Depot-Auslagerung kostet bis zu einer halben Million Euro

7. Juli 2009, 15:04
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Albertina-Direktor Schröder mahnt an Versprechen, "dass kurzfristige Kosten keine Rolle" spielen sollen.

Die Kosten für die kurzfristige Auslagerung der Kunstbestände der Albertina gehen "in einige hunderttausend Euro bis zu 500.000 Euro", sagte Museumsdirektor Klaus Albrecht Schröder gegenüber derStandard.at. Nach dem Wassereinbruch in das Zentraldepot der Albertina am 23. Juni läuft derzeit die Evakuierung der Kunstwerke aus dem Tiefspeicher in provisorische Zwischendepots, die in den nächsten Tagen abgeschlossen sein soll. "Wir arbeiten im Schichtbetrieb. Da sind natürlich gewaltige Überstunden bei den Mitarbeitern zusammengekommen, die man abgelten muss", sagte Schröder.

Schröder: "Gesamtkosten nicht sicher abschätzbar"

Daneben mussten Mitarbeiter neu eingestellt und externe Spezialfirmen mit dem Transport der Werke in die Zwischendepots beauftragt werden. Zusätzlich müssten "alle Anlagen zur Konservierung und Sicherung der Kunstwerke natürlich nachgerüstet werden - auch wenn es sich nur um Provisorien handelt", sagte Schröder. Wie hoch letztendlich die Gesamtkosten der durch den Wassereinbruch notwendigen Maßnahmen sein werden, "ist derzeit noch nicht sicher abschätzbar", sagte er. Wichtig sei, "dass es bei der Zusage von Kulturministerin Schmied bleibt, dass die kurzfristigen Kosten keine Rolle spielen".

Derzeit Prüfung externer Depots

Für die Plakatsammlung der Albertina hat sich mit einem Dachbodenmagazin der Österreichischen Nationalbibliothek bereits ein Zwischenlager gefunden. Derzeit prüfe man in der Albertina gemeinsam mit Experten aus Deutschland externe Depots für die weitere Zwischenlagerung, "in die wir vielleicht schon Ende nächster Woche einziehen können", sagte Schröder. Dabei gebe es "Risikogrenzen. Wir können nicht erwarten, dass die Provisorien atombombensicher sind", sagte der Albertina-Direktor.

Entscheidung über weitere Maßnahmen am Mittwoch

Die Entscheidung darüber, mit welchem Aufwand die Kunstwerke zwischengelagert werden sei auch abhängig von deren Wert. "Es klingt vielleicht zynisch, aber bei der Unterbringung von Dürers Hasen müssen natürlich andere Maßnahmen getroffen werden als bei Plakaten", sagte Schröder. Wie lange die Bestände ausgelagert werden müssen und welche Maßnahmen in der Albertina getroffen werden sollen, um in Zukunft Wassereinbrüche zu verhindern, werde Schröder am morgigen Mittwoch, den 8. Juli bekannt geben. (Anba, derStandard.at, 7.7.2009) 

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    Ausgelagerte Kunstwerke aus dem Depot der Albertina in einem Trakt des Museums.

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