Anti-Korruption

Abgeordnete werden in Gesetz einbezogen

7. Juli 2009, 10:13

Mandatare fallen unter Begriff des Amtsträgers - Beschluss mittels Abänderungsantrag im Parlament

Wien - Mitten in der Diskussion um das Anti-Korruptionsgesetz haben die Regierungsparteien mit einer überraschend schnellen Einigung zur Frage der Einbeziehung von Abgeordneten in diese Regelung aufgewartet. Alle Mandatare (des Nationalrates, der Landtage, des Europaparlaments, etc.) werden in den Begriff des Amtsträgers mit einbezogen und fallen damit unter die Bestimmungen des neuen Gesetzes. Allerdings wird dabei auf die spezifische Form der Tätigkeit Rücksicht genommen, verkündeten die Klubobleute Josef Cap (SPÖ) und Karl-Heinz Kopf (ÖVP) vor dem Ministerrat am Dienstag.

Auch der Strafrahmen bleibt gleich. Beschlossen wird das Gesetz wie geplant diese Woche im Parlament. Die Einbeziehung der Abgeordneten wird mittels Abänderungsantrag erfolgen.

Auf SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim, der gestern noch eine Straffreiheit für EU-Mandatare gefordert hatte, angesprochen, meinte Cap, die Justizsprecher seien bei den Verhandlungen über die Regelung eingebunden gewesen.

Trotzdem Expertenkritik

Die Einbeziehung der Abgeordneten ändert freilich nichts an der zahlreichen Kritik am Gesetz. So bemängelte etwa der Politikwissenschafter Hubert Sickinger Ungenauigkeiten beim Amtsträgerbegriff sowie den Eingrenzungen der Delikte. Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) verteidigte das Gesetz heute einmal mehr als gute Lösung.

BZÖ und Grüne fordern Nachbesserungen

Mit Befriedigung hat die Opposition am Dienstag auf die Ankündigung der Regierung reagiert, dass die Antikorruptionsbestimmungen für Beamte künftig auch für Parlamentsabgeordnete gelten sollen. BZÖ und Grüne forderten dennoch weitere Nachbesserungen und wollen daher am Mittwoch die Rückverweisung des Gesetzes in den zuständigen Justizausschuss beantragen. Konkret fordern sie die Einbeziehung von staatsnahen Unternehmen (etwa ÖBB und Asfinag) sowie des Gesundheitsbereiches in die Antikorruptionsregeln für den öffentlichen Bereich.

Für die Manager staatsnaher Unternehmen, die vorwiegend am Markt agieren (also etwa ÖBB und Asfinag, aber auch Landes- und Gemeindebetriebe wie die Wiener Linien und Flughafen Wien) werden die vergleichsweise strengen Antikorruptionsbestimmungen für Beamte nicht gelten. Sie müssen sich lediglich nach den deutlich sanfteren Regeln für die Privatwirtschaft richten. BZÖ und Grüne lehnen das ab. "Um alle Bedenken einzuarbeiten", werde man daher die Rückverweisung des Gesetzes in den Justizausschuss beantragen, so BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz.

Für den geschäftsführenden Grünen Klubchef Werner Kogler ist etwa die Ausnahme von ÖBB und Asfinag ein "Wahnsinn", da gerade im staatsnahen Bereich besonders viel Geld verwaltet werde. Kogler verwies bei einer eigenen Pressekonferenz darauf, dass allein für den skandalträchtigen neuen Wiener Flughafen-Terminal "Skylink" 150 Mio. Euro an Berateraufträgen vergeben wurden - und derartige Beraterverträge seien erfahrungsgemäß "das A und O der schmutzigen Sache", so Kogler. "Es geht hier in Wahrheit um ein Korruptionsunterstützungsgesetz", wetterte Kogler gegen die Ausnahme der staatsnahen Betriebe. Außerdem fordert er eine Rücknahme der Entschärfung beim "Anfüttern" von Beamten, das mit der Neuregelung zu "totem Recht" werde.

FPÖ zufrieden

Zufrieden mit der Einigung der Regierungsparteien zeigte sich hingegen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Es sei immer Forderung seiner Partei gewesen, dass es keine Extrabehandlung für Abgeordnete geben dürfe. Tatsächlich hatte FP-Justizsprecher Peter Fichtenbauer einer derartigen Sonderbehandlung Tags zuvor aber noch das Wort geredet: Er hatte den mittlerweile wieder verworfenen Wunsch der SPÖ, die Ausnahme der Nationalratsabgeordneten aus dem Antikorruptionsrecht beizubehalten und auch EU-Mandatare auszunehmen, am Dienstag als "systemadäquat" begrüßt. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 57
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Bluestone
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....Allerdings wird dabei auf die spezifische Form der Tätigkeit Rücksicht genommen.....Wieso??

Hat man wieder einmal eine Kuschelvariante beschlossen, oder gleich den Begriff "Korruption" umdefiniert?

Ohne Ausdehnung des Gestzes auf staatsnahe Betriebe ist das wieder nur ein halbherziger Schritt von vielen und damit nur ein Ablenkungsmanöver von den wirklichen Verursachern.

Außerdem, was helfen die besten Gesetze und Verordnungen, wenn deren Exekution be.-bzw.verhindert wird?

albert einstein
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puhh da wird ja jetzt zu massenkündigungen führen wenn die abgeordneten ins gesetz einbezogen werden müssen, denn wenn man bei der rzb erste ärzte von der äk...; arbeitet und im parlament sitzt dann wäre dass ja anfüttern. oder bessergesagt die werden seit jahren angefüttert.

entwerder die kündigen oder das gesetz ist die reinste verarschung!

schetzgo
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bei den salzburger festspielen..

...gibts ein fröhliches wiedersehen ;-)

also dann ...
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tja ... d o r t wird ja auch "schokolade" (ver)ausge-teilt ...

siehe das statement der justizministerin im heutigen stand-arT...

die korruption ist "frei"
und a l l e geniessen immunität !
zeiten wie im alten rom ... nicht wahr...

natoll
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jaja, die ausnahmen. eine wichtige habens auch noch vergessen: wiener wohnen ....

Uranus
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Frechheit

alleine das Ansinnen einiger Abgeordneter / Parteien nicht in das Anti-Korruptionsgesetz einbezogen zu werden empfinde ich als bodenlose Frechheit ...

tramezzino
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wobei sich die frage stellt, was unter lobbying zu verstehen ist.

heuteistmorgen
 
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Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich

lautet eine Zeile in der Österreichischen Verfassung,
daran haben sich Abgeordnete, Regierungen, Parteien,
wie auch ein Beamter, Selbständiger, Arbeitnehmer,
und der Arbeitslose zu halten.
Wird etwas anderes gewollt,dann Volksabstimmung

Ein Land ohne Strache, wär das schön?
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Na sind wir froh das Strache zufrieden ist!

Vielleicht wäre da ein anderer Paragraph zuständiger!
Gegen den wehren sich auch schon einige!
§ 130 StGB die Volksverhetzung.
Wo kommen wir denn da hin wenn man nicht mehr mit der Angst der Menschen herum spielen darf!
Dieser Paragraph muss weg haben wir doch freie Meinungsäußerung!
Könnte man dann auch sagen, was man über die FPÖ denkt, oder gilt da der Paragraph schon?

Er staunt
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Traurig, daß sowas überhaupt eine Meldung wert ist ...

W. Müller
 
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".. einbezogen .." !?!

Pro forma.

albert einstein
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wohl war denn abgefüttert werden da 50% der abgeordneten wenn man bedenkt dass da fast 10 nr´s bei der rzb arbeiten oder zumindest so tun als ob, oder 6 sinds glaube ich die bei der ersten "arbeiten" oder 10 sind von der ärztekammer....;

na da könnte es ja viele anzeigen geben wenn sie es ernst nehmen täten....;

nipes
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Das größte Korruptionsproblem...

Ein Schritt in die richtige Richtung trotz aller Ausnahmen.
Meinen Respekt für Hrn. Faymann dass er sich dazu durchgerungen hat.
Aber das größte Korruptionsproblem in Ö sind immer noch die anonymen Parteispenden!!!
Da wird sich leider nichts tun.

hlg
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das größte problem ist...

daß ein herr faymann genau dadurch in diese position gekommen ist, in der er jetzt ist.

er ist teil des systems.

lothar matthäus
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Quatsch -


kopf!

*

Bernhard Lassy
 
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Vielleicht klärt sich ja einiges auf

http://www.austria-elak.com

Die dokumentierten Vorgänge bewirken einen komischen Beigeschmack, besonders wenn über Jahre geschwiegen wird.

dacashjohnny
01

Na hoffentlich wirkt sich das neue Gesetz nun nicht auf die Anzahl der Kuraufenthalte des Abg. Stummvoll im Waldviertel aus!

clown
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interessant

ich kann mich an einen fall erinnern in der eine zeugin (mitarbeiterin einer der ersten banken oesterreichs) vor gericht allen ernstes behauptete, dass sie den kreditakt nicht faende!!

und der richter glaubte ihr - wie naiv - vor einer hausdurchsuchung schreckte er ob der maechtigen bank wohl zurueck!

offenbar sind bei gericht im moment ein paar mutige herren am werk - oder es gibt andere interessen

albert einstein
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ein richtiger schritt in die richtige richtung!

doch die ausnahmen sind ja der wahnsin!

keine ausnahmen!

Marlon62
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Antikorruptionsgesetz

Nach derzeitigem Stand der Dinge wird es noch heuer ein gehöriges Rauschen im Blätterwald im Dunstkreis der Angestellten des BMI, sprich der BPDion Wien und dabei insbesondere bei Beamten des Verkehrsamts geben. Gestern wurde nämlich in ein Wespennest der Wiener Fahrschul-Mafia samt mitwirkenden Beamten gestochen, was sicher noch enorme Folgen für alle Beteiligten haben wird. Immerhin geht es dabei um kriminelle Vereinigungen, Betrug, Nötigung und Amtsmissbrauch. Weiteres folgt demnächst, wenn auch in anderen Medien.

skkh
21
augenauswischerei!

was kümmert mich das anfüttern von kleinen beamten?

die wirklichen probleme sind die betrügereien und freundschaftsdienste im grossen stil (flughafen wien). ich setz dich in diesen aufsichtsrat dafür schaust du mir dass das so und so passiert. ich mache werbung in deiner zeitung du schreibts mir einen artikel....

also dann ...
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naja ... damit ist es amtlich : der "balkan"...gebinnt im österr. n - rat ( ! ).

irgendwie stört mich dennoch die rechtl. in-konsequenz, denn wenn es den abgeordneten
"gestattet" ist (natürlich gehts NIE über ein kleines "gulasch und 1 seiderl".. hinaus !!!), dann
sollten auch a l l e staatsbürger davon amnestiert ...
werden.

d.h. korruption = erlaubt in Ö ! endlich ...

also dann ...
01
ergänzung : die justizministerien ... hat ihre "jungfräulichkeit"...schnell am altar der korruption...geopfert !

irgendwie schade ...

A Voice
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Allerdings wird dabei auf die spezifische Form der Tätigkeit Rücksicht genommen,

und das soll jetzt was heißen? Daß sie nur inoffiziell ausgenommen sind? Schämt's euch.

MyFavoriteThings
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Anfütterungen

sind für Abgeordnete ohnehin sozialadäquat !

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