SPÖ-Kritik an Berlusconi

Flucht und Obdachlosigkeit kein Verbrechen

03. Juli 2009 16:02

Außenpolitische Sprecherin Grossmann: Italienisches Sicherheitspaket entbehrt jeder Menschlichkeit und fördert Selbstjustiz

Wien - Empört zeigt sich die außenpolitische Sprecherin der SPÖ, Elisabeth Grossmann, über das jüngst im italienischen Parlament beschlossene "Sicherheitspaket", das u.a. illegale Einwanderung in dem Land kriminalisiert. "Die Strafsumme für illegale Einwanderung von bis zu 10.000 Euro ist utopisch. Niemand, der seine Heimat wegen Armut oder Verfolgung verlassen muss, kann so viel Geld aufbringen, ebenso gut könnte Berlusconi zehn Millionen fordern", wird Grossmann am Freitag in einer Aussendung zitiert.

Spiel mit rechtsextremer Symbolik

Die Bürgerwehren, die laut offizieller Angaben lediglich der Polizei Meldung erstatten sollen, würden schon jetzt von der "Guardia Nazionale Italiana" vereinnahmt. "Ihre khakifarbenen Uniformen spielen nicht zufällig mit rechtsextremer Symbolik, die schwarze Sonne als Logo ist ohnehin unzweideutig ein nazistisches Symbol", kommentierte Grossmann. "Wir brauchen vieles, aber keine Renaissance des Faschismus, weder in Italien, noch in Ungarn, noch bei uns." Grossmann forderte auch Konsequenzen seitens der EU-Kommission, die bereits das italienische Asylgesetz prüft.

Binationale Ehen würden kriminalisiert

Außerdem würden Ehen zwischen Italienern und Migranten "von vorneherein kriminalisiert"; für Grossmann "ein Auswuchs skandalöser Gesinnung der rechten Parteien". Unbescholtene Bürger würden unter Generalverdacht gestellt. Eine Ehe mit Ausländern sei durch Vorurteile oft schwierig genug, "das darf der Staat nicht auch noch verstärken." Die Verschärfung der Strafen für Sexualstraftäter und die Einführung der sogenannten Obdachlosen-Kartei sind für Grossmann "reine populistische Maßnahmen, die von der katastrophalen Wirtschaftslage Italiens ablenken sollen. Anstatt sich um das Schicksal der Obdachlosen zu kümmern, werden diese noch zusätzlich verfolgt. Es ist ganz sicher keine Lösung, eine Kartei anzulegen", betonte Grossmann. (APA)

-Nathan-
 
13.07.2009 08:23
falsch,Frau Grossmann.

außerdem nach dem auch von der SP mitbeschlossenenem Fremdenrechtspaket unglaubwürdig.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
03.07.2009 18:51
Schön ...

... dass sich wenigstens jemand aus der SPÖ zu Wort meldet, hoffentlich ist dieser Standpunkt nicht beim nächsten Fekter-Rechtspopulismus-Paket schon wieder vergessen!

social unrest
03.07.2009 18:25
eine diplomatische note an den schwerverbrecher berlusconi wäre angebracht

verbuden mit der drohung nach wirtschaftlichen boykott

Shaman141
 
03.07.2009 17:40
...

bin schon gespannt wie lange es dauert bis die övp das "erfolgsrezept" aus italien übernehmen will...

Milia Cherubin
03.07.2009 16:53

ahhhh..... tun diese worte gut. ich hoer zwar zum ersten mal von frau grossmann, aber diese meldung macht ein bisschen mut. nur wird sie vermutlich in italien nie gehoert werden, und falls doch, wird sie als schmutzkuebelkampagne einer von den linkslinken medien verwirrten kommunistin abgetan werden...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.