CCC: Vorratsdatenspeicherung ist das Ende "unbeobachtet und ungestört zu leben"

06. Juli 2009 13:41

Chaos Computer Club warnt - "Firmen oder Behörden sind nicht in der Lage, die im Massenbetrieb erlangten Verbindungsdaten sicher zu verwahren"

Die EU-Kommission hat der Republik Österreich die beim EuGH eingebrachte Klage wegen Nicht-Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung zugestellt. Infrastrukturministerin Doris Bures kündigte am Sonntag in einer Aussendung erneut an, nur eine "Mindestumsetzung der Richtlinie" anzustreben - WebStandard berichtete.

Tiefe Einblicke in die Privatleben aller Telefonbenutzer

Am Montag meldete sich auch der deutsche Chaos Computer Club (CCC) zu Wort und veröffentlichte seine Stellungnahme zu den Verfassungsbeschwerden gegen die umstrittene Vorratsdatenspeicherung. Darin kommt der CCC u.a. zum Schluss, dass „allein schon durch die Analyse der Verbindungs- und Standortdaten von Mobiltelefonen tiefe Einblicke in die Privatleben aller Telefonbenutzer möglich sind." "Durch die ungebremste Aufzeichnung der digitalen Spuren wird das Mobiltelefon mehr und mehr zu einer Ortungswanze, sofern dem speicherwütigen Staat nicht Einhalt geboten wird. Sollte die Vorratsdatenspeicherung vor Gericht Bestand haben, bedeutet das praktisch ein Ende der Freiheit, unbeobachtet und ungestört zu leben", so CCC-Sprecher Frank Rieger.

"Sensible Daten werden in letzter Zeit unentwegt gestohlen"

Weiters betont er, dass „überhaupt kein Grund für die Annahme besteht, dass Telekommunikationsfirmen, Dienstleister oder Behörden in der Lage sind, die im automatisierten Massenbetrieb erlangten Verbindungsdaten der gesamten Bevölkerung sicher zu verwahren"."Sensible Daten werden in letzter Zeit unentwegt gestohlen, versehentlich veröffentlicht oder absichtlich mißbraucht. Solche Verluste und Missbräuche von Verbindungs- und Standortdaten sind nur durch ein einziges Mittel zu verhindern: Die Erhebung und Speicherung müssen gesetzlich verboten statt vorgeschrieben werden." (red)

 

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Posting 1 bis 25 von 75
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Spende für Winter-Freuden
22.08.2009 17:27
Wir speichern nicht - wir wollen Privatsphäre!!!

Schon vergessen, wir sind Menschen und nicht ein Stück Dreck, denn man überall beobachten kann, wie oft er aufs Klo geht täglich!

Claus_W
26.07.2009 23:04
Erich Möchel - Die missbrauchten Vorratsdaten

Dieses Video erläutert die Tragweite der Überwachung aus einem sehr interessanten Blickwinkel und zeigt auf wie weit diese Überwachung schon fort geschritten ist.

http://www.youtube.com/watch?v=MhpmDyXvjG4

man woman
07.07.2009 10:44

<fiktion>
strache hat die macht inne. die forenserver von derstandard wurden beschlagnahmt. die server werden von der neu gegründeten Sondereinheit gesdavpo ( gesammelte-daten-verknüpfungs-polizei ) nach linkslinken subversiven durchsucht.
</fiktion>

lieber standardredaktion, was würden die bei euch finden?

Jo Boe
09.07.2009 14:18

Wenn die FP die Forenserver beschlagnahmt sieht das in meiner Vorstellung ungefähr so aus:
http://vids.myspace.com/index.cfm... =802118363

invodaseibua
08.07.2009 11:16

<fiction>
die marsianer landen auf der erde
</fiction>

shine3261
07.07.2009 09:36
Eigentlich ist die diskussion lächerlich ...

... zumindest solange es Social Networks gibt und diese auch noch in dieser Form benutzt werden. Dort werden freiwillig persönliche Daten präsentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und diese Öffentlichkeit ist nicht der Staat oder die Polizei sondern einfach jeder der Lust hat.

istjainteressant
07.07.2009 14:38

Eben nicht. Und du (und andere Poster) haben auch schon den wesentlichen Unterschied genannt: Freiwilligkeit.

Ob und ich welchem Umfang ich auf Facebook oder Twitter Daten über mich preisgebe, entscheide ausschließlich ich alleine.

Ob und in welchem Umfang Regierungsbehörden Daten über mich protokollieren und untereinander austauschen, entzieht sich jedoch meiner (direkten) Kontrolle.

macindd
07.07.2009 10:05
Die tun das aber freiwillig.

Und entscheiden selbst, was sie zur Verfügung stellen. Wer dann in der Konsequenz Schwierigkeiten bekommt - selbst schuld.

Der VDS aber unterwerfe ich mich nicht freiwillig, sie ist ein staatliches Gewalt- und Machtinstrument, das eingesetzt wird, ohne die Betroffenen zu fragen.

Trevor Goodchild
07.07.2009 09:51
Nein, ist es nicht!

Diejenigen, die freiwillig auf Ihr Recht auf Privatsphäre verzichten, sollen dies bitteschön tun! Aber allen dieses Recht per se abzusprechen ist definitiv der von Ihrem Vorposter beschriebene Verlust unserer Humanistischen Errungenschaften!!!

shine3261
07.07.2009 12:02
Die tun es freiwillig das stimmt ...

... aber keiner fragt mich ob er mein Foto hochladen darf oder über mich in diesen Netzwerken schreiben darf usw.

Natürlich ist es nicht gut wenn es zukünftig Methoden gibt um jeden zu kontrollieren, aber ich wollte mit meinem Posting nur sagen, dass sich sehr viele Leute von jedem der gewillt ist, kontrollieren lassen. Dafür brauchen wir keine Gesetze. Nicht umsonst schwirrt das Gerücht herum das Facebook von der CIA gegründet wurde ;-)

Trevor Goodchild
07.07.2009 15:56
Da haben Sie zweifelsfrei Recht...

...aber ich denke mal, dagegen könnten Sie notfalls gerichtlich vorgehen, da Ihre Persönlichkeitsrechte verletzt werden.
Wenn es allerdings zu Europöischem Diktat wird (was es schon ist, wie´s scheint), haben Sie keine Möglichkeit mehr, dagegen vorzugehen.

Diagnose: Fernsehvergiftung 3. Grades!
07.07.2009 09:36
Es ist eigentlich lachhaft.

Da erringt der Mensch in mühsamen Entwinklungskämpfen sein Recht auf Privatsphäre und individuelle Freiheit, und dann werden diese Rechte von Schüssel-Politikern über Nacht über Bord geworfen.

Zum Glück wachen immer mehr Menschan auf und leisten dem Wahnsin, der System hat, Widerstand.

Trevor Goodchild
07.07.2009 09:32
Die EU ist eine Wirtschaftsdiktatur...

...,regiert von lauter schwerreichen "Volksvertretern". Die Angst dieser Schicht vor dem Verlust Ihrer oft zu Unrecht erlangten Stellungen und Ihres oft im Unrecht erlangten Reichtums - siehe Quandt - wird uns alle in Orwells 1984 treiben.
Alle im Vorhinein versprochenen Vorteile für den einzelnen Bürger gibt es defakto nicht - übrig bleiben einzig und allein die immensen Vorteile für die grossen Konzerne in deren Aufsichtsräten unsere Vertreter sitzen - oder wohin diese Streben. Wir befinden uns auf dem besten Wege zurück ins 14. Jhgt. zurück an den Hof des Sonnenkönigs!

aceFruchtsaft
07.07.2009 10:40

Offensichtlich bist du noch nie verreist, wenn du überhaupt keine Vorteile der EU ausmachen kannst.

Außerdem ist es in höchstem Maße naiv (oder durch blinden EU-Hass bedingt) zu glauben, diese Maßnahmen würden ohne die EU nicht zustande kommen. Schau dir mal die Überwachungsmaßnahmen in UK oder DE an, die sind großteils ohne EU-Zutun entstanden. Nationale Regierungen haben mindestens genauso ein Interesse zu überwachen.

Ramadamadingdong
19.07.2009 15:34

Irrtum. Verreisen konnte man auch schon bevor Österreich zB. der EU beigetreten war. Also ich kann hiervon keinerlei Vorteil ablesen. Aber vielleicht bist ja noch immer unter dem Einfluss der medialen Gehirnwäsche vor der Wahl.
Ein 'stichhaltiges' Argument damals für den Beitritt: "Wenn wir nicht im Zug sitzen müssen wir hinterherlaufen!"
Was also ist ein Vorteil?

Trevor Goodchild
07.07.2009 11:16
Ich weiss nicht...

...wieviel Du verreist, aber ich war bereits um die ganze Welt unterwegs.
Nenn mir doch bitte einen eizigen Vorteil, denn Du persönlich durch die EU hast?!
(Bitte komm mir nicht mit: Ich brauch keinen Pass an der Grenze)
Schlimm ist nicht blinder EU Hass (den ich übrigens nicht habe) sondern blinder EU Vorteilsglaube, obwohls keinen Vorteil gibt.

Die Zensur gibt nach langer Beratung frei:
07.07.2009 00:55
Burma

Wenn man in Burma in einem Hotel oder Guesthouse eincheckt, dann muss man ein paar angeaben machen.

Name, Staatsbürgerschaft, Passnummer, Visanummer ...

Diese Daten werden dann handschriftlich 5x kopiert und in die Ministerien und zur Polizei geschickt.

Wenn man den Pass gerade nicht dabei hat, dann ist es auch wurscht.

So WENIG überwacht wird man sonst auf der Welt fast nirgens.


ü-strichal
06.07.2009 20:38
"Vorratsdatenspeicherung ist das Ende "unbeobachtet und ungestört zu leben"

das ist der anfang vom ende der demokratie, die die eu anscheinend nicht mehr haben will .. und panische angst vor der gesamten europäischen bevölkerung haben dürfte ...

aceFruchtsaft
07.07.2009 10:44

Ein Hinweis: Sicherheitspolitik, Polizei und Justiz fallen nicht in den erste Säule. Die Kommission kann hier praktisch nichts ohne die nationalen Regierungen tun, und EBEN DIESE haben solche Maßnahmen abgesegnet.

Dort muss man auch die Verantwortlichen suchen, und nicht hirnlos auf die EU schimpfen, weil's ins eigene Feindbild passt.

jMor
 
07.07.2009 09:22

Einfach auf Handy verzichten.
Oder halt aussschalten wennst privat unterwegs bist

ChesneyB
07.07.2009 10:22

Darum geht's nicht. Es soll festgehalten werden, wann Sie welche Nummer angerufen haben. Es gibt bereits eine Umfrage (Forsa), die belegt, daß das ein Hemmnis ist, eine Telephonhotline anzurufen. (Stellen Sie sich mal vor, Sie rufen bei den anonymen Alkoholikern an.)

Florian Stinglmayr
07.07.2009 07:53

Oder sie hat eben keine Angst mehr und glaubt daher das sie sich so etwas leisten darf.

Alter Knacker
06.07.2009 23:18

ich glaube immer, die werden so einen riesigen Wust an Daten haben, daß sie nichts mehr finden werden. Schließlich wird ja bald jeder Mensch täglich 1 GByte Daten über die Leitung schicken. Und schon bei mir zuhause auf meinem Computer mit den paar GByte ist es schwierig, alles unter Kontrolle zu behalten. Und dann wird ihnen das Geld ausgehen fürs Personal und die Verbrechen werden zunehmen und kein Mensch wird einen Täter finden usw. Und alles wird im Sand verlaufen.

hlg
08.07.2009 06:33
nein...

ich denke wenn sie jemanden nerven wird man den gb ein paar kb hinzufügen, die sie als kinderschänder dastehen lassen...

Alter Knacker
08.07.2009 12:49

und warum gerade mich, wo sie 550 Millionen Menschen überwachen wollen ?

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