Chaos Computer Club warnt - "Firmen oder Behörden sind nicht in der Lage, die im Massenbetrieb erlangten Verbindungsdaten sicher zu verwahren"
Die EU-Kommission hat der Republik Österreich die beim EuGH eingebrachte Klage wegen Nicht-Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung zugestellt. Infrastrukturministerin Doris Bures kündigte am Sonntag in einer Aussendung erneut an, nur eine "Mindestumsetzung der Richtlinie" anzustreben - WebStandard berichtete.
Tiefe Einblicke in die Privatleben aller Telefonbenutzer
Am Montag meldete sich auch der deutsche Chaos Computer Club (CCC) zu Wort und veröffentlichte seine Stellungnahme zu den Verfassungsbeschwerden gegen die umstrittene Vorratsdatenspeicherung. Darin kommt der CCC u.a. zum Schluss, dass „allein schon durch die Analyse der Verbindungs- und Standortdaten von Mobiltelefonen tiefe Einblicke in die Privatleben aller Telefonbenutzer möglich sind." "Durch die ungebremste Aufzeichnung der digitalen Spuren wird das Mobiltelefon mehr und mehr zu einer Ortungswanze, sofern dem speicherwütigen Staat nicht Einhalt geboten wird. Sollte die Vorratsdatenspeicherung vor Gericht Bestand haben, bedeutet das praktisch ein Ende der Freiheit, unbeobachtet und ungestört zu leben", so CCC-Sprecher Frank Rieger.
"Sensible Daten werden in letzter Zeit unentwegt gestohlen"
Weiters betont er, dass „überhaupt kein Grund für die Annahme besteht, dass Telekommunikationsfirmen, Dienstleister oder Behörden in der Lage sind, die im automatisierten Massenbetrieb erlangten Verbindungsdaten der gesamten Bevölkerung sicher zu verwahren"."Sensible Daten werden in letzter Zeit unentwegt gestohlen, versehentlich veröffentlicht oder absichtlich mißbraucht. Solche Verluste und Missbräuche von Verbindungs- und Standortdaten sind nur durch ein einziges Mittel zu verhindern: Die Erhebung und Speicherung müssen gesetzlich verboten statt vorgeschrieben werden." (red)