"Guerilla-Dinner" bei Herrn Kreisky

7. Juli 2009, 11:30
  • Ein Park in Margareten mit einer Prise Pariser Flair: "Guerilla-Dinner" und Hängemattenidyll im Kreisky-Park.
    foto: andreas laschober

    Ein Park in Margareten mit einer Prise Pariser Flair: "Guerilla-Dinner" und Hängemattenidyll im Kreisky-Park.

Vor drei Wochen der Künstler Michael Kinzer im Bruno-Kreisky-Park Hängematten aufgespannt - und ist selbst überrascht, dass es da bisher keine Zores mit Vandalen gab

Dass sich die Diskussion um die Nutzung öffentlicher Räume zuletzt nur ums Museumsquartier drehte, war kurzsichtig: Denn längst gibt es auch andere sommerlich-öffentlich möblierte Orte, die allen Ethno- und Soziotopen offenstehen.

So hat vor drei Wochen der Künstler Michael Kinzer im Bruno-Kreisky-Park (U4-Station Margaretengürtel) Hängematten aufgespannt - und ist selbst überrascht, dass es da bisher keine Zores mit Vandalen gab.

Doch im Kreisky-Park klappt auch anderes klaglos, was im MQ wohl Securities auf den Plan riefe: Sonntagabend bat die Initiative "Fräuleinwunder" zum "Guerilla-Dinner". In Paris, hieß es, sei derlei gerade der "dernier cri": Vom Tisch bis zum Schampus wird alles selbst angekarrt - und aufgebaut, wo es gerade Freude macht. Im Kreisky-Park funktionierte das blendend: Es fand sich niemand, der raunzen, reglementieren oder verbieten wollen hätte. (rott, DER STANDARD; Printausgabe, 7.7.2009)

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19 Postings
leben und leben lassen statt raunzen

Schön wenn Menschen sich Picknicke / Frühstücke / Dinners im Park / was auch immer für andere ausdenken und organisieren. Es ist völlig egal ob's die Idee schon gab oder diese neu ist. Die Stadt / ein Ort / der öffentliche Raum lebt von solchen charmanten Aktionen.

guerilla dinner....

haben die teilnehmer 40 jahre gebraucht um die revolutionäre idee aus frankreich mitzubringen oder versehentlich mal arte geschaut?

ungestört, kein Wunder

dort ist weit & breit kein Parkplatz, wo die Polizei nicht weit zu gehen hätt bis zur Amtshandlung, und auch kein sonstiger Bullenmagnet (McDonalds usw)

Eine Insel der Seligen sozusagen ;o)

Doch, da ist ein Burger King.

Richtig -- wird von den Polizeistreifenwägen immer gerne gegen die Einbahn fahrend besucht.

mit kinder- und geburtstagsparties

funzt das schon seit jahren im ersten hof des unicampus im alten AKH. ich glaub hängematten hab ich da auch schon gesehen.

die b obogeneration scheint auch das liegen im gras wenig naturverbunden zu sein. vereinzelnd bringen junge menschen gartenmöbel in den park mit.

und für künstler ud frauenvereine scheint das noch nciht zu reichen. sie machen dazu eine presseaussendung.

Von wegen dernier cri: wer war das nochmal schnell, der vor etwa zehn Jahren in Wien öffentliche Frühstücke veranstaltet hat, mit Tischen, Tischtuch, Sessel, Schampus etc.?
Alles alte Hüte also, aber natürlich trotzdem nachahmenswert.

Ach, die Hängematten sind Kunst? Bin heute durch den Park marschiert und fand die Teile einfach nur lässig - leider waren grad alle belegt, sonst hätte ich es mir auch in einer gemütlich gemacht :)

Die roten Hängematten

finde ich schön, ich war nur etwas irritiert als man mir sagte, daß sei "Kunst im öffentlichen Raum". Mir Kunstbanause hat sich leider die Kunst auch nach einem Gespräch mit dem Künstler nicht erschlossen. Samstags hörte ich im Vorübergehen Musik, irgendetwas wurde gefeiert. Ein sehr netter junger Mann erzählte mir, daß die Genehmigung verschiedener MA´s vorliegen und man nur die Auflage hatte, nach Beendigung der Party den Platz wieder sauber zu hinterlassen. Und so war es denn auch. Grüße an Thomas!

"Ein sehr netter junger Mann erzählte mir, daß die Genehmigung verschiedener MA´s vorliegen und man nur die Auflage hatte, nach Beendigung der Party den Platz wieder sauber zu hinterlassen."

Danke für diesen Satz... Anscheinend doch nicht sehr "guerillamäßig" wenn man beim Magistrat angesucht hat... DAS ist der Grund, warum keiner irgendwas vor Ort was reglementieren wollte, es war schon vorher alles reglementiert...

Guerilla.... lächerlich..

Erst lesen und verstehen, dann posten: Die DJ-Mucke am Samstag war etwas anderes als das Dinner am Sonntag und steht in keinerlei Zusammenhang. Andererseits waren es angeblich eh die beiden Mädels von Fräuleinwunder, die schon vor zig Jahren das Electronic Music Picknick im Wiener Prater initiiert haben und somit die Auflegerei im Öffentlichen Raum. However: Wer wann was zuerst gemacht hat, ist völlig wurscht, weil darum geht es nicht, sondern darum, dass es Menschen gibt, die in der Stadt einfach nette kleine Geschichten machen, während viele andere leider nur böse kommentieren.

Uiui...Parkgentrifizierung in Margareten!
Böse Bobos nehmen armen Türken die Wiese weg.

"Es fand sich niemand, der raunzen, reglementieren oder verbieten wollen hätte."

wird schon noch wer vorbeikommen, der es nicht aushält, daß andere leute einfach machen, wozu sie lust haben - ohne regeln!!!

irgend einem gürtelbewohner wirds im park zu laut sein...

ohne regeln?

man könnte also einfach jemand andern aus der matte schubsen und sich selber reinlegen?

mit

ausländerkindern geht das sicher! die schubst man doch auch von sitz in der strassenbahn.

ach,

sie tun sowas?

und wie identifizieren sie "ausländerkinder"? fragen sie vorher nach dem reisepass?

klar gibts auch hier regeln

und zwar die zwischenmenschlichen - leben und leben lassen, und keinem sein wertesystem aufdrücken wollen! ;-)

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