„Absolute Stille" nach der Wahl Amanos
Teheran/Wien - Der Iran erwartet sich in der Person des Japaners Yukiya Amano einen „unabhängigen und unparteiischen" neuen Generaldirektor der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO). Das sagte der iranische Botschafter bei der IAEO, Ali Asghar Soltanieh, am Freitag.
Die IAEO befasst sich seit langem mit dem umstrittenen iranischen Nuklearprogramm. Während Teheran rein friedliche Zwecke angibt, vermuten andere Länder, allen voran die USA und Israel, militärische Ziele.
Der bisherige japanische IAEO-Botschafter Amano setzte sich in der Wahlrunde am gestrigen Donnerstag in der sechsten und letzten Abstimmung knapp gegen den südafrikanischen Abrüstungsexperten Abdul Samad Minty durch. Er erhielt - bei einer Enthaltung - 23 Stimmen in dem aus 35 Mitgliedsländern zusammengesetzten IAEO-Gouverneursrat.
Das Ergebnis wurde eher reserviert aufgenommen: „Alle schauten mürrisch, als es verlautbart wurde", so ein Diplomat nach der Wahl. Von „absoluter Stille", sprach ein anderer. Amano selbst wollte Freitag nach einer Bestätigung im Gouverneursrat Stellung nehmen. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.7.2009)