Nationalrat

Neue Spielregeln für Universitäten und Studierende

9. Juli 2009, 17:29

Opposition bemängelt Schwächung des Senats -Im Ausschuss von SPÖ und ÖVP beschlossen -Wird am Donnerstag im Parlament verabschiedet

Wien - Vier Tage nach dem Beschluss im Wissenschaftsausschuss wurde das "Universitätsrechts-Änderungsgesetz 2009" am Donnerstag nach einem langen Parlamentstag im Hohen Haus verabschiedet. Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) will mit der Novelle des Uni-Gesetzes (UG) 2002 die "Autonomie der Unis stärken und die Qualität ausbauen".

Mit SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl einigte sich die ÖVP ab 2011/12 auf eine verpflichtende Studieneingangsphase für alle Fächer, die nicht schon jetzt Zugangsregeln haben wie Medizin mit den Aufnahmetests. Weiterstudieren ist nur nach Absolvierung der vorgeschriebenen Überblicksseminare und Prüfungen möglich.

Die UG-Novelle sieht neben der 40-Prozent-Frauenquote für alle Uni-Gremien auch vor, dass alle Studien (auch Jus, Medizin, Lehramt) Bologna-konform werden, also mit Bachelor, Master und PhD (Doktorat). Für Master- und PhD-Studien dürfen die Unis "qualitative Zugangsbedingungen" festlegen. (nim, DER STANDARD, Priintausgabe, 10.7.2009)

skyrock
01
da geht doch kein normal denkender Mittelbauer

noch in eine Kommission hinein, reine Zeitverschwendung, kein Gesetzesauftrag, keine reale Einflußnahme.

chm
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Dazu fällt mir nur mehr ein song ein:
http://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI

collector1
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Mittlerweilen ist der Text der UG Novelle bekannt,
wie im Standard bereits früher berichtet, sind im Gegensatz dazu nicht nur der wissenschaftliche Betriebsrat im Universitätsrat Antrags- und stimmberechtigt (der innerbetrieblichen Interessenvertretungskompetenz entsprechend) sondern auch der Betriebsrat für das allgemeine Personal. Die Gleichbehandlungsbeauftragten, die Vorsitzenden der ÖH, der Vorsitzende des Senats dürfen den Sitzung beiwohnen und dürfen nun gehört werden. Also dadurch wird der Universitätsrat einem Aufsichtrat immer ähnlicher, wobei dadurch eine halbwegs demokratische Struktur hergestellt wird.

Arnold Nym
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Protest am Mittwoch 11.00uhr Uni Wien Hauptgebäude

Das Netzwerk emanzipatorische Bildung ruft zur Protestkundgebung an der UniWien auf:

"Stoppt die UG Novelle! Gegen Bildungsabbau – Für freie Bildung für Alle!

Die europäische Bildungspolitik der letzten Jahre zielt auf die uneingeschränkte Ökonomisierung der Universitäten ab sowie auf die Abschaffung jeglicher demokratischer Rechte von Lehrenden und Student_innen. Dieser als „Bologna-Prozess“ titulierte Umbau der Bildungslandschaft wird in Österreich bereits seit den 1990er-Jahren vorangetrieben und gipfelte im Universitätsgesetz 2002. Dessen aktuelle Novellierung
bedeutet den Abbau der letzten verbliebenen Reste einstiger
Universitätsdemokratie und bringt weitere massive
Verschlechterungen für alle Universitätsangehörigen mit sich. .."

seng do
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Salamitaktik

diesmal nur eine dünne Scheibe. Wenn dann alle die zuletzt gemachten Staatschulden zugunsten der "systemrelevanten" Banken zu bezahlen haben, wird man dickere Scheiben abschneiden. Irgendwann werden die Unis dicht sein und ererbte Kapitalsorten unablässig sein, um rein zu kommen.

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