in einer Traktorenfabrik in Urumqi, in der vor allem Han-Chinesen arbeiten, 150 Uiguren getötet worden. An die 1.000 Han-Chinesen sollen in die Universität von Urumqi eingedrungen sein und dort uigurische Studenten geschlagen haben. In der Stadt seien abgeschlagene Köpfe von Uiguren zu sehen, behauptet Isa. "Wenn die Chinesen demonstrieren, bekommen sie Unterstützung von der Polizei. Bei uns ist das ganz anders." Polizei und Paramilitärs richteten laut Isa unter ihnen ein Blutbad an, bei dem bis zu 800 Uiguren getötet worden seien. "Ich kann die Zahl nicht bestätigen, aber meine Informationen sagen, dass es zwischen 600 und 800 getötete Uiguren sind. In jedem Fall sind es mehrere hundert." (APA/AFP/Reuters/red)

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FloW ERlebnis
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Ziemlich schwierig die dargebrachten Agenturmeldungen und Meinungsartikel in den Mainstremmedien einzuschätzen


Wie schon voriges Jahr bei den Unruhen in Tibet.

Jens Berger vom "Spiegelfechter" versucht eine Blick auf die Entwicklung der Unruhen

http://feedproxy.google.com/~r/DerSpi... t-reloaded

Und German-Foreign-Policy wirft einen Blick auf die Hintergründe des "World Uyghur Congress" in München

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57570

byron sully
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verstehe nicht ganz,

wieso hu eigentlich überhaupt eingeladen war...

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weil in nicht allzu vielen jahren...

...china und indien den ton angeben werden.

Ivan Fedorov
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Chinas Präsident Hu reist überstürzt

er muss sich beeilen, sonst bleibt nichts mehr zum niederknüppeln für ihn übrig.

zeeba
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italien boykotieren

ich finde alle sollte den g8 gipfel in italien boykotieren.

Kontra
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Warum?

Friedrich Gruber
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Und dem Hu nach China nachreisen,

um dort die politische und wirtschaftliche Zukunft der Welt studieren zu können???!!!ß

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ach woher denn,...

...es sind ohnehin alle schon so traurig, weil SIE nicht kommen konnten.

Andreas Scherrer
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...

und warum?

Hümmgor II.
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wegen den nazisgarden...

zeeba
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show

eigentlich sollte es um die wirtschaft bei einem g8 gipfel gehen,
ohne die chinesen kannst du aber nicht viel machen.
sollte berlusconi eine relevante agenda für diese sitzung haben wären die chinesen nicht abgereist(aufstand hin oder her)
wenns dann um usa- russland, dem papst oder fototermine geht, ist das ganze nicht zweckführend, sondern nur eine unötige show.
das braucht keiner, da soll sich lieber jeder um seine probleme kümmern.
die nicht nur die chinesen, sondern alle anderen genauso haben. (nicht das ich chinesische methoden verteidigen möchte)

soseies
34

"Chinas Gas- und Ölversorgung hängt zum großen Teil an der Uiguren-Region"

Financial Time Deutschland


habe nicht nur ich da ein déjà-vu....

komisch, dass immer dort unruhen ausbrechen...wo der westen (usa), welche auch immer gearteten, interessen.....nein quatsch....

keine neue vt...

das ist mit absoluter sicherheit wieder nur reiner zufall....

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sie vergessen "die ostkueste"...

...wie geht's denn sonst, eigentlich?

Andreas Bogeschdorfer
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Kann es sein, dass sie Wirkung mit Ursache verwechseln?

Dass der Westen in vielen Krisen seine Finger im Spiel hat, liegt nicht daran, dass es der Westen ist, sondern an der Logik von Ressourcenbedarf einerseits und Ressourcenwal andererseits. Jede Nation, ob Westen oder nicht, die sich von Ressourcen außerhalb ihrer Grenzen abhängig macht, zwingt sich ihren Bedarf notfalls ohne Rücksicht auf Menschenrechte, Demokratie und Frieden zu sichern. Eine echte Basis für humanitäre Entwicklung bietet nur weitgehende Unabhängigkeit. Diese ist den meisten Länder der Erde nur mit Erneuerbaren Energien möglich. Wer internationalen Frieden will, muss die Energiewende wollen und vorantreiben. Als Bürger, Konsument und Aufklärer, privat und beruflich.

soseies
00
"Wer internationalen Frieden will, muss die Energiewende wollen und vorantreiben. Als Bürger, Konsument und Aufklärer, privat und beruflich.".....da bin ich voll und ganz bei ihnen...

nur was passiert real..richtig..nichts..

die energiekonzerne haben noch keine "gute" antwort gefunden..wie stellen wir die energieversorgung sukzessive auf erneuerbare energie um, ohne unser versorgungsmonopol (gewinne) aufzugeben..

die regierungen der welt stecken lieber den banken und autokonzernen die steuertaler in den hintern, als z. b. den einzelnen bürger zu helfen eine gewissen ernergie-autarkie zu erlangen..

jeder normal denkende bürger würde doch sagen...wenn wir schon steuergelder (zukünftige schulden) in die wirtschaft pumpen..

dann so, dass es im interesse der bürger (weniger energiekosten), der umwelt (co2 belastung verringern usw) und der wirtschaft (aufträge) wäre..

aber..eher geht ein elefant durch`s nadelöhr

Ava Tar
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Kann aber nicht ihr Ernst sein,

daß Sie China - das vor 25 Jahren noch Entwicklungsland war - seine "Ressourcenwahl" vorwerfen

Der glorreiche Westen hätte schon "Ressourcenwahl" praktizieren können, da wußte China noch nicht einmal, wie man eine Solarzelle überhaupt baut

insertnamehere
 
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"da wußte China noch nicht einmal, wie man eine Solarzelle überhaupt baut"

Sorry, aber der Welt größter Copyshop braucht sich auf SOWAS wirklich nicht rausreden.

Die WISSEN, wie man eine Solarzelle baut, die WISSEN, was ein Filter ist, die WISSEN, wie man halbwegs sichere Bergwerke bauen kann, der Bau einer Kläranlage ist KEIN Buch mit sieben Siegeln. Sogar Arbeitnehmerschutzregeln zum Thema "Sicherheit am Arbeitsplatz" kann man jederzeit im Internet nachlesen.

Die sind auf so ziemlich dem selben Wissensstand wie wir. Die müssen nicht auf alles erst selber draufkommen.

Und vor 25 Jahren wussten sie übrigens auch noch nicht, wie man das Internet zensurieren kann. Hindert sie ja auch nicht dran, heute durchaus ambitionierte Projekte in der Richtung zu lancieren.

insertnamehere
 
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Wenn man sich dieses riesige China anschaut und überlegt, wo der Westen die meisten Interessen haben könnte ...

... dann is das Ihrer Meinung nach also das Eck links oben?

Die meisten Interessen in Lateinamerika hat der Westen demnanch derzeit in Honduras, ja?

Wo hatten wir noch so Unruhen weltweit die letzten Monate (will ja mal wissen, wo der Westen so seine Interessen hat)?

Regelmäßig scheint der Westen ja kleinere Interessen in Griechenland und Frankreich zu haben, des weiteren im Iran, in Honduras, in Georien (in Russland faszinierenderweise nicht), Buinea-Bissau ...

Eigentlich überall.

Interessanterweise wird auch vor Unruhen in Deutschland gewarnt - werden die dann auch auf westliche Interessen zurückzuführen sein? (btw.: das glorreiche ZK hat im Februar selber gemeint, es rechne mit Unruhen im Lauf des Jahres - Krise und so)

soseies
01
ich glaube schon das sie wissen welche ich meine..

aber wenn doch nicht, dann zähl ich einige auf..

kosovo..
georgien..
tibet..
pakistan..usw.

die, die unruhen anführen sind nicht immer freunde des westens...aber die "unruhe" an sich...im übertragenen sinne..

der "westen"...sagt so anderen ländern durch die blume...seid ihr nicht willig, so gebrauchen wir gewalt...auch wenn die nicht direkt vom "westen" ausgeht sondern über den umweg "unruhe" in teilebereiche gewisser länder gebracht wird..

denn gegen mehr demokratie, unabhängikeit und freiheit kann ja keiner was sagen..

nur leider werden m. m. n. diese "unruhen" gestartet und beendet oder weiter verschärft wie es den mächtigen jeweils ins konzept passt...

es geht einen d.reck um demokratie, freiheit oder so..leider.

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wenn ich sie richtig verstehe,...

...dann haetten die serben den kosovo ohne weiteres entvoelkern duerfen und die tibeter sollen unter der chinesischen diktatur g'faelligst die gosch'n halten.

unfassbar weiters, welche bodenschaetze in beiden gebieten auf den westen warten.

ich vergess ja voellig: die tuerme in NY hat der mossad gesprengt, ja?

wie sie es hier nur aushalten koennen bleibt raetselhaft.

soseies
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"wenn ich sie richtig verstehe"

nein...verstehen sie nicht!

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doch, doch, keine sorge...

...wegen mir muessen sie sich wirklich nicht politisch korrekt eindirndln.

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Die Leute kämen ohne uns fiesen Westen also NICHT auf die Idee, Unterdrückung einfach NICHT geil zu finden?

Wenn es also mal Unruhen gäbe, bei denen es den Leuten TATSÄCHLICH um Freiheit, Demokratie und so ginge, dann wären Sie einer der ersten, die das unterstützen, right?

Blöderweise tun die aber allesamt nur so.

Da is man schon sicherer beraten, sich mit jenen zu solidarisieren, die gar nicht erst so tun, als obs ihnen auch nur im Entferntesten um Freiheit oder so ginge.

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geh'n s', ich bitt sie!...

..."eigeninitiative" ist fuer die pol.cor. berufs-aufjauler lediglich ein unverstaendliches fremdwort.

birka
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Angeblich sind sogar die 1.-Mai Krawalle in Berlin von den Amis angezettelt, weil in Kreuzberg gibts paar Tankstellen!

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