Putschisten sagen sich von OAS-Charta los

04. Juli 2009 19:27

Wiedereinsetzung Präsident Zelayas abgelehnt - OAS-Generalsekretär Insulza kritisiert Verfassungsbruch

Tegucigalpa/Washington - Die Putschisten in Honduras haben sich von der Charta der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) losgesagt und die von der internationalen Gemeinschaft erwartete Wiedereinsetzung des von ihnen außer Landes geschafften rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya erneut abgelehnt. Die OAS sei eine politische Organisation, kein Gerichtshof, begründete die stellvertretende Außenministerin Marta Lorena Alvarado am Samstag die Entscheidung. OAS-Generalsekretär Jose Miguel Insulza sagte nach Gesprächen in Tegucigalpa, seine Bemühungen um Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung seien ohne Erfolg geblieben.

"Das eindeutige Ergebnis ist, dass es einen klaren Verstoß gegen die Verfassung gibt, und dass diejenigen, die dafür verantwortlich sind, im Moment an der Situation nichts ändern wollen", erklärte Insulza. Er könne auch nicht ausschließen, dass es zu gewaltsamen Zusammenstößen komme. Die OAS berät am Samstag in Washington über die Krise und wird nun vermutlich die Mitgliedschaft von Honduras aussetzen. Zelaya war am vergangenen Sonntag im Streit um eine von ihm angestrebte Volksabstimmung über eine zweite Amtszeit vom Militär außer Landes gebracht worden.

Der Austritt aus der Organisation Amerikanischer Staaten hat nach den Worten von OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza "keinerlei rechtliche Auswirkung". Die Austrittserklärung stamme von einer international nicht anerkannten Regierung, die rechtlich weder für die OAS noch für die internationale Gemeinschaft existiere, sagte Insulza am Samstag dem chilenischen Sender Radio Cooperativa.

Kein Treffen mit Micheletti

Insulza vermied ein Treffen mit dem nach dem Umsturz eingesetzten Übergangspräsidenten Roberto Micheletti, um dessen Regierung keine Legitimität zu geben. Er traf mit Mitgliedern der regierenden Liberalen Partei, Vertretern des Klerus und des Obersten Gerichtshofes zusammen. Letzterer beharrt darauf, Zelaya festnehmen zu lassen, sollte dieser nach Honduras zurückkehren. Der legale Präsident erklärte, er wolle vom OAS-Treffen in Washington aus am Sonntag in seine Heimat reisen. Aus argentinischen Regierungskreisen verlautete, Präsidentin Cristina Kirchner werde Zelaya und Insulza begleiten. Der Gruppe würden auch der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, und der Präsident der Generalsversammlung der Vereinten Nationen, der Nicaraguaner Miguel D'Escoto, angehören. (APA/Reuters/AP)

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16 Postings
wider den rechten Kanaillen
05.07.2009 02:26
Insulza: Austritt aus der OAS ist belanglos, nicht rechtlich wirksam

weil die Putschregierung nicht anerkannt wird.

Das ist so, als würde Lieschen Müller aus Oberwanger den Austritt aus der EU erklären.

kurjoe
04.07.2009 22:41
Das Militär waren die Guten !

Jetzt habe ich es gecheckt.
Das Oberste Gericht hat angeordnet, Zelaya zu verhaften. Das Militär hat ihm aber zur Fluch nach Costa Rica geholfen. Oder?

NONE
04.07.2009 21:31

Kein "oberstes Gericht" kann ohne weiteres den eigenen Präsidenten entmachten - und entführen - lassen, und danach eine neue Regierung installieren.

Obama sollte einmal Farbe bekennen - jeder weiss das die Putschisten durch die Wirtschaftselite unterstützt werden, Seite an Seite mit Strategen die _in_ den USA ausgebildet worden sind. Hält Obama den Rest der Welt für zu dumm um hohle Worte als das zu erkennen was sie sind, oder das die USA ihre Drogengeschäfte von einem Tag auf den anderen auf einmal beendet hatten?

ositolindo
04.07.2009 22:28

Der oberste Gerichtshof handelt im Auftrag des - genauso wie der Praesident - demokratisch legitimierten Paralaments.
Es handelt sich hier um einen fuer lateinamerikanische
Regierungsstrukturen typischen Machtkampf zwischen Parlament oder Kongress und dem Praesidenten mit mehr oder weniger weitreichenden
Befugnissen.
Praesident Correa sei daran erinnert, dass er den zum gleichen Zeitpunkt wie er demokratisch gewaehlten ecuadorianischen Kongress mit Polizei/Militaergewalt (!) und Bestechung entmachtet hat. Demokratische Legitimation dazu hatte er zu keinem Zeitpunkt. Und die Verfassung wurde mehrmals gebrochen.

E. Wart.
04.07.2009 19:09
USA stärken Putschisten in Wahrheit den Rücken

In den 80-er Jahren wurde Honduras zum Protektorat der USA ausgebaut;Stützpunkt der Reagan-Contra-Söldner,das Land mit Militärflughäfen zugepflastert, die Menschenrechte unter Anleitung von US-Botschafter Negroponte mit Füßen getreten.
Heute will die Obama-Regierung offensichtlich den Stützpunkt Honduras mit allen Mitteln ausbauen - es gibt ja gefährliche demokratische Entwicklungen, etwa in El Salvador gewinnt ein FMLN-Kandidat die Präsidentschaft usw.
Deshalb geben die USA auch den Militärstützpunkt in Honduras (mit Hunderten US-Militärs und Militärberatern) nicht auf,kooperieren still weiter mit den Faschisten,deren Putschisten von Medien verharmlosend als "Übergangsregierung,Interimspräsident" bezeichnet werden.
Aber: No pasarán!

Gracht Der Syndikalist
 
04.07.2009 20:21

Sie haben Recht.

wider den rechten Kanaillen
04.07.2009 16:50
Insulza traf sich mit "Vertretern des Klerus "

"Die Erde ist ein Jammertal.
Tuet Buße und betet."

Das ist das, was der Klerus für die einfachen Leute übrig hat, zumindest der, der offiziellen Hierarchie.
Die anderen wurden immer schon kalt gestellt.

Spätestens jetzt weiss man, dass die ihre Finger da auch wieder im Spiel haben - wie in Venezuela.
Der venezolanische Bischof Porras rechtfertigt offen die Militärdiktatur in Honduras und kritisiert OAS und UNO.

Gilgamesch
04.07.2009 17:18

sie haben vollkommen recht - wäre nicht der erste putsch, in dem die kath. kirche in südamerika verwickelt ist. es ist ein echter skandal, wie offen und aggressiv diese an sich der nächstenliebe und den armen verpflichtete organisation, sich auf die seite der herrschenden und mächtigen schlägt.

ysengrimus
04.07.2009 22:16
...und das nicht nur in Lateinamerika

Die Jesuiten, die Speerspitze der Gegenreformation, sind dafür ein gutes Beispiel. Sie hatten sich mit panegyrischen Lobhymnen viel Einfluss in europäischen Herrscherhäusern verschafft.

Der "Widerstand" gegen Faschismus und Nationalsozialismus von offizieller Seite war - um es euphemistisch auszudrücken - ausgesprochen halbherzig.

Aber man muss gar nicht so weit zurückgehen. Der Vatikan hat Berlusconi offen unterstützt.

Ahmed Ibrahim
04.07.2009 11:35
Ich glaube Obama über die Auslandeinsätze der CIA keine Anhnung hat

Jet Fuzzi
04.07.2009 21:48

Das glaube ich weniger.

Macht, Kompetenz und Befugnisse des CIA dürften im Übrigen von der Allgemeinheit recht stark überschätzt werden (Literaturtip: "CIA" von Pulitzerpreisträger Tim Weiner)

Weh Ess Deh
04.07.2009 19:27
Sie aber schon?

Michel de Nostredame
04.07.2009 15:55
Zelaya ist der Moussavi von Honduras!

... von faschistischen Putschisten an der Ausübung seiner rechtmäßigen Präsidentschaft gehindert!

Ernst Guevara
04.07.2009 10:27
"Insulza hat Honduras aufgefordert, Zelaya wieder einzusetzen, aber der Präsident des Gerichts hat dies kategorisch abgelehnt und darauf verwiesen, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt."

soll das heissen, dass in honduras der präsident des obersten gerichtes festlegt, ob eine regierung eingesetzt werden darf oder nicht? oder liege ich eher mit meiner vermutung richtig, dass der präsident des obersten gerichtes von honduras an grössenwahn leidet, wie das ja bei faschisten nicht unüblich ist?

ositolindo
04.07.2009 22:31

Der oberste Gerichtshof handelt im Auftrag des genauso wie der Paesident demokratisch gewaehlten Parlaments.

dr.no3
04.07.2009 10:19
der glaube an ein oberstes gericht

ist ein rückschritt in eine finstere zeit

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