Zehntausende illegal Eingewanderte bekommen Papiere

04. Juli 2009 19:02

Lula kritisiert Europas Vorgehen gegen Flüchtlinge

Brasilia - In Brasilien bekommen zehntausende Einwanderer ohne gültige Papiere einen Aufenthaltsstatus sowie eine Arbeitserlaubnis. Nach dem am Donnerstag (Ortszeit) von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva in Kraft gesetzten Gesetz dürfen alle vor Februar illegal nach Brasilien gekommenen Einwanderer eine für zwei Jahre gültige Aufenthaltserlaubnis beantragen, die später in ein dauerhaftes Bleiberecht umgewandelt werden kann. Die Betroffenen erhalten zudem eine Arbeitserlaubnis und dürfen das öffentliche Gesundheitssystem in Anspruch nehmen.

Lula kritisierte, dass in Europa das Vorgehen gegen Flüchtlinge verschärft werde. Illegale Einwanderung sei jedoch ein humanitäres Problem, das nicht mit Kriminalität verwechselt werden dürfe, sagte Lula, der traditionelle Gewänder aus Bolivien und Paraguay trug. Aus den beiden Nachbarländern stammen viele der nach offiziellen Angaben rund 60.000 illegalen Einwanderer in Brasilien. Nichtregierungsorganisationen geben die Zahl der illegal Eingewanderten in Brasilien hingegen mit bis zu 200.000 an, von denen die meisten aus Lateinamerika und China stammen. (APA)

 

Kommentar posten
18 Postings
Student der Magie
13.07.2009 14:38
mich wundert es nicht

dass Lula, ein linker Politiker, der ehemals in einer Fabrik als Arbeiter tätig war, nicht nur für einen wirtschaftlichen Aufschwung in seinem Land gesorgt hat, die Bevölkerung an den Gewinnen teilhaben läßt, Brasilien quasi enschuldet hat, den Mindestlohn
vervierfacht hat ( in den letzten 4 Jahren), die Schulpflicht eingeführt hat, Unis, Schulen, Krankenhäuser und Straßen im ganzen Land bauen läßt,auch dieses Problem beim Namen nennt:

Flüchtlinge sind primär eben keine Kriminellen, wie es hier in Europa oft unmenschlich suggeriert wird, sondern Menschen, die aus großer Not heraus ihr Leben aufgeben und in eine ungewisse Zukunft gehen müssen, es sind zumeist Hilfsbedürftige und Notleidende.

Nicolas Castillo
 
31.08.2009 15:29
Ich habe da mal ein paar Fragen ...

Wie hoch war denn der Mindeslohn vor 4 Jahren und wie hoch ist er jetzt? Würde mich mal interessieren.

Wie lässt er denn die Bevölkerung am Gewinn teilhaben? Bitte um nähere Informationen.

Das mit der Entschuldung hätte ich auch gerne näher erläutert.

Können Sie die Fragen beantworten? Danke.

Student der Magie
31.08.2009 17:56
restliche Antworten: vorweg: es gibt natürlich noch genug zu tun, aber:

Während Lulas bisheriger Präsidentschaft wurden die Schulden soweit abgebaut, dass Sie sich heute nur mehr bei etwa 160 Mrd. $ bewegen.

Gleichzeitig hat er ein Staatsvermögen von etwa 360 Mrd.$ aufgebaut. ( da hat das viele Öl sicherlich nicht geschadet;)

Er läßt die Menschen an den Gewinnen teilhaben durch:
.) er läßt im ganzen Land Unis bauen --> besserer Zugang zur Bildung für alle (Unis sind dort sehr hochwertig (max. 30 Studenten pro Vorlesung, aber gratis für die Studenten)
.) Einführung eines gewissen Sozialsystems, wirkt der Armut entgegen
.) läßt Straßen bauen und Schulen, auch Krankenhäuser, was uA Arbeitsplätze bedeutet
.) es gibt viele Projekte und Investitionen die wieder Arbeitsplätze schaffen

Student der Magie
31.08.2009 17:47
vor 4 Jahren war der Mindestlohn

70$

heute 280$,...

70 Mal 4 = 280;)

einfache Rechnung

Quelle: Brasilianer, die dort leben;)

solandre
 
14.07.2009 23:16

und ich finde es auch lässig, daß ein schwellenland beginnt ernsthaft länder der westlichen hemisphäre zu kritisieren. üblicherweise hört man immer nur europäer oder amerikaner andere länder wegen der menschenrechte kritisieren.

meiner meinung nach ein leicht übersehbares aber nichtsdestoweniger bedeutendes anzeichen für emanzipation.

o_saci
09.07.2009 11:23

wieso sind hier die ersten 10-15 postings gelöscht worden?

Hamit_Hatemi
08.07.2009 19:17

Schön, dass es wieder einmal einen Bericht über Brasilien gibt.
Ansonsten scheinen ja die hispanofonen Länder bevorzugt zu werden.
Aber Brasilien ist ja nur ein kleines Land irgendwo ganz unten, macht ja nix...

salt&pepper
04.07.2009 01:34
Endlich

sagt es einmal Einer!
nur ändern wird es nichts.
in dem Masse wie die Euorpäer die dritte Welt Länder ausbeuten, kriminalisieren sie ihre Opfer.
Imperium der Schande!!!

Löschkandidat
13.07.2009 08:42
Hätte Lula nur die Einbürgerung ermöglicht hätte ich nichts gesagt, da er es aber als Kritikaktion gegen Europa nutzt folgendes:

ob zu zig Millionen Analphabeten noch 10.000 dazukommen ist egal.
Ob zuwenigen Millionen 10.000 voll Sozialhilfeberechtigte aber auf dem Arbeitsmarkt sehr schwer vermittelbare dazukommen ist nicht egal.

Student der Magie
13.07.2009 14:40
wieso sagen sie dann was?

Nach zwei jahren wird das dauerhafte Aufenthaltsrecht ausgesprochen, was quasi einer Einbürgerung sehr Nahe kommt;)

Michel Berger
14.07.2009 18:07
Also daß die Permanencia fast einer Staatsbürgerschaft gleichzustellen ist, ist grober Unfug!

Tut-ench-amun
 
06.07.2009 11:45

Ja nieder mit dem Kapitalismus....

Michel Berger
05.07.2009 17:53
Mit dieser Art von Aktionismus will Lula lediglich von der himmelschreienden Zuständen in den brasilianischen Elendsvierteln ablenken.

Student der Magie
13.07.2009 14:45
Sie haben aber nicht sehr viel von der Amtszeit Lulas mitbekommen oder?

Bin selbst oft genug in Brasilien, habe dort Familie, deshalb vor allem.
Zur Info: Die Menschen in den Slums haben mittler Weile fast alle einen Kühlschrank, einen Fernseher, und dergleichen.
Sie haben mittler Weile Strom, und Wasser und können überleben, die Kinder MÜSSEN in die Schule gehen.

VOR LULA WAR DAS ALLES UNDENKBAR.

Ich sage hier nicht, dass es nicht noch sehr viel zu verbessern gilt, aber es geschieht schon einiges. Zusätzlich sollte man sich auch anschauen, warum überhaupt so viele Menschen noch arm sind in einem so reichen Land wie Brasilien?
Ganz einfach, weil sie vom Westen bis vor ein paar Jahren ausgebeutet wurden, ihre Rohstoffe geraubt, die Menschen wie Sklaven behandelt.
Das ungeschehen zu machen dauert eben;)

Michel Berger
14.07.2009 17:59
Antwort

Sie sind öfters in Brasilien und haben dort Familien?
Sind Sie ausgewandert, weils Ihnen dort nicht gerade gut gegangen ist? Könnte ich verstehen!

Also Fernseher hatten die meisten Slumbewohner auch schon vor Lula. Wußten Sie, daß TV politisch gewollt ist - wer an der Glotze sitzt denkt nicht und stellt in der Zeit auch sonst nichts an, darum waren und sind die Dinger verhältnismäßig billig.
Überlebt haben die Slumbewohner auch schon vorher,
sonst gäbe es ja logischerweise jetzt keine mehr.
Übrigens, wenn Sie Lula in Schutz nehmen wollen werfen Sie vorher noch einen Blick z.B. in den Yachthafen von Rio und fragen Sie sich dann was sich seit Juscelino Kubitschek geändert hat.

Das eigentliche Problem ist das rapide Bevölkerungswachstum.

Löschkandidat
14.07.2009 08:18
Das zehnte Gebot des Ökologismus

Zehntes Gebot:
Wisse, die Schuld ist weiß, männlich, christlich und westlich!
Die Unschuld ist eine Urwaldindianerin.

Sternchen100
07.07.2009 12:52

Finde ich auch, die dürfen alle einwandern, bekommen einen Pass und dann wohnen sie in den Elendsvierteln und vermehren dort die Masse der Armen und Ungebildeten.

apfelkuchen
Stefanie Klamuth
05.07.2009 10:34

"imperium der schande" finde ich aus verschiedenen gründen übertrieben, vor allem auch deshalb, weil "imperium" ein terminus ist, der auf europa nicht zutrifft.
die übrige kritik verstehe und unterstütze ich.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.