Die größte Krise der frühen Menschheit

07. Juli 2009 19:14
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    bild: nasa

    Hinterlassen hat er einen 100 km langen und 30 km breiten Kratersee.

Neue Spuren belegen die These, wonach ein gewaltiger Vulkanausbruch vor 72.000 Jahren nur wenige Tausend Menschen weltweit überleben ließ

Damit erklärt sich auch, warum wir uns heute genetisch so ähnlich sind. 

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Vor gut 70.000 Jahren war die Geschichte der Menschheit beinahe zu Ende. Nur noch wenige Tausend Individuen der Art Homo sapiens lebten auf der Erde. Ihr Überleben hing von Zufällen ab: Krankheiten, Hungersnöte und Naturkatastrophen waren eine konstante Bedrohung. Nun stützen Wissenschafter mit neuen Daten eine bislang umstrittene These, wonach die Menschheit nach einem Vulkanausbruch in Indonesien nur um Haaresbreite der Ausrottung entging.

Erste Belege dafür fanden Biochemiker in den 1990er-Jahren im menschlichen Erbgut. Von Generation zu Generation verändert sich Erbgut ein wenig. Der Vergleich der Gene offenbarte eine erstaunlich enge Verwandtschaft der Menschen aus allen Erdteilen. Alle heute lebenden Menschen stammen demnach von wenigen Tausend Vorfahren ab, die vor rund 70 Jahrtausenden lebten.

Eisige Spuren der Abkühlung 

Spuren im Eispanzer von Grönland gaben Hinweise auf die Ursache dieses Beinahe-Aussterbens. Gasblasen in Eisbohrkernen verrieten: Zur fraglichen Zeit muss die Erde jahrhundertelang deutlich kühler gewesen sein. Zuvor hatten die Vorfahren des Menschen allerdings noch drastischere Eiszeiten durchlebt. Warum also, so fragten sich die Forscher, sollte ausgerechnet diese Abkühlung solch eine verheerende Wirkung gehabt haben?

Eine Ascheschicht, die sich unmittelbar vor der Kaltphase im Grönlandeis abgelagert haben muss, brachte die Forscher auf die Spur eines gigantischen Vulkanausbruchs: Vor etwa 72.000 Jahren war der Toba explodiert, ein sogenannter Supervulkan auf der indonesischen Insel Sumatra.

Es war die heftigste Eruption der vergangenen zwei Millionen Jahre. Der Vulkan spie nicht nur eine Säule aus Lava und Asche in den Himmel. Eine gewaltige Magma-Blase explodierte, der Erdboden zerriss auf weiter Flur. Kein Vulkankegel zeugt heute von dem Ausbruch: Ein riesiger See füllt den Krater von Toba.

Der Toba spuckte tausendmal so viel Asche aus wie der Mount St. Helens vor 29 Jahren. Säuredämpfe vergifteten die Umwelt, Ascheschleier verdunkelten die Erde auf Jahre hinaus. Die Atmosphäre sei um fünf Grad Celsius abgekühlt, berichteten Geoforscher, und in mittleren Breiten herrschte plötzlich Eiszeit. Der rapide Kälteschock und die Dunkelheit ließen Pflanzen verdorren, Tiere starben.

Auch unseren Vorfahren habe der "vulkanische Winter" schwer zugesetzt, folgerte Stanley Am- brose von der Universität Illinois, USA, als er vor elf Jahren die Theorie vom sogenannten "evolutionären Flaschenhals" der Menschheit aufstellte. Ambrose führte das aus Genomanalysen vermutete Schrumpfen der Menschheit vor 70.000 Jahren auf die Toba-Eruption zurück: Viele Menschen hätten kaum mehr Nahrung gefunden, viele seien erfroren, behauptete er.

Doch bald regte sich Widerspruch. Die Auswirkungen des Toba-Ausbruchs seien nicht so verheerend gewesen, errechnete Clive Oppenheimer von der Universität Cambridge in Großbritannien im Jahr 2002. Die gigantische Eruptionswolke habe zu wenig Schwefel enthalten, um die Erde dauerhaft um fünf Grad abzukühlen. Zur Verdunkelung braucht es Schwefel, denn anders als Asche bleiben Schwefeltröpfchen jahrelang in der Luft.

Vor zwei Jahren schienen Archäologen die Toba-Theorie endgültig widerlegt zu haben. Im Südosten Indiens hatten sie Steinwerkzeuge gefunden - sowohl unterhalb, als auch oberhalb der Ascheschicht des Toba-Ausbruchs. Die Eruption, folgerten die Experten um Michael Petraglia von der Universität Cambridge, habe die Menschen nicht verdrängen können. "Sie lebten unverändert weiter", sagt Petraglia.

Temperatursturz um 18 Grad 

Dem widerspricht nun das Ergebnis der neuen Untersuchung. Mit einem Computermodell haben Klimatologen um Alan Robock von der Rutgers Universität in New Jersey die Auswirkungen des Toba-Ausbruchs simuliert. Sie waren gravierender als angenommen: Fünf Jahre lang lagen die Temperaturen weltweit um bis zu 18 Grad tiefer als zuvor, noch zehn Jahre nach der Eruption war es auf der Erde durchschnittlich zehn Grad kälter. Zudem regnete es weniger, mancherorts herrschte jahrelang Dürre.

Weil sich die Eruptionswolke von den Tropen her ausbreitete, verteilte sie sich besonders effektiv über beide Hemisphären. Dieser Extremwinter über mehrere Jahre habe den Menschen schwer zugesetzt, resümieren Robock und seine Kollegen im Journal of Geophysical Research (Bd. 114, S. D10107). Der plötzliche Kälteeinbruch habe den meisten Menschen keine Zeit für eine Flucht in wärmere Regionen gelassen, und nur wenige Tausend überlebten - unser alle Vorfahren. (Axel Bojanowski, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. Juli 2009)

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Posting 1 bis 25 von 116
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Homo Solodorensis
 
08.07.2009 22:50
Endlich: Die Synthese:

Die Darvinisten haben recht: Die Evolution fand statt wie von Charles beschrieben.

Die Kreationisten haben recht: Nach der Vulkankatastrophe baute der HERR Obstbäume an, blies zwei verstaubten Gestalten die Asche vom Leib, nannte sie Adam und Eva und fand das göttlich.

Von Daeniken hat recht; Der HERR hatte Gentechnik, Pomologie und Medizin studiert und sich auf einem weit entfernten Planeten als Schiffsarzt anheuern lassen.

epep
10.07.2009 17:16
alle haben recht, nur ...

... sie in ihrem posting nicht! ;-)

Homo Solodorensis
 
10.07.2009 23:11

Stimmt! Da haben Sie auch recht.

epep
11.07.2009 17:28
Gödel haette seinen logischen spass an dieser diskussion ...

... und jeder computer wuerde sich dabei aufhaengen.

;-)

Homo Solodorensis
 
11.07.2009 21:13

Wer sich aufhängt, hat sich aufgegeben, und damit unrecht.

Homo Solodorensis
 
12.07.2009 11:18
P.S. Die größte Krise der frühen Menschheit...

...kommt erst. Nicht durch einen Vulkanausbruch, sondern durch Rechthaberei.

epep
14.07.2009 16:06
wenn sie von eine rkommenden krise sprechen und in diesem zusammenhang von "frueher" menschheit ...

... dann muessen sie aber wissen, das die menschheit nach dieser krise noch weiterexistiert ... sie sind also optimist ... ;-)

Homo Solodorensis
 
14.07.2009 23:54
Der Mensch ist,gemessen an anderen Viechern, ein "junges" Viech

Deshalb sollten wir nicht glauben, wir seien die "Krone der Schöpfung".

Von der Theorie von einem "Weltuntergang" vor 70'000 Jahren hat mir vor etwa zehn Jahren ein Zoodirektor erklärt. Und zwar anhand von Geparden. Diese rasanten Katzen seien miteinander genetisch so nah miteinander verwandt, dass z.B Hauttransplantationen ohne Immunreaktionen möglich seien. Man könne das nur so erklären, dass aus irgend einem Grund nur ganz wenige Exemplare dieser Spezies irgend eine Katastrophe überlebt haben könnten.

Aber vielleicht ist es einfacher: Grosser HERR, grosses Raumschiff, grosse Schiffskatzen.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
15.07.2009 12:08
Auch Noah mußte der Rattenplage herr werden.

fauler Student
08.07.2009 19:48
Wenn Adama das gewußt hätte, wäre er wohl auf der originalen Erde geblieben.

Würzsheriff
08.07.2009 17:31

und was ist jetzt mit den archäologischen Funden in Indien?

wieso soll ich einem Computermodell glauben, aber Werkzeugfunden nicht?


epep
14.07.2009 16:17
haeh?

welche funde? von was sprechen sie?

hier gehts um den homo sapiens, nicht um den homo erectus.

Ruben Manuel Da Silva
09.07.2009 10:54

sehe den widerspruch nicht, es hat ja vorher und nachher menschen gegeben.

Leonardo Basil
09.07.2009 10:54

Vielleicht ist ja das Werkzeug darüber erst 100 Jahre nach dem Ausbruch dort hingebracht worden als sich die Menschheit wieder einigermaßen erhohlt hat.100 Jahre lassen sich in Bohrkernen und Grabungsschichten kaum exakt auseinander halten.

Hümmgor II.
08.07.2009 19:31

es gab davor werkzeug und dann eine katastrophe und dann wieder alles von vorne, so schwer????
Ich halte es sogar für sehr sehr wahrscheinlich dass im laufe der zeit xx riesige globale katastrophene gegeben hat, immerhin läuft die welt nicht nach dem menschen....

Prostetnik Vogon Jeltz
08.07.2009 16:11
Toba ist out.



Weiß ja auch keiner, wo das überhaupt ist.

Der nächste Yellowstone-Ausbruch - DAS wird eine Show!

http://en.wikipedia.org/wiki/File... a_map2.jpg

http://de.wikipedia.org/w/index.p... 0303101216

Erich_1
08.07.2009 16:25

Ja! Hurra! Sensation!
Das wird knallen! Hehe! Endlich passiert was!
Millionen Tote! Boah! Voll arg he!

He! Warum is das Essen plötzlich so teuer?
Mah und der Benzinpreis erst!
Und warum isses so kalt?
Computer kriegt man auch kaum mehr!
Und meine Auto ist schon wieder voll Asche grrr*
Schuld dran sind die Politiker!

Aber voll arge Aufnahmen vom Vulkan!

Dr. Lari and Mr. Fari
 
15.07.2009 12:09
Das ist alles der anthopogene Klimawandel! Huhh!

KAL.
08.07.2009 16:06

Die vielen Steinfunde,
welche nicht als Kinderspielzeug erkannt wurden,
ein wahrer Jammer!

Schlupp
08.07.2009 14:36
Ganz guer Artikel

Stellt die Hypothese mit Argumenten dafuer und dagegen dar, wohltuend besser als vieles im Wissenschaftsjournalismus. Ok, Journalismus, Wissenschafts- oder sonstwas.

NONE
08.07.2009 15:30

Im Gegenteil finde ich dies problematisch - es besteht die Möglichkeit das sich Wissenschaftler-Teams gegenseitig profilieren, ohne das irgend etwas zwangsläufig stimmen muss.

Stahl_____666
08.07.2009 13:32
.

Faszinierend! Wenn diese Theorie stimmt, hatte sogar Faymann einst Vorfahren mit Cojones.

werauchimmer1
 
08.07.2009 12:27

/pitzligkeit on/
unser alleR vorfahren
/pitzligkeit off/

meineMeinung
08.07.2009 12:14

Das alte Volk.

monella laputa
08.07.2009 11:52
....und dann gabs mal

eine deftige Eruption vor nicht langer Zeit (< 70.000 jahren) mitten in Deutschland (Eiffel). Und diese Magmablase dort ist keineswegs erloschen...
...ah beinahe hätte ich die mega-blase unter Neapel vergessen.. auch ein supervulkan... es wird nicht fad auf dem planeten.. sehr schön

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