Vorbericht

"Sie können kein globales Problem allein lösen"

7. Juli 2009, 19:08
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    foto: reuters/remo casilli

    Die G-8 kochen die Welt ein: medienwirksame Aktion der britischen NGO Oxfam. Die Staats- und Regierungschefs trafen sich um 13 Uhr zu einem Arbeitsessen, für den Nachmittag ist die erste gemeinsame Sitzung geplant.

Der G-8-Gipfel kostet zig Millionen Euro und wird doch kein verbindliches Papier zustande bringen

In einem neuen Format sei ein Treffen der großen Nationen aber sinnvoll, sagen Experten. Kritik gibt es an Italien.

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Acht Staats- und Regierungschefs, die stundenlang hinter verschlossenen Türen über die Lage der Welt beraten: Das war einmal. Streng genommen hat sich das G-8-Forum bereits selbst abgeschafft. Obama, Merkel und Co widmen bei ihrem Treffen im italienischen L'Aquila nur einen Bruchteil den eigentlichen G-8-Beratungen. Die meiste Zeit beraten die G-8 mit den angereisten Chefs der internationalen Organisationen wie der Weltbank, der OECD und dem Weltwährungsfonds. Hinzu kommen Gespräche mit den Staatschefs der G-5, den fünf mächtigsten Schwellenländern, allen voran China und Indien. Eher nur als Fototermin interessant: Ein Treffen mit "J-8" , den Juniors, die als Jugend-Repräsentanten herbeigekarrt werden.

"Die G-8 haben eines klar verstanden: Sie können kein globales Problem allein lösen" , so Ulrich Schneckener vom Berliner Thinktank Stiftung Wissenschaft und Politik. Wozu dann noch die kostspieligen Gipfel? "Weil es auch kein globales Problem gibt, das ohne sie lösbar wäre" .

Der oft konstatierte Machtverlust der großen Acht ist zunächst einmal nur relativ: Ihr Anteil am Welthandel mag seit der Gründung der Gruppe 1975 gefallen sein, aber noch immer repräsentieren die acht Staaten rund Zwei-Drittel der Weltwirtschaftsleistung, ganz zu Schweigen von ihrer Rolle bei Militärausgaben und Umweltverschmutzung. Auf dem Programm des G-8-Forums stehen daher vor allem die großen Fragen: Es geht um Terrorismus und Afrika, die Schwerpunktthemen sind Klima und Weltwirtschaft.

Vernetzung der Bürokraten

Wobei am Ende des Treffens kein rechtsverbindliches Dokument stehen wird, wie Schneckener sagt. Beispiel Weltwirtschaft: Wifo-Chef Karl Aiginger erwartet "wichtige" Debatten, in denen sich die Staatschefs gegen den im Zuge der Krise aufkommenden Protektionismus aussprechen werden. Ob sich die G-8 auf eine gemeinsame Erklärung gegen "Buy American" und "Buy Chinese" Klauseln einigen können, sei aber fraglich.

Für einen erfolgreichen Gipfel ist eine Einigung gar nicht immer notwendig, sagt Schneckener. Er sieht einen zentralen Sinn von G-8-Treffen in der Vernetzung der beteiligten Bürokratien. Tatsächlich gab es vor dem heute beginnenden Treffen in L'Aquila auf allen Ebenen der G-8-Ministerien Verhandlungsrunden in denen um gemeinsame Standpunkte gerungen wurde. In diesem Rahmen würden die praktischen Fragen viel eher behandelt als beim Mediengipfel. Allerdings beklagen westliche Diplomaten, dass die Italiener diese vorbereitenden Gespräche schlecht organisiert hätten. Wie der Guardian am Dienstag berichtete, sollen die Amerikaner in der Not sogar einige Hintergrundtreffen selbst organisiert haben.

Ein konkretes Ergebnis könnte es ausgerechnet bei der Anpassung des G-8-Formates an die bestehende Realität geben. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dabei vergangene Woche den Ton vorgegeben und eine Reform des überalterten Formats gefordert.

Dabei sind mehrere Varianten im Gespräch: Eine Idee ist es, die G-8 um die G-5 zu erweitern. Seit dem Gipfel 2007 in Deutschland sind China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika im Rahmen des so genannten Heiligendam-mer Prozesses ohnehin zu allen Gipfeln geladen. Die zweite Variante ist laut Schneckener, die G-8 zu erhalten, aber zu einem rein informellen Forum umzugestalten, indem nur Positionen vor wichtigen internationalen Treffen, etwa bei der UNO, abgesprochen werden. Dafür plädiert vor allem Merkel. (András Szigetvari/DER STANDARD, Printausgabe, 8.7.2009)

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21 Postings
Schneeglöckchen
 
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Ein Albtraum wird wahr

Für Berlusconi muß dieses Treffen ein Albtraum sein: Da gibt es einen jungen, attraktiven Mann, der noch viel mächtiger als er selbst ist und dem v.a. die Frauenherzen nur so zufliegen - senza pagare nulla!

Daß sich die Mumie Berlusconi (© Beppe Grillo) ausgerechnet die Ruinen von L'Aquila als Tagungsort aussuchte, überrascht mich demzufolge nicht. Auch nicht, daß der schwer Gekränkte mit seinem Gebahren den Platz Italiens innert der G8 riskiert.

TrifterSepp
 
00

Besser als Sie reden nicht miteinander.

Das verkehrt gestrickte Fetznpuppal
00
derStandard kostet übers Jahr gesehen noch viel mehr.

Auch schad ums Papier.

didi111
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Das sind auch keine Guten..


Alle die dort sind, sind wichtig. Und unser Benita-Scheisserl haben sie zu Hause gelassen.

Die hätte zwar nichts dazu beigetragen -Wieso auch auf einmal? -, aber unser Scheisserl wäre sehr wichtig umhergegangen. Und gelächelt hätte sie auch. Ist das NICHTS?

Also wirklich.....

Andrew Jones
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Übrigens, in Aquilla gibt es kleines Erdbeben wieder..

Stärke 4.0....
http://de.rian.ru/world/200... 23119.html

Kapitalismus Luege
02
der Berlusconi hatte einen Gang-Bang in seiner Villa geplant,


doch wegen der Presse mussten sie schlussendlich doch irgendwas reden und irgendwas schreiben.

Der Alte vom Berge
13
Diese Selbst ernannte "Weltregierung,...

...deren grinsende Vertreter von der Gier an die Tröge der Banken und Konzerne gekettet sind,von welchen sie nur noch Aufsehen wenn es darum geht ihre Legitimation zu sichern,ist überflüssig,dient lediglich als Bühne für diverse Politiker,zur Selbstbeleuchtung.Zudem steht der Aufwand in keiner Relation zum Ertrag der "Show",deren Teilnehmer Krampfhaft versuchen den durch sie Selbst entfesselten marktradikalen Kapitalismus als Segnung einer globalen Ordnung darzustellen,Vorgeben dessen Negativeffecte zu bekämpfen,in Wahrheit jedoch nichts anderes betreiben als Machtmissbrauch. Erste Auswirkungen des Privatisierungswahns durfte die Welt bereits
erleben. Die ideologische Linie,den Radikalkapitalismus, zu Halten ist Realitätsverweigerung. ^^

ricko
00

Richtig! Kapitalisteschweine!
Nieder mit dem Establisment!!
Also ran an die Guy Fawkes Maske und zünden wir alle was an, oder lasst uns einfach irgendwo irgendwas umhauen! ((c) Simpsons)

</sarkasmus>

Der Alte vom Berge
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Mir Scheint,...

...sie sind der weit verbreiteten Ansicht Kritiker des Systems sind Mehrheitlich randalierende Jugendliche die ihre Unzufriedenheit auschliesslich über Gewalt artikulieren.

Da irren sie sich.

Es giebt auch Andere. ^^

Der Alte vom Berge
00
Die Politik...

...als Ventil für Unzufriedenheit wird von immer weniger menschen als solches Wahrgenommen,und das nicht ganz zu Unrecht,wird doch die Möglichkeit zur Mitsprache oder Wahl auf europäischer Ebene reduziert da lediglich Parlamentsabgeordnete zur Wahl stehen die lediglich Vorschläge einbringen dürfen,entschieden wird in abhörsicheren Räumen.

Werden die Mittel der Demokratie nicht genützt oder verweigert um unbequeme Mehrheiten nicht fürchten zu müssen steht am Ende die Lösung durch Gewalt.

Die Geschichte kennt keine Beispiele für das Gelingen des Versuchs eine Gesellschaft oder ein System zu Konservieren.

Leitet die Entscheidungsebene keine Veränderung ein um zum Konsens zu finden kommt es zum Konflikt.

Schritt für Schritt. ^^

Der Alte vom Berge
00
Durch Verweigerung...

...staatsbürgerlicher Rechte die Gesellschaft zu konservieren,sozial/gesellschaftspolitische Veränderungen behindern um die gesicherten Eigeninteressen sowie die Ihrer Klientel weiter zu garantieren wie es die Politik zur Zeit praktiziert ist nur der Anfang,die Reaction der Bevölkerung noch kontrollierbar.Strategiepapiere,so genannte "politisch vernünftigen" Entscheidungen über die Basisabläufe der Demokratie zu stellen,indem der Souverän,der Bürger,ausgeschlossen bleibt wird sich Rächen.Demokratie ist bereits zu einer für den Einzelnen unberührbaren Ikone gemacht worden um ungestört Banken,Konzerne und deren Märkte zu sichern während die Lebenswelt des Bürgers zusehends als statistischer Restposten kaum eines Kommentars gewürdigt wird. ^^

Wolfgang Schattauer2
00
Wahl des Ortes

Ein einfacher Mensch fragt sich: Warum können sich die Machthaber dieser Welt nicht auf einer unbewohnten Insel treffen, oder an einem geheimen Ort. Die "Resultate" erfahren wir sowieso nachher.

Der Alte vom Berge
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Das System,...

...sowie seine Träger,benötigen das von Sich geschaffene Bild um die Massenmenschenhaltung weiter zu Ermöglichen,aber auch um sich Selbst zu Bewundern,schliesslich sind auch die handelnden Akteure dieses Gaukelstücks nur Menschen.Obwohl der Mensch jeden Tag in den Spiegel blickt hat er ein anderes Bild von Sich vor Augen als die Anderen.
Politik ist zum Teil nur noch gelebter Narzissmus, ned wahr ? ^^

Chain Chen
00
wie war das , frau merkel?

nach heiligendamm haben sie doch erklärt den Weltfrieden gerettet (incl. "Nahostproblem"), den Hunger besiegt und das Klima gerettet zu haben.

http://www.spiegel.de/politik/d... 25,00.html

http://www.spiegel.de/politik/d... 16,00.html

Oda? und jetzt geht gar nix - komisch? nein.

die antworten von attac ändern sich nicht so oft wie die der politik. weil mehr mitdenken.

Gerhard Müller
00
Die G8 können das Problem nicht alleine lösen?

Merkwürdig. Das klingt so als ob die anderen (die G198 oder so ähnlich) das Problem wären.

Ich bin mir jedoch sicher, dass die G8 das Problem im Grunde genommen sind.

Wieso wird hier der Bock zum Gärtner gemacht?

Agnostiker1
01
Wenn wir bei der G 8 mit dabei wären, fiele die Kritik...

..gamz anders aus.

kingkade21
00
Apropos "Dabei"

Warum ist eigentlich Italien bei dem Verein? So eine Supermacht ist das ja wohl nicht ...

DaJosef
01
einfache erklärung

berlusconi entdeckte als einziger regierungschef den "g-punkt"
dies genügte allen anderen G7-chefs als aufnahmekriterium

Agnostiker1
01
Ursprünglich war es eine G 7. Italien fühlte sich degradiert und ....

..protestierte und so wurde ein G 8 daraus. Den G 7 war ein solche Streit zu kindisch und sagten, wenn die so kleinkariert sind, lass sie halt.

Euroumrechner
02

Italien nicht aber die Mafia.

Hans Moser82
00

"... die meiste Zeit beraten sie mit Organisationen wie der IMF...". Darin liegt ja das Übel! Diese Organisationen haben bis jetzt nichts Gutes gebracht!

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