USA: Oscar Arias soll in Krise vermitteln

8. Juli 2009, 17:28

Costa Ricas Präsident und Nobelpreisträger soll Lösung erreichen - Washington unterstützt Zelaya weiterhin

Tegucigalpa/Moskau/Washington - Der als Vermittler in der Honduras-Krise eingesetzte Präsident von Costa Rica, Oscar Arias, sieht den für Donnerstag geplanten Gesprächen zwischen den Konfliktparteien zuversichtlich entgegen. "Mir scheint, dass beide Seiten gewillt sind, eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen", sagte Arias am Dienstag (Ortszeit) im Fernsehsender Telesur. Auf der Tagesordnung der Gespräche zwischen dem gestürzten honduranischen Staatschef Manuel Zelaya und der Interimsregierung um Roberto Micheletti stünden "alle Themen, die beide Parteien spalten".

Die Organisation Amerikanischen Staaten (OAS) sicherte den Vermittlungsbemühungen Arias' ihre "vollständige Unterstützung" zu. Der Präsident von Costa Rica und Friedensnobelpreisträger sei der einzige, dem eine Vermittlung gelingen können, erklärte OAS-Generalsekretär Jose Miguel Insulza. US-Außenministerin Hillary Clinton begrüßte die Vermittlung durch Arias. Nach einem Gespräch mit Zelaya in Washington rief sie zu einer "friedlichen Lösung" und der "Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung" in Honduras auf.

Zelaya will nicht verhandeln

Zelaya machte allerdings deutlich, er werde nicht nach Costa Rica reisen, um mit der Interimsregierung zu verhandeln. "Es gibt Sachen, die sind nicht verhandelbar", sagte er nach dem Treffen mit Clinton. Es müsse darum gehen, die Putschisten wieder abzusetzen.

Obama stärkt Zelaya den Rücken

US-Präsident Barack Obama hat dem gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya demonstrativ den Rücken gestärkt. Amerika befürworte die Wiedereinsetzung des demokratisch gewählten Präsidenten, auch wenn dieser ein ausgesprochener Gegner der US-Politik gewesen sei, sagte Obama am Dienstag bei einer Rede in Russland.

Die Menschen müssten ihre politische Führung selbst bestimmen können, ganz gleich, ob die USA mit dieser einverstanden seien oder nicht. Ein weiteres Signal der Unterstützung sandten die USA durch ein Treffen Zelayas mit Außenministerin Hillary Clinton in Washington aus.

Beginn am Donnerstag

Die Vermittlungsgespräche beginnen an diesem Donnerstag in Costa Rica. Das teilte Arias am Dienstag in San Jose mit. Arias sagte, Zelaya werde am Mittwoch aus Washington anreisen. Sein Gegner Micheletti werde in der Nacht zum Donnerstag in der Hauptstadt von Costa Rica erwartet.

Die Vereinigten Staaten unterstützten dessen Rückkehr an die Macht, habe sie dem am 28. Juni entmachteten Präsidenten versichert, bekräftigte Clinton. Die Gespräche, denen auch Interims-Präsident Roberto Micheletti zugestimmt habe, sollen in Costa Rica stattfinden.

Arias, der bereits seit dem Ende der 80er Jahren die Bürgerkriegsparteien in Mittelamerika miteinander versöhnt hatte, hat sich seit dem Staatsstreich am 28. Juni mehrfach als Vermittler in Honduras angeboten. "Gespräche bewirken Wunder", sagte er am Dienstag einem Radiosender seines Landes.

Testfall für Obama

Zelaya, der als Präsident immer weiter nach links gerückt war, wurde mit der Begründung gestürzt, er habe sich entgegen der Verfassung eine zweite Amtszeit sichern wollen. Mit seiner Politik war er vor allem der reichen Oberschicht des mittelamerikanischen Landes ein Dorn im Auge.

Zelayas Sturz gilt als Testfall für Obamas Versprechen, die Beziehungen zu Lateinamerika zu verbessern. Die USA haben den Putsch in Honduras wiederholt verurteilt, sich bisher aber eher hinter den Kulissen für eine Wiedereinsetzung Zelayas starkgemacht.

Unterstützung für rechte Diktaturen

Kritiker haben den USA lange vorgeworfen, sich immer wieder in ihrem "Hinterhof" einzumischen. In der Ära des Kalten Krieges hatten die USA rechtsgerichtete Diktaturen in Lateinamerika unterstützt, um ein Ausbreiten des Kommunismus zu verhindern.

 

Amnestie

Der Oberste Gerichtshof in Honduras knüpfte Zelayas Rückkehr in das zentralamerikanische Land an eine Amnestie durch den Kongress. Der Präsident des Obersten Gerichtshofes bezeichnete eine Amnestie als eine "Möglichkeit des Auswegs aus der Krise". Es stehe allein in der Macht der Abgeordneten, eine solche Amnestie auszusprechen, sagte ein Gerichtssprecher in der Hauptstadt Tegucigalpa. Dies könne im Rahmen von Verhandlungen mit der internationalen Gemeinschaft beschlossen werden.

Interpol verweigert Haftbefehl

Interpol wies die Bitte der honduranischen Übergangsregierung um einen internationalen Haftbefehl gegen Zelaya zurück. Einen internationalen Suchbefehl mit der Bitte um Ausweisung auszuschreiben verstoße gegen die Vorschriften der internationalen Polizeibehörde. Die von der Interimsregierung gegen Zelaya erhobenen Vorwürfe seien "rein politischer Natur", teilte Interpol mit.

Der vor gut einer Woche von den honduranischen Streitkräften entmachtete Zelaya war am Sonntag bei einem Rückkehrversuch in seine Heimat gescheitert. Das Militär hatte die Landung seiner Maschine mit der Blockade des Flughafens von Tegucigalpa verhindert. (APA/Reuters)

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austrocatracha
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los buenos no son tan buenos, los malos no son tan malos

für alle die spanisch sprechen, kann ich diesen artikel/text eines lieben freundes wärmstens empfehlen. http://imoxgiraen8.blogspot.com/

ich persönlich, finde es unverständlich warum alle welt hinter zelaya steht. ja, richtig, er war ein linker, einer der "guten". wirklich "gut" sieht aber leider anders aus... was nicht heißen soll, dass ich die jetzige übergangsregierung unter goreletti 100% unterstütze. dieser "putsch" war nur der gipfel des eisberges, die wirklichen probleme gab es auch schon vor zelaya...

Horst Holger
00
10.7.2009, 23:17
"alle welt steht hinter zelaya"

oder tatsächlich nur ein paar wenige Standard-Leserchen. Laut einer repäsentativen Umfrage in Honduras finden 46% Prozent der Befragten den Ausschluss Zelayas wegen Verfassungsbruchs gerechtfertigt, nur 28% dagegen ungerechtfertigt. Solche Meinungen zählen eben mehr als die von ein paar wenigen Standard Lesern

Pues fíjate que podría ser
00
13.7.2009, 07:12
repräsentative umfrage...

... unter allen festnetz-anschluss-besitzerInnen?
... unter allen registrierten (also nicht wertkarten-) handybesitzerInnen?
... oder wie?

ich frag' ja nur. vielleicht ist ja tatsächlich irgendwie repräsentativ befragt worden.
die beiden erwähnten methoden (die mir jetzt so spontan eingefallen sind), geben sicherlich kein repräsentatives, sondern eher ein Pro-Micheletti-Ergebnis, der ja eher die reichen Bevölkerungsschichten hinter sich hat.

Fridolin der Große
01
11.7.2009, 18:25
Mein gesunder Menschenverstand

läßt mich an dieser Umfrage zweifeln.
Wenn die Gegner von Zelaya eine so große Mehrheit haben, warum hat man denn dann die Volksbefragung verhindert?

So weit ich verstanden habe ging es nicht um einen Verfassungstext sondern um die Frage, ob eine neue Verfassung erarbeitet werden solle.
Warum hat diese breite Mehrheit denn dann nicht gewartet bis zur Ausarbeitung des Textes und dann einen bravourösen Erfolg erzielt?

Das bringt mich zum Schluß zur Frage:
In welcher Kaserne wurde diese Umfrage durchgeführt?

Horst Holger
00
13.7.2009, 00:11
warum sollte man eine Umfrage zulassen

wenn das so nicht in der Verfassung vorgesehen ist? Verfassungsänderungen müssen soweit mir bekannt erst vom OGH und dem Parlament geprüft werden. Warum ist Zelaya diesen Weg nicht gegangen? Diese Fragen sollten Sie sich stellen! Alles andere ist pure Vermutung und Spekulation, wenn und abers, die in einem demokratischen Land nichts zu suchen haben. Zelayas Kumpel Chavez hat´s cleverer gemacht: nachdem das Volk seinen Alleinherrscheransprüchen in einem Referndum eine Abfuhr erteilt hat, hat er die kritischen Änderungsartikel in der Verfassung über Dekrete durchgehauen- dazu brauchte es nur die Unterstützung des Parlamentes und des TSJ, die hat er beide voll im Griff. Soweit ein Beispiel was in einem antidemokratischen Land passieren kann

sauraumpfa
00
15.7.2009, 15:19
bravo holger

na hoffendlich haben sie sich diese frage auch bei uribe in kolumbien gestellt

Mariana Centomo
73

Wollen wir hoffen, dass sich nun auch bald das Volk von Venezuela von Diktator Chávez befreien kann und dort wieder demokratische Verhältnisse, Meinungs- und Pressefreiheit, Wohlstand und Frieden einkehren können.

Der Scheckbuch-Sozialismus neigt sich dank nachhaltig sinkender Öleinnahmen dem Ende zu. Alternativen zum Öl wurden nicht aufgebaut, sondern vernichtet, indem man Betriebe durch das Militär besetzen ließ und nun nicht über das Know-how zur Fortführung verfügt. Für die Aufrüstung werden Milliarden verschwendet. Beamte wurden mit BMW-Dienstwagen geködert, das Volk hungert. Die südamerikanische Presse lacht sich ins Fäustchen über den Tolpatsch aus Caracas.

Weiß zufällig jemand, ob Chávez einen Schlafanzug besitzt?

dr. kokos
 
00
11.7.2009, 19:27

falls sie es noch nicht geschnallt haben mariana: der ölpreis ist seit jahresanfang um über 50% gestiegen.

Horst Holger
00
13.7.2009, 00:13
lol ;-) und warum ist dann die PDVSA und damit auch Chavez zahlungsunfähig?

suuuuper geht´s den Venezolanern, so gut, daß jetzt jeder die cesta basica von BsF 4000 locker aus der Portokasse bezahlen kann: http://www.noticierodigital.com/?p=41389

Sind Dir Deine Schönrednereien nicht langsam allzu peinlich Koks? Wenn der Ölpreis noch ein Jahr so niedrig bleibt, dann gibt es keinen Chavez mehr, wollen wir wetten!

dr. kokos
 
00
14.7.2009, 22:44

1. die pdvsa ist mitnichten zahlungsunfähig.
2. passt es genau, wenn der ölpreis auf 60 usd bleibt, weil die budgets auf dieser basis erstellt worden sind.
3. erübrigt sich.

Horst Holger
00
15.7.2009, 00:06

zu 1. PDVSA schuldet allein Schlumberger und HAlliburton über 1 Mrd. US $ und das seit Monaten. Jetzt wird darüber diskutiert in Raten über mindestens 3 Jahre (!) zurück zu zahlen
zu 2. Falsch kalkuliert, denn Chavez hat seinerzeit nicht damit gerechnet, daß er allein 70% der Lebensmittel importieren muss (Produktivität so gering wie noch nie, Inflation mit 40% die höchste in SA)
zu 3. Schönrederei wie gehabt, und dem Land geht´s trotzdem schlechter, da kannst Dich drehen und wenden wie Du willst, Koks

dr. kokos
 
00
15.7.2009, 13:55

1. zwischen schulden haben und zahlungsunfähig sein ist ein gewaltiger unterschied. es gibt auch gesunde schulden, schulden aus taktischen gründen etc.
2. venezuela hat schon immer den großteil der lebensmittel importiert, weil die venezolaner das arbeiten nicht freut. das land leidet seit eh und je an der holländischen krankheit.
3. dem einkommensschwächsten bevölkerungsteil geht es heute wesentlich besser als vor 10 jahren. und die reichen haben immer noch genug.

Fridolin der Große
00
11.7.2009, 15:11
Venezuela soll sich befreien?

So wie Honduras?

*Kopfschüttel*

Com Pirx
00
12.7.2009, 20:03

Ich wollte immer schon wissen, in welche Seidenpyjamas sich Chavez kleidet. Ob Brüno sein Schneider ist?

wider den rechten Kanaillen
00
10.7.2009, 15:01

Ich habe nicht den Eindruck, als ob die reichen südamerikanischen Familien (denen auch die Presseverlage gehören) über Chavez lachen würden.
Die machen sich so ins Hemd, dass sie bereits wieder offen auf Putsch, Mord und Terror setzen.

Es sind zufälligerweise die Familien, die während der Militärdiktaturen gross und reich geworden sind.

Horst Holger
00
10.7.2009, 23:24
Richtig, Kanaille! Siehe Familie Chavez!

"Es sind zufälligerweise die Familien, die während der Militärdiktaturen gross und reich geworden sind".
La familia vivía cerca de un río, en un rancho de techo de caña de apenas 30 hectáreas. A partir de 1998, cuando Hugo Chávez Frías gana la Presidencia, los Chávez se convierten en un clan adinerado y latifundista, a pesar del discurso contra los ricos del Presidente. La pequeña choza pasó de 30 a 600 hectáreas.
El padre era gobernador del Estado de Barinas y a su Administración se le acusa de mal manejo y corrupción. La madre es presidenta del Instituto del Niño. Los hermanos, sobrinos y primos ocupan importantes cargos públicos, entre los que se cuentan el Ministerio de Educación y la administración la administración de Petróleos de V.

dr. kokos
 
00
11.7.2009, 19:27

horsti, und wenn schon die chávez family heute 600 hektar besitzt, falls es überhaupt wahr ist, was man bei deinem notorischen lügentum ja nicht voraussetzen kann, das ist doch für südamerika überhaupt nichts. aber du kennst dich eben wie immer auch nicht aus. für 100 hektar drüben kannst du dir in wien nicht mal eine einzimmerwohnung kaufen.

Horst Holger
00
13.7.2009, 00:16
Bereicherung auf Kosten des Volkes

darum geht´s Koksi, nicht um die Größe Deiner Wohnung! Nicht ablenken vom Thema!

Parkaboy
00
14.7.2009, 16:38
Bereicherung auf Kosten des Volkes

betreiben alle, links wie rechts. Hörts doch endlich auf, die eine Seite zu verdammen und die andere heilig zu sprechen.
Jeder lateinamerikanische Machthaber hat Dreck am Stecken - und je konfliktiver das Land, desto mehr Dreck.

Horst Holger
00
15.7.2009, 00:08
wo sprech ich die andere Seite (welche eigentlich?) heilig?

ich stelle mich auf die Seite des Volkes, da ist mir wurst ob links oder rechts- Du hast es immer ncoh nicht verstanden....Soviel Dreck allerdings wie ein Chavez angesammelt hat, ist mir persönlich von den Präsidenten davor nicht bekannt - und ich kenne das Land schon lange!

dr. kokos
 
00
14.7.2009, 00:23

bereicherung auf kosten des volkes, das machen jene, die du gerne in venezuela an der macht sehen würdest. aber davon kannst du zum glück nur träumen.

wwg
03
Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie messen

"US-Präsident Barack Obama hat dem gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya demonstrativ den Rücken gestärkt"

Verbal. Heisse Luft. De facto liefern die USA weiterhin Waffen, Geld und Wirtschaftshilfe an die Putschisten, obwohl sogar illegal nach us-amerikanischer Gesetzeslage. Nicht einmal den Botschafter haben sie abgezogen. Und dass die putschenden Generaele allesamt ihre Ausbildung in den USA haben ist wohl auch kein Zufall.

Ist wohl doch sehr bequem fuer die USA und die EU dass die missliebige ALBA hier kraeftig destabilisiert wird, der geplante Beitritt El Salvadors ist wohl damit auch eher unwahrscheinlich geworden.

E. Wart.
03
Miche..Goriletti = Putschist / Zelaya = demokratisch gewählter Präsident

"No es de igual a igual. Los países de América Latina y del mundo entero no han reconocido el gobierno de facto y consideran que el presidente Zelaya sigue siendo el presidente constitucional",afirmó Arias

Putschist Goriletti steht dem demokratisch gewählten Präsidenten Zelaya gegenüber - so Costa Ricas Präsident - und so sieht es auch die intern. Staatengemeinschaft.

Wenn die Putschisten nicht für eine geordnete Rückgabe der Macht an Präsident Zelaya bereit sind,werden größtmögliche Sanktionen notwendig und die USA werden Farbe bekennen müssen,ob ihre Lippenbekenntnisse ehrlich sind (etwa im UN-Sicherheitsrat). Ohne (versteckter) US-Stütze fällt diese Diktatur in Honduras binnen Stunden. Das wissen die Putschisten,aber auch die Welt.

moribundo
02

Eine klare und vernünftige Darstellung des und Position zum Putsch von Oscar Arias, in seiner Costa Rica weiten Fernsehansprache- Cadena
Zentrale Punkte
-Über den politischen Streit vor dem Putsch kann man verschiedener Meinung sein, aber das veliert Relevanz angesichts eines Militärputsches
-die Zeit der Militärputsche sind vorbei. Er erinnert an das Grauen derselben. Das Gesetz und das Volk durch Wahlen muss die Macht haben, das Militär hat nix in der Politik verloren
-trotz seinen politischen Differenzen mit Zelaya und dessen Verbündeten (Chavez), wird der keinen anderen Präsidenten anerkennen "soy democrata por convención y no por conveniencia"

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