"Pröll heute": Kein Landeschef länger im ORF

6. Juli 2009, 17:48
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Landesstudios rufen Stiftungsräte an - Größter ORF-Sektor fühlt sich "existenzbedroht"

Der Vorgang hat Tradition: Wollen ORF-Chefs mehr Geld oder weniger Reformen von der Regierung, mobilisieren sie die Landeshauptleute gegen Wien. Warum die reflexartig reagieren, zeigt die APA-Tochter Mediawatch.
Die "Bundesland heute"-Sendungen sind wichtigstes Sprachrohr der Länderchefs. Am längsten redet stets Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll. Dahinter hat nun der Burgenländer Hans Niessl Wiens Bürgermeister Michael Häupl abgelöst. Rang vier geht an Günther Platter, Tirol.

Als die die jüngsten Kürzungspläne vom Küniglberg kamen, rief als erster der ORF-Tirol seinen Hauptmann: Landesstudios seien "auf dramatische Weise" bedroht. Platter versprach seine Unterstützung. Der steirische Landeschef Franz Voves schickte einen Protestbrief gegen „gegen diesen Anschlag auf den Produktions-, Kreativitäts- und Kulturstandort Landesstudio". Kärntens Landesregierung verabschiedete gleich eine offizielle Resolution zur Absicherung des örtlichen ORF, Landeschef Gerhard Dörfler sorgte sich um die „Qualität der Information".

"Existenzbedrohend"

Nun schreiben die Länder-Betriebsräte allen ORF-Stiftungsräten, das Sparpaket wäre für ihre Studios "existenzbedrohend". Mit 1055 Vollzeitjobs haben die Landesstudios das meiste Personal unter den ORF-Direktionen - 26,5 Prozent des Personalaufwands. 

Der ORF hofft, dass die Regierung ihm 60 Millionen Euro Gebührenbefreiungen abgilt. Länder lehnen am geplanten Gesetz ab, sie könnten weniger stark im ORF-Stiftungsrat vertreten sein - ein Druckmittel für ihre Studios. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 7.7.2009)

 

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