Beherzter Grenzverkehr

5. Juli 2009, 18:57
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Schreckliche Frisuren und Miami Vice waren nicht alles - Es gab auch neonfarbene Leggings und elegante Schnurrbärte

Schreckliche Frisuren und Miami Vice waren nicht alles. Es gab auch neonfarbene Leggings und elegante Schnurrbärte, die die Vokuhilas begleiteten und die gruselige Epoche von Modern Talking bis David Hasselhoff prägten.

Oberflächlich, wie Rückschauen ins popkulturelle Reich der 1980er- Jahre gemeinhin sind, fällt das Urteil der von kontemporärer Popkultur gezeichneten Geschmacksrichter oft negativ aus. Arte nimmt sich dieses brandheißen Sommerproblems für Nostalgiker an und pflügt im Juli und August durch die Musik- und Filmgeschichte eines künstlerisch umtriebigen Jahrzehnts.

"Nichts ist so erfrischend wie ein beherzter Schritt über die Grenzen", fand schon Pop-Art-Star Keith Haring (auch ihm ist im Rahmen des Schwerpunkts eine Doku gewidmet). Vor allem die Grenzen der Alltagskulturen wurden neu gezogen: Die Jugend suchte Gemeinschaftsgefühl und neue Wege, ihre Welt kreativ auszudrücken. Zu den Punks gesellten sich Popper, Heavys, Grufties, Hip-Hopper und Ökos. Eingebettet in kommerzversessener Aufbruchstimmung wurden Musik und Kleidungscodes zum Um und Auf der Identitätsbildung.

Während also die grauen Köpfe im Fernsehen langsam und unwillig aus dem Kalten Krieg steuerten, bereiteten die 17-Jährigen die Mainstreamkulturen einer globalisierten Zukunftswelt vor. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 6.7.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Miami Vice.

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