Desktop Summit

GNOME 3.0: Ein frischer Look für die kommende Desktop-Generation

06. Juli 2009 18:14
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    screenshot: andreas proschofsky

    Einige der neuen Icons aus dem High-Resolution-Branch des GNOME Icon Themes

Projekt gibt Überblick über laufende Arbeiten - März 2010 weiter anvisiert - GTK+ 3.0 nicht unbedingt notwendig

Im Rahmen einer Präsentation am Gran Canaria Desktop Summit hat das GNOME-Projekt ein aktuelles Update für die eigenen Bestrebungen auf dem Weg zur nächsten Desktop-Generation gegeben. In dem gewohnt locker präsentierten Vortrag zeigte man sich davon überzeugt, dass man den vor einem Jahr ausgegebenen Termin März 2010 einhalten kann, ohne dabei Abstriche bei der anvisierten Funktionalität vornehmen zu müssen.

Status

Den aktuellen Stand präsentierte man in Statusberichten der einzelnen Teilbereich, den Anfang machten dabei die Bemühungen rund um das Aufräumen der Code-Basis. Hier habe es in den letzten Monaten deutliche Fortschritte gegeben, einige der Abhängigkeiten von veralteten Komponenten seien mittlerweile vollständig entfernt worden, bei komplexeren Unterfangen konnte man diese zumindest reduzieren.

Aufräumen

Dabei geht es vor allem um die Entfernung von als "deprecated" gekennzeichneten Bibliotheken, aber auch darum, keine Funktionen aus GTK+ mehr zu verwenden, die mit der Version 3.0 des Toolkit verschwinden werden. Später hielt man dann noch fest, dass man mit GNOME 3.0 keineswegs vom Veröffentlichungstermin von GTK+ 3.0 abhängig sei. Immerhin gehe es aus GNOME-Hinsicht vor allem darum GTK+ 3.0 "ready" zu sein, um so auf diesen Wechsel vorbereitet zu sein.

Probleme

Als problematisch würden sich in dieser Hinsicht vor allem jene Komponenten erweisen, deren Maintenance-Status derzeit ungeklärt ist. Aber auch sonst fordert man die versammelten EntwicklerInnen dazu auf sich aktiv am Cleanup zu beteiligen, oder zumindest "ihre Arbeit zu machen" und die oft bereits verfügbaren Patches einem Review zu unterziehen und in die Code-Basis aufzunehmen.

Barrierefreiheit

Ein für GNOME besonders wichtiger Bereich ist jener der Barrierefreiheit, ist dies doch traditionell eine Stärke des Projekts. Entsprechend unerfreulich, dass gerade die hier enthaltenen Anwendungen massiv mit dem mittlerweile auf Eis gelegten Komponentenmodell Bonobo verwoben sind. Allerdings haben hier vor allem von Sun und Novell gestellte Hacker in den letzten Monaten klare Fortschritte gemacht.

Wichtig sei außerdem, dass die Rendering Engine Webkit mittlerweile massive Verbesserungen aus  einer Accessibility-Perspektive erfahren haben, soll diese doch künftig gleich bei mehreren Desktop-Komponenten - darunter der Browser Epiphany aber auch der Mail-Client Evolution - zum Einsatz kommen. Alles in Allem hofft man nicht nur den Status Quo bei der Barrierefreiheit aufrecht erhalten zu können, sondern sogar einige Verbesserungen vornehmen bzw. mit frischen Anwendungen aufwarten zu können. So denkt man etwa über die Aufnahme eines Tools zur Sound-Visualisierung nach.

Dokumentation

Nicht gerade wenig hat man sich beim Dokumentationsprojekt vorgenommen: Der gesamte User sowie der Accessibility Guide sollen von Grund auf neu geschrieben werden. Nötig wird dies durch den Wechsel auf ein neues Tool zur Erstellung von Dokumentationen: Mallard soll das bisherige Docbook ablösen. In dem Rewrite sieht man aber auch eine Chance, immerhin seien einige Teile der Dokumentation mittlerweile einigermaßen veraltetet, wie man am Rande eingesteht.

Look

Gleichzeitig zeigt man sich aber auch dessen bewusst, dass das visuelle Auftreten eine nicht zu unterschätzende Relevanz für den Erfolg des Desktops hat. Also soll GNOME 3.0 in dieser Hinsicht rundum erneuert werden. Dazu gehört etwa ein neue Generation des eigenen Icon-Themes, die mit hochauflösenden Icons aufwarten kann, sowie ein frisches Widget Theme. Darüber hinaus will man aber auch die Anwendungen nach Layout-Fehlern durchforsten und diese beseitigen. Für einen cleanen Look sei dies mindestens ebenso wichtig wie neue Themes, streicht man heraus.

Neue Komponenten

Die zentralen neuen Komponenten von GNOME 3.0 sollen die GNOME Shell und GNOME Zeitgeist werden. Bei beiden Projekten zeigt man sich davon überzeugt, rechtzeitig die Entwicklung stabilisieren zu können. Bei Zeitgeist will man die Version 1.0 der eigenen Engine in den nächsten Tagen veröffentlichen, auch GNOME Shell soll es in Kürze als Tarballs zum Download geben. Beide Projekte sollen parallel zu GNOME 2.28 als eine Art Preview veröffentlicht werden. Dabei hofft man auch auf die Mitarbeit der Distributionen, damit diese das Testen der neuen Komponenten möglichst einfach machen - und so möglichst viel Feedback noch vor GNOME 3.0 zu erhalten.

Ausblick

Ob GNOME 3.0 tatsächlich im März 2010 erhältlich sein wird, will man in den nächsten zwei bis drei Monaten entscheiden. Ist man bis dahin mit den Fortschritten nicht zufrieden, sei durchaus auch eine Verschiebung um weitere sechs Monate möglich, all zu lange Verzögerungen will man aber verhindern.

Rundherum

Neben den Neuerungen aus Softwaresicht soll sich für GNOME 3.0 noch einiges im zugehörigen Ökosystem ändern. So wird gerade das Marketing auf neue Beine gestellt, auch die Webseite wird momentan von einem eigenen Team vollständig neu gestaltet. Außerdem will man das fixe Release Set etwas aufweichen, und externe Anwendungen stärker in den Vordergrund stellen. (Andreas Proschofsky [@suka_hiroaki auf Twitter] aus Las Palmas / Gran Canaria, derStandard.at, 06.07.2009)

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Posting 1 bis 25 von 34
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Waldi Kommbaldi
11.07.2009 13:36
Gnome ist zum Scheitern verurteilt

Das fängt schon mit dem hässlichen Namen an, geht weiter mit der schwarz-grauen Optik, mit leichtem Hang zu Pessimismus und Depression, und endet mit einer inkonsistenten unlogischen Bedienung und Zusammenstelltung der Setuptools.

pepi-m
07.07.2009 07:26

Mir gefällt das an Gnome, dass man einmal völlig neue Wege am Desktop einschlägt und nicht ständig versucht krampfhaft Win oder Apple zu kopieren. :-)

N3X0NIC
 
06.07.2009 22:23

Hört sich alles ganz gut an, auch die Hochauflösenden Icons sind ganz schick... aber die Farbe des Ordnericons sollte man dann vielleicht doch noch mal überdenken (=

Jet Fuzzi
06.07.2009 23:29

Das Problem beim GNOME: er ist grausam häßlich - sowohl in Optik wie auch in Bedienung.

Pool Snoopy
 
07.07.2009 11:54

aber zum glück nicht eines jeden problem :-) ich komm mit kde nicht zurecht. schön, dass es beides - und natürlich noch viel mehr - gibt.

STiAT
07.07.2009 15:02

Umgekehrt für mich. KDE seit 1.0, und nach wie vor ziemlich zufrieden.

Kenne aber ziemlich viele Leute denen Gnome besser gefällt. Ich mag die Bedienung (Menü etc), jedoch die Settings waren immer so unübersichtlich (finde ich). Keine Ahnung ob sie da bereits etwas geändert haben. Auch die Applikationsführung bei Gnome-Applikationen fand ich oft irrführend.

Als Entwickler habe ich mich dann aber fix für KDE entschieden. Qt ist wie ich finde schöner zu programmieren als GTK+ (VORISCHT: subjektiv), und irgendwie machts mir einfach mehr spass, auch wenn der kde trunk unglaublich oft kaputt ist (das wird schön wenn KDE endlich git hat).

Chris Edelmann
07.07.2009 11:48
Ja da hast du recht,

deswegen haben Sie ja auch schon vor jahren den Gnome2 entwickelt, der ist zwar schlicht aber schick.

lessismore
07.07.2009 13:21

Fluxbox!
Amen.

TRex30M
07.07.2009 10:11

Also mir ist GNOME wesentlicher symphatischer als KDE.
Seit KDE 4.0 geht es echt nur noch abwärts und es wird immer aufgeblähter und optisch auch hässlicher.
Bei GNOME ist das bis jetzt nicht so.

STiAT
07.07.2009 14:54
Ahja

Nicht als Tatsache hinstellen, was eine subjektive Meinung ist bitte.
Meine Meinung geht in die differente Richtung, da Gnome wesentlich mehr Abhängigkeiten hat als KDE.

Was ich nicht zu bestreiten wage ist, dass sich KDE nach wie vor in einem Beta-Stadium befindet. Meine Wette auf 4.5 steht noch, aber es sieht so aus als würde ich verlieren (4.4 könnte die erste massentaugliche Version werden, wenn sie das Browser-Problem in den Griff bekommen - entweder mit einem besseren KHTML oder einem fertigen WebKit part für Konqueror).

Zu Benjamit F: Graue Ordner? Bei mir sind die (und waren immer) Blau. Und den restlichen Look: Air sieht toll aus, wartet auf 4.3 ;-).

TRex30M
07.07.2009 16:06

Neben meiner subjektiven Meinung zu KDE, ist es Fakt, dass vieles was implementiert wurde, noch nicht wirklich gut funktioniert.
Überladen ist KDe auch sieht man sich z.B an wieviel Eye Candy (Plasmoiden) man da jetzt implementiert.
Dolphin hat auch noch jede Menge Macken.
Auch frage ich mich wer diesen unnötigen Desktop Folder erfunden hat.
Für mich steht jedenfalls fest, dass GNOME aktuell die bessere Wahl ist.
Wer unbedingt KDE nutzen möchte, dem wünsche ich damit viel Vergnügen...

TheUninvitedGuest
09.07.2009 10:17

Auf meinem 5 Jahre alten Laptop rennt Kde4.2 flüssiger als Gnome2.irgendwas, trotz der aufgeblasenen Optik. Ist schon Grund genug für den Wechsel, aber dank Kickoff und einigen anderen netten Kleinigkeiten geht auch die alltägliche Arbeit schneller von der Hand.

Brillenaffe
10.07.2009 00:04
Hey!!!

Ich finde beide gut ... Beide habe Vor- und Nachteile.
Bei Gnome bin ich z.B. mit Gnome-Do und Global-Menu superflink. Mit KDE war ich es mit dem Kicker. Nun gibt es da auch dieses Daisy... ;-)
Nur das Design bei KDE fällt leider immer mehr und mehr aus den Fugen. Was noch bei 4.2 so viel versprechend aussah, sieht nun schon mit dem 4.3 Beta (Air) schon wieder ein Stück schlechter aus. Zu wischi waschi. Einige der Icons fehlen noch immer und ein paar richtig hässliche sind dazugekommen. Das Theme Bespin ist und war noch nie mein Geschmack bei KDE. Also dann doch lieber Gnome. Ist mir mehr Richtung Mac und im Moment sympatischer. ;-) my2Cents

Benjamin F.
06.07.2009 23:52

Geschmackssache ;) Mir gefällts, ausser die hässlichen grauen Ordner.

Robert Dunkelwand
 
07.07.2009 13:23

Das ist etwas was ich noch nie verstanden habe, Leute die sich über das Standard-Icon-Theme aufregen (auch wenn du das nicht gemacht hast, ich weiß ;) ). Geht ja ganz einfach, anderes Theme d'raufbügeln und die Sache ist erledigt. :D

Brillenaffe
06.07.2009 22:45

... na hoffentlich recht komplett und in den kleineren Auflösungen auch gut ausgearbeitet - wenn nötig mit Outlines! Ich hasse nichts mehr als Icon-Sets, welche bei den kleinen absolut versagen, wischi waschi sind und im schlimmsten Falle total überladen vom Grossen herunterskaliert daherkommen und man nicht weiss, was das für ein Ding sein soll.... :/

lukeen
06.07.2009 23:12

Genau das meistern gerade die Icon-Themes auf Basis der tango!-Guidelines extrem gut. Siehe: http://people.freedesktop.org/~jimmac/icons/#git

Brillenaffe
09.07.2009 23:55
sehr gute Basis ...

aber nein ich meinte mehr etwas wie das:

http://tinyurl.com/mp6zce

Selbsgemacht und wenn's fertig ist ... perfektes Ubuntu/Human!!! ;-) *grossmaul/angeb* :-D

theHenry78
06.07.2009 21:04
Das muss auch mal gesagt werden:

zZ ist zwar nicht viel drin, aber für die Vergangenheit: Danke für's suka overlay!

suka
06.07.2009 22:01

Das ist doch mal ne Motivation ;)

Stonefred
06.07.2009 19:10
Barrierefreiheit, neue Features, Look ...

alles ganz nett, aber solang man nicht effizient mit dem Desktop arbeiten kann, bleib ich weiterhin in meiner Shell.

Marku5
09.07.2009 01:22
Verstehe nicht, warum der Beitrag so rot gemacht wird.

Die Shell ist nun mal effizient. Viele Dinge gehen damit schneller als mit einer grafischen Oberfläche. Natürlich haben auch grafische Oberflächen (viele) Vorteile, aber ich würde es als unumstritten ansehen, dass sie in vielen Bereichen nicht an die Effizienz einer Shell heran kommen.

Warum bewertet man diesen Beitrag also so rot?

Stonefred
09.07.2009 10:36

Bei Linux-Beiträgen ist eine kritische Meinung auch immer gefährlich, man schnell mal als Linuxgegner abgestempelt.

Eigentlich witzig, würde ich mich selbst doch eher als Befürworter bezeichnen. Nur bezieht sich das bei mir halt zum Großteil auf die Shell. Bin halt mit den Desktop-Managern nicht so zufrieden ....

/dev/stderr
06.07.2009 19:49

Dann sollten Sie aber unbedingt Gnome Do [1] ausprobieren, nach einer kurzen Eingewöhungsphase erhöht das die Effizienz ungemein...

[1] http://do.davebsd.com/

DerMäx
06.07.2009 18:58

Wann ist feature-freeze bei Ubuntu 10.04(?)?

Es wäre eine Katastrophe, wenn der neue Gnome-Desktop ausgerechnet in die LTS nicht mehr Einzug finden würde...Bis zur nächsten Debian stable wird es sich nicht mehr ausgehen...

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